Welchen Leuten ist es gelungen?


#1

Mit Interesse lese ich seit geraumer Zeit in diesem Forum, dass hier und dort darüber Ideen existieren, wie eine WG eingerichtet werden könnte und wie diese funktionieren könnte.
Sicherlich liegt es an meiner begrenzten Vorstellungskraft, wenn ich mir das nicht so richtig vorstellen kann.
Daher meine Frage in die Runde?
Wie wird so etwa geregelt?
Wer bestimmt z. B. wer in die WG aufgenommen werden kann oder wer die WG verlassen muss?
Was ist wenn Jemand so Krank wird, dass er sich nicht mehr selbst versorgen kann, wie Einkaufen, Behördengänge, Medikamente in der Apotheke abholen usw.?
Hat dann Jemand eine Vollmacht, um in seinem Namen mit Ärzten zu reden, mit Banken, Versicherungen usw?
Oder muss die Person dann die WG verlassen?
Werden Verträge über die Lieferung von Strom und Wasser, von nur einer Person als Vertragspartner des Lieferanten verhandelt oder bezahlt jeder einzelne in der WG als Gesamtschuldner für den Fall, dass gleich mehrere WG-Mitglieder ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen?
Wie ist das mit den Müllgebühren, den Straßenreinigungskosten, der Miete den Nebenkosten, dem Winterdienst, usw.
Muss eine Kaution hinterlegt werden, aus der bei Zahlungsausfällen z. B. die anteilige Miete und alle oben genannten Kosten beglichen werden können?
Hat jeder ein uneingeschränktes Hausrecht, und könnte daher im Extremfall den Besuch des WG-Mitgliedes hinauswerfen, oder nur ein eingeschränktes Hausrecht, auf das nur von der Person allein benutzte Zimmer?
Ich stelle es mir schwierig vor, wenn in dem einen Zimmer Jemand meditieren möchte und ein anderer WGler hat Besuch von seinen Enkelkindern, die ihre neuen Rollschuhe vorführen.
Darf die Person einen Hund besitzen und welche Rasse?
Wer entscheidet, welche Rasse “Ja” und welche Rasse "Nein"
Fernsehen oder Musik nur mit Kopfhörer und kann jede Person die Lautstärke an seinen Geräten so anpassen, dass eine ggf. vorhandene Hörschwäche ausgeglichen wird?
Das alles mit Rücksichtnahme, Verständnis, Einfühlungsvermögen usw. vielleicht funktionieren kann, ist mir schon klar, aber wo hat so etwas einige Zeit funktioniert?
Ich meine so 2, 3, 5 oder mehr Jahre.
Oder noch besser: Wo funktioniert das immer noch seit vielen Jahren?
Ich werde bei den ganzen Vorstellung, die in diesem Forum darüber gemacht werden, wie eine WG im Alter funktionieren kann, den Verdacht nicht los, dass die ganze Sache überhaupt nicht durchdacht ist.
Aber ich lasse mich gerne durch Erfahrungsberichte eines besseren belehren.
Nur zu.

Viele Grüße
Helmut J. Weber


#2

Hallo Herr Weber! Interessante Fragen, die Sie hier auf den Weg bringen.
Als Vermieter einer 12-er Demenz-WG, die bald ihr 10-jähriges Jubiläum feiert, versuche ich das mal zu beantworten.
Idealerweise sollte ein Vermieter vorhanden sein, der unabhängig vom zuständigen Pflegedienst den jeweiligen Mietvertrag mit dem Bewohner/des Angehörigen abschließt. Hier sind dann die Regularien eines ganz normalen Mietvertrages einzuhalten, welcher sowohl den ganz privaten Wohnraum als auch die Gemeinschaftsräume umfasst. Hausrecht besteht in diesem Falle jedoch nur für das eigene Zimmer. Der Vermieter kümmert sich also um die notwendigen Versorgungsverträge für die WG und legt die Kosten dementsprechend um. In unserem Fall wurde in einem Angehörigentreffen entschieden, einen Hausmeister und ein Reinigungskraft einzustellen. Nach gehörigem Kampf mit dem Kostenträger würde dies auch von dort abgenickt und im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Bewohners/der Angehörigen im Rahmen der Nebenkostenabrechnung übernommen. Theoretisch könnte jeder Mieter sich einen eigenen Pflegedienst bestellen, was in der Praxis aber unpraktisch ist. Man muss also “ein paar Kröten schlucken”, damit so etwas funktioniert. Wir haben einen, für alles verantwortlichen Pflegedienst im Haus, welcher auch -in Abstimmung mit dem Kreis, und dies auch finanziell- die 24-Stundenbetreuung der Bewohner gewährleistet. In der Praxis sucht dieser auch neue Bewohner aus, da eine Abstimmung mit den dementen Altbewohnern nicht möglich ist, und die Angehörigen (soweit vorhanden) sich hier auf das Fingerspitzengefühl des Pflegedienstes verlassen. Haustiere sind bei uns leider nicht erlaubt, denn Menschen mit Demenz sind meist nicht mehr in der Lage, diese angemessen zu versorgen. Eine solche WG unterliegt dem Wohn-und Teilhabegesetz, welches den MDK und die Heimaufsicht berechtigt, hier stets nach dem rechten zu schauen. Vor Einzug in eine solche WG werden von den Mietern also drei verschiedene Verträge abgeschlossen: Mietvertrag, Betreuungs-und Versorgungsvertrag + Vertrag über die Pflege nach individuellem Anspruch. Hierdurch wird auch die medizinische Versorgung an den Pflegedienst übertragen, welcher im übrigen letztendlich gewährleisten muss, dass der Bewohner zuverlässig versorgt wird. Ist diese Versorgung nicht mehr sichergestellt hat der Pflegedienst die Pflicht, dieses anzuzeigen und der Bewohner müsste die WG verlassen. In der Praxis kommt so etwas nur höchst selten vor (bei uns leider bei drei Bewohnern innerhalb der letzten 10 Jahre, aber so ist nun mal Vorschrift). Glauben Sie mir, das ganze ist durchdacht, manchmal behördlich erschwert, aber die Warteliste spricht Bände! Man braucht halt “nur” einen seriösen Vermieter und einen guten Pflegedienst, möglichst noch Angehörige, welche sich engagieren.
Ich hoffe, annähernd alle Fragen beantwortet zu haben?
Grüße
Jens Engelmann
WWW.altepost-Burbach.de


#3

Hallo Herr Engelman,
ja, da kann man merken, dass da Erfahrung hinter steckt und die Sache durchdacht ist.
Ich hatte bei meinen Gedankengängen zu dem neuen Thema aber mehr an Personen gedacht, die sich noch gesundheitlich fit, z. B. im Rentenalter (oder zumindest jenseits der 50) in einer WG zusammengeschlossen haben.
Ja- und ganz besonders würde mich mal interessieren, wie lange so WGs halten.
Ich meine damit nicht nur wie oft Leute wechseln, sondern nach welcher Zeit die WGs wieder komplett aufgegeben wurden.
Oder auch Erfahrungsberichte von Personen, die mit einer WG besonders zufrieden waren oder besonders negative Erfahrungen gemacht haben.
Viele Grüße
H. J. Weber


#4

Ich stimme Dir zum Teil zu; in vielen Fällen ist das alles nicht gut und nicht zu Ende gedacht.
Das ließe sich mit einem entsprechenden Vertragwerk, am besten notariell beurkundet, vermeiden, wird aber meistens am Aufwand dafür scheitern. Alles lässt sich regeln, auch gut regeln, aber das geht nicht adhock und setzt Integrität aller Beteiligten voraus.

Je mehr Personen eine solche Gemeinschaft haben wird, umso komplizierter wird es.
Und Fakt ist auch, dass viele, die eine Immobilie beisitzen, die sie gerne mit anderen teilen würden, davon ausgehen, dass am Ende ausschließlich sie selbst die Gewinner sein werden. Das ist natürlich nicht besonders fair, weil davon auszugehen ist, dass die Mitbewohner, die neu hinzukommen, keine andere Wahl haben als die, mitzumachen oder draußen zu bleiben.
Wenn es auch längerfristig funktionieren soll, müssten Risiken und Rechte gleich und gerecht verteilt sein und das ist nicht einfach, auch dann nicht, wenn jeder zunächst nach bestem Wissen und Gewissen ein “soziales Projekt” etablieren will.

Etwas einfacher wird die Sache, wenn nicht ein Immobilenbesitzer eine Wohnmöglichkeit anbietet, sondern sich verschiedene Leute zusammen finden, um ein solches Projekt selbst zu starten. DAnn besteht allerdings die große Wahrsheinlichkeit, dass ausschließlich Gutsituierte eine Chance haben werden, denn Leute mit geringem Budget müssen nehmen, was sie kriegen, auch wenn abzusehen ist, dass es auf ein Abhängigkeitsverhältnis hinausläuft.


#5

Hallo Herr Weber,

das funktioniert oder funktioniert nicht vergleichbar mit einer Ehe. Mit Toleranz Respekt und Anerkennung und der Teilung der Aufgaben und mit guter Kommunikation kann es funktionieren. Wichtig ist, dass man sich einig ist zusammenleben zu wollen und bereit ist Kompromisse einzugehen.
Man kann durch ganz viele Regeln notariell beglaubigt und bei Differenzen diese mit Rechtsanwälten vor Gericht klären und sich sehr lange Streiten. Am Ende verlieren beiden Seiten.
Es ist also am Besten, man definiert eine Gemeinschaft in der Weise, dass man auf Augenhöhe miteinander die Dinge regelt und wenn dies nicht mehr funktioniert sich eben trennt, was auch kein Beinbruch ist, wenn man dies einvernehmlich und ohne Stress macht. Es dauert erfahrungsgemäß 1-2 Jahre bis man erkennt, ob jemand in eine bestehende Gemeinschaft passt.
Es ist ein spannender aber kein leichter Weg. Wer sich hier hofft einseitig Vorteile zu bekommen, der wird relativ schnell feststellen, dass er Widerstand bekommt.
Wir praktizieren dies seit 5 Jahren, mal funktionierte es besser mal schlechter. Es kommt immer auf alle Beteiligten an.

Gruß Ralph


#6

Hallo Rena,
ich denke Du hast Erfahrungen mit WGs.
Meine Liebe Frau und ich haben uns von etwa 20 Jahren ein Grundstück von 28.000 qm in Südspanien gekauft und dort eine Immobilie errichtet, die auch 2 Ferienwohnungen umfasst.
Mit der Zeit wurde alles immer mehr; die Feriengäste, das Grünzeug wuchs auch immer weiter zu und die Poolanlage musste dann auf einmal das ganzen Jahr im Betrieb bleiben und wir gingen auf das Rentenalter zu.
Vor 9 Jahren haben wir dann eine Hilfe gesucht.
Es meldete sich ein damals etwa 40 jähriger deutscher Mann aus Teneriffa, wo damals gerade die spanische Krise begann.
Er war 3 Monate zur Probe, natürlich bezahlt.
Ein sehr guter Handwerker mit “goldenen Händen”; das kann ich als Handwerksmeister wohl beurteilen.
Er lebt nun seit 9 Jahren bei uns in seinem eigenen Wohnwagen, hat kostenlos Strom und Wasser, kann die Sanitären Einrichtungen benutzen, Waschmaschine und Trockner und natürlich auch Pool und Sauna.
Da er viel für Nachbarn arbeitet, kann er meine komplette Werkstatt mit allen Werkzeugen benutzen.
Dafür arbeitet er täglich 1 Stunde für uns kostenlos, aber nur Hilfsarbeitern, die auch jeder Spanier für 6 Euro die Stunde erledigen würde, wie Rasen mähen, Sträuchern schneiden, Pool reinigen usw.
Sollte sich am Ende des Jahres herausstellen, dass er mehr als 365 Stunden für uns kostenlos gearbeitet hat, bekommt er jede Mehrstunde mit 10,00 Euro bezahlt.
Auch jede Stunde die er hier als qualifizierter Handwerker, in Elektrobereich oder Sanitärbereich arbeitet, bekommt er mit 10 Euro die Stunde bezahlt.
Der Nachteil ist: Es ist immer Jemand da.
Der Vorteil ist: Es ist immer Jemand da.
Kann man das auch WG nennen?
Ich denke, so hätte ich meinen Sohn behandelt, wenn er aus irgendwelchen Gründen an seiner Stelle wäre.
Leben und leben lassen.

Viele Grüße aus Andalusien
H. J. Weber


#7

Hallo zurück, Herr Weber und Grüße von Sylt nach Andalusien! Da habe ich wohl -zu sehr in “meiner” Demenz-WG verhaftet- für Sie wenig brauchbare Antworten gegeben. Im Kern bleibt aber die Aussage, dass der Vermieter die Rahmenbedingungen bestimmen kann wie in jeder Mietwohnung: Haustiere erlaubt, ja oder nein? Steht im Mietvertrag. Die internen Entscheidungen jedoch werden demokratisch beschlossen werden müssen. Wie das spanische Mietrecht aussieht, weiss ich nicht, aber in D ist es vernünftig, mit jedem Mieter einen Mietvertrag über dessen Zimmer und die anteilige Nutzung der Allgemeinräume zu machen. Die Mietergemeinschaft bestimmt dann alles weitere. Unter diesen Voraussetzungen kann so eine WG uralt werden. Im jährlichen Mietertreffen wird dann der Vermieter aufgefordert, z.B. den Stromanbieter zu wechseln o.ä.
Und gerade in diesem Bereich gilt mein Lebensmotto: besser vordenken als nachdenken… :wink:
LG
Jens


#8

Liebe Leute,
ich denke, hier werden Dinge miteinander vermischt.
Unter einer WG verstehe ich etwas anderes als unter einer Vermietung. Drum gelingt es hier im Forum auch schwer, einen Konsens zu finden. Der eine schreibt WG und meint, dass er als Vermieter (zu Recht in diesem Fall) die Konditionen bestimmt. Das ist nicht mein Modell. Auch denke ich, dass es bei solchen Modellen immer wieder schnell zu Mißverständnissen und Ungleichgewicht kommen kann.
Wenn ich lese, was angeboten wird, ist mein Eindruck meistens der, dass sich jemand einseitig Vorteile verschaffen will, wie mein Vorschreiber Ralph richtig bemerkt. So wird das nix; oder nur selten. Nur mit Anstand kann es überhaupt gelingen und macht Sinn. Fakt ist, es gibt ein gesellschaftliches Problem. Zu wenig bezahlbaren Wohnraum, zu viele Menschen, die Probleme damit haben bzw. bekommen werden. Deswegen auch mein Appell, gewerbliche Angebote, die in der Regel für Besser-Situierte konzipiert werden, anders zu behandeln als kleine WGs mit wenigen beteiligten Personen., die sich auf Augenhöhe zusammen finden können.
Bei allem Respekt für alle, die etwas Funktionierendes auf die Beine gestellt haben, ich fürchte hier geht die ursprüngliche Idee verloren. Früher oder später ist alles nur noch profitorientiert für die Initiatoren und für die anderen keine echte Alternative zum Alleinleben.
Es freut mich, darüber berichten zu können, dass mich auch faire, nicht profit-orientierte Angebote erreichten, wo von Anfang an die Karten auf den Tisch gelegt wurden - und dabei ging es auch um andere Werte als die, die in Euro und Cent bemessen werden. Natürlich geht es auch nicht ohne Geld, klar, aber an welcher Stelle, darauf empfehle ich zu achten.


#9

Hallo E-Rena,
genau- und ich denke, mit Deinen Zeilen kommen wir dem Problem schon näher.
Daher war ja auch meine Frage, ob man die Regelung wie wir sie getroffen habe (1 Stunde Mithilfe pro Tag für 1 Tag Wohnen einschließlich der anderen Dinge) auch schon als WG angesehen werden kann; jedenfalls funktioniert es seit etwa 9 Jahren bestens.
Wir stellen dafür die gesamte Infrastruktur, angefangen von dem Platz für den Wohnwagen, über Strom, Wasser, Waschmaschine, Trockner, die Sozialräume und eine sehr gut ausgerüstete Werkstatt dafür, dass unser Mitbewohner außerhalb unseres Grundstückes Geld verdienen kann.
Eben ein Stück gut funktionierendes Erde in Andalusien.
Geld spielt bei uns überhaupt keine Rolle, oder besser gesagt: Es fließt kein Geld.
Ausgenommen natürlich, wenn unser Mitbewohner handwerklich für uns tätig wird, und es somit über unsere Vereinbarung, eine Stunde Arbeit für einen Tag Wohnen hinausgeht.
Für Grenzfälle haben wir diesen selbst regulierenden Mechanismus eingebaut, dass Mehrstunden über 365 Stunden im Jahr bezahlt werden; das ist aber noch nie vorgekommen.
Unser Mitbewohner hat von alle Türen Schlüssel und unser Rottweiler ist mit ihm groß geworden.
Wir fahren (weil wir hier am Ende der Welt wohnen) 2 x im Monat gemeinsam einkaufen, so ein Großeikauf bei Aldi, Lidl und Carrefour usw.
Eine “große Runde durch Málaga”, wobei oft sogar der Platz in unserem Anhänger knapp wird.
Aber man kann hier nicht mal eben den vergessenen Liter Milch kaufen ohne dafür 20 km fahren zu müssen.
Ich selbst habe mir unter einer WG immer vorgestellt, dass sich da Leute zusammentun, die z. B. ein Haus mieten oder eine große Wohnung und dann alle Kosten teilen.
Aber ich denke, da steckt der Teufel im Detail, zumindest wenn sich Leute übervorteilt fühlen.
Es ist sicherlich wie bei Lohn und Arbeit.
Derjenige der arbeitet meint immer, dass ihm eigentlich mehr Lohn zusteht und derjenige der den Lohn zahlt meint immer, dass er ja eigentlich schon zu viel zahlt.
Und dann den Punkt einer Lohnerhöhung finden ist auch ein Problem.
Bei unserer 1 Stunde Arbeit regelt sich alles von alleine.
Auch die Strompreise steigen in Andalusien, die Wasserpreise, die Grundsteuer und die Müllgebühren usw. gefühlte 50% in den letzten 9 Jahren.
In den 9 Jahren ist es aber immer bei diese 1 Stunde Arbeit für unseren Mitbewohner geblieben, denn es regelt sich ja alles automatisch.
Nu werden wir nicht “den Stein der Weisen” gefunden haben, aber ich denke, wenn wir eine WG haben, dann funktioniert sie die letzten 9 Jahre aber bestens.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut J. Weber


#10

Meine Idee war, in unserem Projekt eine Art “Verfassung” zu schaffen - ethisch ausgerichteter Verhaltenskonsens, auf die wir uns einigen, verbindlich mit Unterschrift von allen, die hier wohnen bzw. vermieten. Das wurde aber nicht umgesetzt, sondern eine Hausordnung, die über allerlei Dinge wie Grillen auf dem Balkon befindet.

Ich bin der Ansicht, dass sowohl ein Verhaltenskonsens wie auch eine konventionelle Hausordnung wichtig sind. Denn wenn es zu unterschiedlichen Auffassungen kommt (und das kommt garantiert, wenn mehrere Menschen unter einem Dach zusammenleben), ist das die Grundlage, um Streitigkeiten zu versachlichen und aufzulösen. Das ist doch eine Sache der Transparenz, damit jeder weiß, woran er ist.

Anwendung findet das in jeder Gemeinschaft. Ob WG mit Hauptmieter oder Hausgemeinschaft mit/ohne Mietern.


#11

Ich habe mich immer für diese Wohnform intressiert. Nachdem ich mehrere Bücher von Dr. Henning Scherf gelesen habe machte ich mich auf den Weg um eine WG auf dem Dorf in Ban Chang / Thailand zu testen. Wir hatten einen Thai als Koch, die anderen Mitbewohner waren aus Berlin Düsseldorf und ich aus Lingen. Im Swimmingpool konnte man morgens um 4.30 Uhr schon schwimmen da es in der Region immer warm ist. Heute ist dieser wunderschöne Bungalow verkauft, weil Aun dass sein Geld verspielt hat.
Für mich intressant war auch das Unperfekthaus in Essen, wo mehrere Leute unterschiedlichen Alters zusammenleben. Heute würde ich mich für eine bestimmte Zeit an einem Ort niederlassen, meinen Obulus zahlen und dann weiterziehen um neues zu entdecken. Irgendwann wird es langweilig.
Schöne Grüße aus dem Emsland wo vor Jahren die Transrapid rauf und runter fuhr.


#12

Hallo Alois,
ja- ich meine wenn man in einer WG soweit abhängig ist von Anderen, dass die WG zerbricht, wenn ein Mitglied der Spielsucht verfällt,
dann ist auch diese WG auf tönernen Füßen aufgebaut, bzw. es besteht dann immer eine sehr hohe Abhängigkeit von anderen Mitgliedern.
Aber was hier so gar nicht zur Sprache kommt.
Als meine Ehefrau und ich uns dazu entschlossen haben aus Deutschland wegzuziehen, war für uns wichtig, dass wir innerhalb der EU bleiben.
Ich war damals 48 Jahre alt.
5 Jahre später habe ich in Spanien, nachdem wir uns ein großes Grundstück gekauft haben und mitten in der Bauphase waren, Leukämie bekommen (CML)
Da wir der spanischen Sozialversicherung angehörten, wurde ich in der Universitätsklinik in Málaga wieder ins Leben zurückgeholt und mit Medikamenten so gut eingestellt, dass ich auch noch heute (nach etwa 12 Jahren) sehr gut (ohne Knochenmarktransplantation) damit leben kann.
Die monatlichen Medikamente die ich nehmen muss, kosten etwa 5.600,00 Euro im Monat, die von der spanischen KK ohne Zuzahlung bezahlt werden.
Wir haben die ganzen Bauvorhaben abschließen können und haben, heute als Altersrentner, ein ruhige Leben in Spanien.
Nur-- was wäre mir außerhalb der EU passiert, z. B. in Thailand; hätte da auch eine KK bis heute etwa 800 TSD Euro an Medikamente bezahlt?
Ein anderer englischer Nachbar meinte sich nicht in Spanien anmelden zu müssen und sitzt heute mit Parkinson in seinem Haus und weiß nicht wie er die Stromrechnung bezahlen soll.
Ein andere englischer Nachbar musste (auch weil er nicht angemeldet war) wegen einer Lungenkrankheit wieder zurück nach England.
Sein halbfertiges Haus verfällt nun.
Die private Krankenversicherung hatte beide ihn in Spanien sofort gekündigt.
Sozialleistungen, wie eine Rente ohne Beitrag gezahlt zu haben, bekommt man erst in Spanien, wenn man mindestens 10 Jahre behördlich angemeldet war.
Ja- richtig Alois, auf Zeit irgendwo einmieten, wo man mal die Luft schnuppern möchte.
Und wenn es gefällt, mal weitersehen.
Hier werden z. B. auf diesen Seiten (voll eingerichtete Wohnungen in Spanien über den Winter) für 300,00 Euro angeboten, mit Sauna usw.
Und in Spanien gibt es für Jeden etwas.
Angefangen von z. B. Benidorm, wo unterhalb der Hochhäuser ganzjährig Dauerkirmes ist, bis hin zu einer Hütte in den Bergen, ohne Strom- und ohne Wasseranschluss, die nur mit dem Esel erreichbar ist.
Außerhalb der Dörfer ist hier noch so ein wenig “wilder Westen”

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut J. Weber


#13

Ich lese hier gerade die aktuellen Beiträge.

Wir haben auf dem Bussjans Hof eine Wohnung, für den Fall, das eine Kümmerin gebraucht wird, frei gelassen.

Ich könnte diese Wohnung mit 65m² für ein paar Wochen oder Monate zur Verfügung stellen. Wenn Jemand Interesse hat, mal andere Luft zu schnuppern, kann er mich gerne unter: heinz.burhorst@ewetel.net anschreiben.

Lieben Gruss aus dem Oldenburger Münsterland
Heinz-Josef


#14

Ohne Krankenversicherung steht man dann in Thailand mit seinem Bett auf der Straße. Der nächste Schritt wäre dann die Botschaft, die weiterhelfen muss und man wird zurückgeflogen. Wenn man nicht mit Geld vorgesorgt hat müsste dann die Familie helfen. Eine Krankenversicherung ist dort genauso wichtig, wie bei uns die Wohngebäudeversicherung.
Ich habe mitbekommen, dass viele Leute sich nach Sonne und Wärme sehnen und sich daher aufmachen in südlichen Gefilden. Ein Freund von mir ist nach Kambodscha ausgewandert.
Damit man nicht vereinsamt ist eine WG immer eine gute Alternative vielleicht auch mal mit ein bißchen Kirmes vor der Tür wäre schön. Im Moment ziehn die Leute in die Stadt weil sie hier mehr Abwechslung finden. Die Mietpreise gehen nach oben. Auf dem Lande habe ich ein Haus verkauft, weil es an Mietern mangelt, hier eine WG zu gründen wäre genauso schwierig.
Sonnige Grüße aus dem meist naßkalten Emsland Alois Brinkmann


#15

Bei mir war es auch so. So denke ich auch.


#16

Das finde ich auch so uns ich stimme voll zu.


#17

Hallo Alois,
bin 71 und mit ein9, 9 Jahre verheiratet. war auch am überlegen auszuwandern. Im Aletr fast unmöglich wegen den Hohen preisen für Krankenversicherungen, wenn du etwas krank bist, bekommst gar keine.
Immer heiss geht dir ebenso auf die Nerven wie unser kaltes Wetter. wobei unser Klima besser auszuhalten ist. Stell dir vor ohne Klimaanl. geht da unten gar nichts.
Visa nur für ein Jahr, danach im Nachbarstaat verlängern. Was ist wenn die Thais ihre Regierung stürzen und die neue sagt: no Farang.
Thailand ist eine sehr unsichere Sache.


#18

Guten Tag Heinz-Josef, ihr Post ist ja schon von August 17, habe mich gerade durchgearbeitet. Tolles Projekt, wirklich, gefällt mir gut. Wenn ich mal wieder in D bin, möchte ich diese Wohnung gerne für kurze Schnupperzeit mieten- falls das überhaupt noch aktuell sein sollte. Herzliche Grüße, Angelika


#19

Hallo Angelika,

gerne kannst du mich auf oben genannte Mailadresse anschreiben. Wir werden dann schauen ob wir für dich aktuell Platz haben.

Lieben Gruß

Heinz-Josef Burhorst


#20

:smiley: Super, Danke liebe Grüße