Wohnungen mit WBS Schein und Wohngeld preißgünstig mieten


#1

Ich weiß aus der eigenen Erfahrung, dass gerade ältere Menschen oft aus Unkenntnis auf ihnen zustehende finanzielle Unterstützungen verzichten.
Nun sind meine liebe Frau und ich bestens in Spanien durch die spanische Altersrente versorgt; aber- wenn wir nach Deutschland zurückgehen würden, müssten meine Ehefrau auf die spanische Mindestrente,
von fasst 9.000,00 Euro, zum größten Teil verzichten, denn nach Deutschland würde nur der Teil der Rente bezahlt, wofür auch effektiv Beiträge geleistet wurden.
Und was kann man sich schon in 10,5 Jahren an Rentenansprüche erarbeiten?
Daher stockt der spanische Rentenversicherer eine Rente auf mindestens 9.000,00 Euro im Jahr auf, und das ohne jeglichen Vermögensnachweis oder Einkommensnachweis.
Auch müssten wir als Altersrentner dann in Deutschland Krankenkassenbeiträge zahlen.

Aber nun zurück nach Deutschland.
Ich habe als Rechenbeispiel einmal Münster (NRW) genommen.
Jedes Rentnerehepaar, das unter 29.000 Euro Rente im Jahr erhält, hat Anspruch auf einen **Wohnberechtigungsschein (WBS. **http://www.stadt-muenster.de/wohnungsamt/wohnberechtigungsschein-wbs.html
Über den Daumen kosten dann Wohnungen mit WBS-Schein, etwa die Hälfte an Mieten; das gilt natürlich auch für die Seniorenwohnungen in Münster, die nur von über 60 jährigen bezogen werden dürfen.
Also nicht 10,00 Euro und mehr für den Quadratmeter, sondern um die 5 Euro.
Wer dann nur als Rentner-Ehepaar, um die Grund Sicherung oder knapp darüber an Rente erhält, hat dann zusätzlich Anspruch auf etwa 300,00 Euro Wohngeld.
So reduzieren sich die Mietkosten von etwa 650,00 Euro plus 190,00 Euro (840,00 Euro) auf knapp unter 200,00 Euro.
Noch einmal: Für die selbe Wohnung, für die ein anderes Rentnerehepaar, mit mehr Rente im Monat, 840,00 Euro zahlen muss, muss ein Rentner (dessen Rente nur knapp über der Grundsicherung liegt)
nur um die 200,00 Euro im Monat an Miete und Nebenkosten zahlen.
Und- ein Rentnerehepaar darf dann noch bis zu 90.000,00 Euro Barvermögen oder andere Vermögen haben, ohne dass sich das nachteilig auf den WBS-Schein oder auf das Wohngeld auswirkt.
In Worten: **Neunzigtausend.
Ich denke, dass gerade Rentner mit einem nicht so dicken Geldbeutel, besser zu den oben angegebenen sehr preisgünstigen Variante greifen sollten, wenn sie unter Gleichgesinnten wohnen möchten.
Oder auch Rentner, die privat für ihre Altersrente vorgesorgt haben und heute eine niedrige Altersrente bekommen.

Viele Grüße aus Andalusien
H. J. Weber


#2

Hallihallo,
ganz verstehe ich das jetzt nicht. Also: Jeder EU-Altersrentner kann mit seiner in einem EU-“verdienten” Altersrente in einem anderen EU-Land leben und sich dorthin diese Rente überweisen lassen.
Dann muss er dort vor Ort, wo er lebt, eine KK-Versicherung abschließen? Oder nur als Aufstocker? Oder ist er automatisch im Ursprungs-EU-Rentenzahlland versichert bzw. wird gleich der KK-Beitrag von seiner Rente abgezogen?


#3

Hallo Theresa,
als gesetzlich versicherte deutsche Altersrentnerin, bist Du in Spanien so versichert, wie jeder der in Spanien versichert ist. Du must allerdings in Deutschland die KK-Beiträge weiter zahlen, wie heute; genauer gesagt: Sie werden Dir weiter zwangsweise abgezogen, wie heute auch.
Nach Deiner Wohnsitzverlegung nach Spanien gehst Du mit Deiner Anmeldung zur spanischen KK; mehr nicht.
Du bekommst dann eine spanische Versicherungskarte und bist versichert.
Du hast dann 2 vollwertige Versicherungskarten, eine deutsche Karte und eine spanische Karte.
Du kannst (dann ohne Wohnsitz in Deutschland) z. B. mit den üblichen Zuschüssen trotzdem Deine Zähne in Deutschland machen lassen, aber teure Medikamente in Spanien verschreiben lassen.
Seit 12 Jahren zahlt z. B. die spanische KK (ohne Zuzahlung) für mich monatlich etwa 5.600 Euro für ein Medikament gegen Leukämie, aber Zähne würde ich mir in Deutschland machen lassen, denn in Spanien gibt es keine Zuschüsse für Zahnersatz.
Hast Du noch weitere Fragen, dann schreibe mir.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut


#4

Dankeschön Helmut für deine kompetente Antwort. Es ist alles wirklich komplex und oft sehr kompliziert, v.a. da bei mir noch hinzu kommt, dass ich seit Jahren in Österreich wohne und hier schon die Alters-Rente (in Österreich für Frauen ab 60) aber in Deutschland noch nicht (die paar Euro, die ich von Spanien bekommen müsste, sind bis heute noch nicht von Spanien gemeldet worden. …). Deshalb erhalte ich solange die aufgestockte Rente. Aber da ich nicht, wie so oft in meinem erlebnisreichen Leben, wieder Verluste durch Umzug erfahren möchte, weil mir die dafür ausgebildeten Fachleute diese entweder verschweigen, oder sie so inkompetent sind, dass die positiven Fakten der Umsetzung doch nicht erfolgen, bin ich sehr dankbar über neutrale, objektive oder endlich mal für uns vorteilhafte Informationen, die konkret zur Entscheidungsfindung dienen.
Da ich örtlich schon immer sehr flexibel war, v.a. dann durch unsere EU-Freizügigkeit, bin ich jetzt aktuell am Überlegen, wo es für mich am besten wäre, da ich sowieso ein Plätzchen finden will/muss, das viel günstiger ist, sonst geht weiterhin mein Geld zu fast dreiviertel für Miete drauf. Die Bodensee Gegend ist einfach zu teuer geworden…


#5

Hallo Theresa,

die Rente muss immer in den EU-Land beantragt werden in dem mal lebt.
Anhand Deiner spanischen N.I.E. Nummer kann die Rentenversicherung des EU-Landes in dem Du lebst, Deine Rentenzeiten aus Spanien anfordern.
Hast Du nur 1 Jahr in Spanien in die spanische Rentenversicherung eingezahlt, hast Du Anrecht auf kostenlose Gesundheitsversorgung als Rentnerin; allerdings auch erst ab 65 plus?.
Wer in Spanien lebt und insgesamt 15 Versicherungsjahre voll hat (und davon 2 Jahre unmittelbar vor Rentenbeginn, hat Anspruch auf 14 x etwa 650 Euro im Jahr und kostenlose Krankenkasse,
Das ist die spanische Mindestrente.
Wie sie ausgegeben wird, ist der RV egal.
Allerdings werden ausländische Renten mit des spanischen Rente verrechnet.
Die spanische Mindestrente ist etwa vergleichbar mit der Grundsicherung in Deutschland, nur ohne Vermögenskontrolle.
Wer also ein Häuschen hat, bekommt auch die spanische Grundrente.
Hast Du noch Fragen, dann schreibe mir.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut


#6

Wow- Dankeschön für diese wieder sehr informative Antwort, Helmut.
Die österreichische und deutsche Rentenversicherung haben die N.I.E und sogar den kopierten Ausweis. Seit wann ist das, dass es in Spanien erst ab 65 die Rente gibt? Früher war es, meines Wissens, wie auch in Frankreich, früher? Oder galt das nur für Selbstversicherte, wie meinen früheren Chefs?P.S. Anscheinend gibt es in Spanien die Rente auch 14mal wie in Österreich?
Dank deiner Informationen werde ich dann besser in Österreich bleiben - ich habe wirklich keine Lust, in Deutschland als HartzIV-Empfängerin betteln zu gehen.


#7

Hallo Theresa,
die Renten in Spanien gibt es schon seit Jahren erst an 65 und sie erhöht sich wie in Deutschland auch über die Jahre auf 67.
Ja- es ist so, dass die Deutsche lieber den Süden über die Target-Salden finanzieren (etwa schon 1 Billionen) die sie nie wiedersehen, als vernünftige Renten zu zahlen oder davon Schulen und Brücken zu sanieren usw.
Aber in den nächsten Monaten wird es erst richtig losgehen, denn dann haben die Südländer (nach dem Austritt von GB) die Stimmenmehrheit.
Dann wird richtig Geld verteilt von Deutschland nach Italien, Frankreich und Spanien.
Ich denke, die Pleite wird etwa 2020 kommen.
Entweder in einer Hyperinflation oder in neuen Diktaturen.
Ja- und gerade die Deutschen sind da sehr vertrauensselig und können daher auch gut “gemolken” werden.
Aber es nutzt nichts, wenn man ihnen schreibt, wie sie ihr bisschen Erspartes noch retten können.
Ich rede seit 25 Jahren darüber, sehe wie die Leute immer ärmer werden, aber sie merken es wohl nicht, oder wollen es nicht merken.
Alleine die Kaufkraft der deutschen Renten hat seit dem Jahre 2000 über 30% abgenommen.
Selbst die Griechen haben mehr Privatvermögen als die Deutschen und die Italiener 3 x so viel.
Aber-- es ist sinnlos dazu was zu schreiben.
Wir haben uns hier in Spanien auf etwa 28.000 qm gut eingerichtet, die Renten laufen noch und die Vermietung brummt und sonst haben wir unsere private Altersversorgung in physischen Edelmetallen.
Nun fehlt uns nur noch das ewige Leben und eine Regierung in Deutschland die so weitermacht.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut