Über die Kategorie "Wohngemeinschaft finden"


#1

Tipps und Tricks zum Suchen und Finden einer geeigneten Wohngemeinschaften, den passenden Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern …


#2

Hier mal meine Erfahrungen seit einem halben Jahr. Möchte Euch daran teilnehmen lassen.
Achtung, es gibt wie überall “Bauernfänger”.
Nicht immer unterstelle ich da auch böse Absichten.

Wenn das Angebot nicht umfassend ist, Fragen stellen!
Und wenn nicht alle Fragen beantwortet werden, dann noch einmal nach fragen.
Wird wieder nicht darauf eingegangen, dann ab damit in den Müll.
Es ist reine Zeitverschwendung!

“Eltern, Vater, Mutter, Opa, Oma benötigen Hilfe”.
“Mal einkaufen gehen, mal durchputzen, ab und zu Gesellschaft leisten”! usw.
Achtung, das hört sich zwar gut an, aber auf jeden Fall nach fragen.

Besonders dann, wenn die Wohnräume vermietet werden.
Die dem dortigen Mietspiegel angeglichen sind.

Und der sogenannte Hilfsbedürftige bereits ein Pflegefall ist.
Eben nur noch nicht amtlich beurkundet wurde.

Für mich ist es auch immer wichtig, von Fall zu Fall.
Ob die Immobilie noch der Bank gehört.

Hin fahren und vor Ort anschauen. Den persönlichen Kontakt haben.
Das kann aber ganz schön mühsam, zeitaufwändig und teuer werden.
Selbst wenn man dort eine Nacht verweilt, kommt man doch mit einem Gastgeschenk.

Also, so viel wie möglich, zuvor am Telefon oder besser noch per mail abklären.

Ich habe erlebt, dass Gemeinschaftsräume nicht groß genug sind.
Eine Küche gesehen, wo nur Einer Platz hat, um sich zu drehen und zu wenden.
Ebenso war das Wohnzimmer viel zu klein.
Und in diesem Haus sollten 3 WG Mitglieder aufgenommen werden.
Das Angebot kam von einer Frau mit ihrem erwachsenen Sohn.
Der zwar in der Einliegerwohnung wohnte, aber bei Mutter verköstigt wurde.

Wichtig ist auch, nicht zu abgelegen zu wohnen.
Wenigstens ein Bus sollte mehrmals am Tag fahren.
Um unabhängig vom Auto zu sein

Ein abgelegendes Haus oder Gehöft ist sicherlich sehr ydillisch.
Aber machen wir uns doch nichts vor. Die Schwärmerei hat ihren Preis!

Probewohnen ist gut, sehr gut sogar. Der Winter eignet sich dafür gut.
Im Sommer ist fast alles schön! Probe zu heizen fällt bekanntlich flach. :wink:

Auf Fallen achten! Mir kommt es ab und zu vor.
Dass die WG Gründung nur ein Vorwand ist.
Und das Probewohnen eine Falle.
Es klimpert in der Kasse und der Hof wird auch noch gleich mit aufgeräumt.
Touristen/Urlauber hinterlassen oft Dreck und Unordnung. :wink:

Bedeutsam ist auch, auf gleicher Augenhöhe zu bleiben.
Nicht nur bei einer Jobsuche.
Schließlich wollen beide “Parteien” einen Zugewinn haben.
Und Beide müssen, sollten sich bewähren.

Gleich von Anfang an!

So Ihr Lieben, das soll es jetzt mal gewesen sein.
Mir fallen noch 100 Sachen ein, auf die man im Vorfeld schon achten sollte.

Nun seid Ihr aber dran uns ein paar Tipps zu geben.
Ich nehme sie dankend an.

Liebe Grüße, Ostara


#3

Hallo Ostara,
es scheint, daß Du besonders schlechte Erfahrungen gemacht hast - das habe ich teilweise auch - mit Mitwohnbewerbern. Allerdings haben sich auch Freundschaften entwickelt zu Leuten, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht eingezogen sind.

Sicher gibt es Leute, die Wohnen für Hilfe ausnutzen wollen. Ich bin dafür, beides grundsätzlich zu trennen. Ansonsten kann es passieren, daß man nach dem Tod des Hausbesitzers ganz schnell auf der Straße steht.
Die eine Seite ist die zu zahlende Miete und die andere die zu zahlende Hilfe, wenn es um mehr als ein gutnachbarschaftliches Verhältnis geht. Beides muß nicht örtlich identisch sein.
Ich habe beispielsweise viele Jahre sehr kranke Menschen in deren Häusern gepflegt und bin dafür bezahlt worden. Meist habe ich dort in einem schäbigen Zimmer übernachtet - nicht gewohnt - weil es erforderlich war. Nebenbei habe ich den gesamten Haushalt erledigt, gekocht, Fahrdienste gemacht, Tiere, Garten und Gäste versorgt, Reparaturen gemacht oder organisiert…Ich habe diese Arbeit wirklich geliebt, einem kranken Menschen den letzten Lebensabschnitt so schön wie möglich zu gestalten, kann sehr erfüllend sein - wenn es zwischen beiden eine grundsätzliche Symphatie gibt.

Meine leider selten genutzte Wohnung habe ich während dieser Zeit nicht aufgegeben, mir wäre auch die Abhängigkeit zu groß gewesen. Außerdem mag ich meine Wohnung selbst einrichten und niemanden Rechenschaft schulden, ob und welchen Besuch ich empfange.

Meine Mitbewohner wollen genauso selbstbestimmt leben wie ich. Jeder kann sich sein eigenes Süppchen kochen, niemand ist verpflichtet, die Gemeinschaftsküche zu benutzen, sich an andere Eßgewohnheiten und -zeiten anzupassen.
Ich koche, wenn ich daheim bin, täglich und esse zusammen mit meinem männlicher Mitbewohner, aber das ist eine Abmachung zwischen uns beiden.

Wenn wir mehr Leute im Haus sind, werden sicher mehr Absprachen nötig sein, beispielsweise bei der Nutzung der Gästezimmer oder der noch einzigen Waschmaschine, doch echte Probleme ergeben sich hieraus doch nicht.

Wie warm es im Winter jeder einzelne haben möchte, ist seine Sache, solange er nicht bei laufender Heizung dauerlüftet. Eine eigene Heizkostenerfassung pro Wohneinheit kostet eine Menge Geld und müßte auf die Miete umgelegt werden, wer will das schon.

Probewohnen ( im Gästezimmer) halte ich für unbedingt wichtig, man kann es auch als Urlaub betrachten. Ich lasse die Interessenten selbst darüber entscheiden, was es Ihnen wert ist.

Ob und welchen öffentlichen Nahverkehr es gibt, läßt sich leicht von daheim per google map herausfinden.

Auch für den Anbieter ist es weniger aufwendig, wenn man im Voraus möglichst viele Fragen klärt, oft hat es sich schon nach einem Telefonat erledigt - wenn die beiderseitigen Vorstellungen zu verschieden sind.

Beim Probewohnen muß niemand arbeiten - später auch nicht, aber ich habe auch mein Lehrgeld zahlen müssen. Wenn sich beispielsweise jemand stets an den gedeckten Tisch setzt und dann aufsteht und geht, wie im Restaurant, nur ohne Rechnung.

Man muß ein gleichberechtigtes Miteinander finden wollen, ansonsten sollte man es lassen.
Gegeneinander geht gar nicht.

Es gibt aber auch Leute, die Haare in jeder Suppe finden und die sollten sich fragen, ob sie hier richtig sind. Es ist so leicht, alle Schuld auf andere zu schieben, es sei denn, man lebt allein, dann geht das nicht.

Viel Glück beim Finden

Antje


#4

Hi liebe Antje, hier geht es nicht um meine “schlechten” Erfahrungen. Hier geht es doch um Tipps, damit man sie nicht macht! Und als schlecht würde ich sie auch nicht einstufen. Wohl kaum eine Erfahrung kann schlecht sein. Gerade durch diese Erfahrungen, ist es mir jetzt erst möglich, die rechten Fragen zuvor zu stellen. Damit sich selbige Erfahrungen nicht wiederholen. Ja genau, das sehe ich ebenso wie Du. “Hilfe gegen Logis oder gar Kost und Logis” sollte in 2 Verträgen ausgehandelt werden. Dennoch, wenn die Erben kommen, ist das weitere Mietverhältnis auch nicht sicher. Weil ja Eigenbedarf angemeldet werden kann. In so einem Fall gibt es die Möglichkeit, über einen Notar ein Wohnrecht auf Lebenszeit zu vereinbaren. Ebenso einen Nießbrauch. Nur wird das kaum möglich sein, solche Vorschläge oder Bedingungen zu stellen, wenn man noch fremd ist. Außerdem steht hier “Wohnen gegen Hilfe” im Vordergrund. Und kein typisches WG-Leben. Wer also so eine Variante einbezieht, der sollte sich schon darüber im Klaren sein, dass er seine Freiheit aufgibt. Zumal der “Hilfsaufwand” eher noch größer wird. Es gibt keine Sicherheit in diesem Leben. Selbst “Verträge” bringen sie nicht. Aber mit erweitertem Durchblick ist es schon möglich, von Anfang an zu erkennen, ob man sich auf ein Sprungbrett begibt. Und prüfen sollte, so für sich alleine, ob man das will. Liebe Grüße


#5

Zitat: “Es gibt aber auch Leute, die Haare in jeder Suppe finden und die sollten sich fragen, ob sie hier richtig sind. Es ist so leicht, alle Schuld auf andere zu schieben, es sei denn, man lebt allein, dann geht das nicht”.

Also ich finde es absolut legitim “ein Haar” zu finden. Was mich dann davon abhält, dieses Angebot anzunehmen.
Das empfinde ich besser, als mir durch eine rosa Brille die Welt kurzfristig an zu schauen.

Für mich kommen nämlich keine faulen Kompromisse mehr infrage. Und das ist ja auch mein gutes Recht.
Wenn der Andere dann mein gefundenes Haar persönlich nimmt, dann ist ihm nicht zu helfen. Wenn ich in einen Supermarkt gehe und der Inhalt einiger Regale mir nicht “schmeckt”, gehe ich daran vorbei und nehme diese Angebote nicht an. So einfach ist das!

Es scheint jedoch ein paar notorische Meckerköppe zu geben.
Die dann zur Geschäftsleitung rennen und sich über diese Regale empören.
Falls Du Jene meinst. Dann stimme ich Dir zu.

Es gibt so ein Sprichwort: “Wer das Eine will, muss das Andere auch mögen”! Das wurde uns von klein auf an eingetrichtert. Selbst schon an der Mutterbrust.
“Herzlich willkommen, in der Dualität” kann ich da nur sagen.

Vielleicht hier noch ein Tipp von mir:

Die meisten Menschen die ich befragt habe, wissen genau was sie NICHT wollen.
Oft wissen sie aber nicht mal, weshalb sie was nicht wollen.
Und genau da ist der Punkt einmal bei sich genau nach zuschauen.
Wo der Ursprung zu finden ist.

Und genau so wesentlich ist, zu schauen was gewollt wird.
Für sich SELBST, nicht für Andere.

Sich selbst mal die Frage zu beantworten:
“Wer ist der wichtigste Mensch in --meinem-- Leben”?

Die Meisten kommen da schon ins Grübeln.
Oder antworten spontan: “Meine Kinder, mein Partner” usw.

Wenn aber mal Jemand sagt: “Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben”!
Wird das leider oft mit Narzismus verwechselt.
Dabei ist es genau die rechte Antwort.

Wie ist denn diese westliche Welt gestrickt?
Anerkennung findet Jener, der sich um Andere kümmert. Und je mehr Kummer, desto größer die Anerkennung in der Gesellschaft. Das ist schlimmes Gutmenschentum.
Und lenkt von sich selbst ab.

Wenn sich Jeder aber zuerst um sich selbst bemühen würde. Dann gäbe es weniger Kummer weltweit. Und müsste nicht die eigene Bedürfnisstillung von Anderen abhängig machen. Was ja immer mit Erwartungshaltung einher geht. Zu Missverständnissen, Enttäuschungen und Frust führt. Das ist wohl damit gemeint, wenn Du sagst:
“Bei Anderen die Schuld suchen”.

Wenn ich also ein Haar in der Suppe finde und es selbst nicht heraus nehmen kann und ein Anderer, der sie mir serviert, auch nicht. Weil er nicht will oder nicht kann.
Dann nehme ich das Suppenangebot eben nicht an.
So einfach ist das, wenn ich mich um mich selbst sorge, ohne mich zu sorgen.
Das ist eine ziemlich unpersönliche Entscheidung nach Sachlage.

Und Niemanden sollte das kränken.
Liebe Grüße


#6

Edit, wegen Wiederholung


#7

Ich komme hier nicht klar! Was bedeutet das Zeichen “Pinnnadel”? Ist das hier ein gesperrter Bereich? Wer kann mir das beantworten? LG


#8

Liebe Ostara,

Deine Ansprüche an Dein Leben sind scheinbar sehr hoch. Wenn Du sie Dir erfüllst, ist das großartig.
Vielleicht sind sie aber zu hoch, um die Macken anderer zu akzeptieren, dann kannst Du Dir Dein Süppchen nur allein kochen und auch auslöffeln, ob mit Haar oder ohne.

Ich kümmere mich gern um andere und bekomme dafür Anerkennung, die ich genieße.
Die anderen habe ich auch, damit Sie mir zeigen, welche Macken ich habe. Wenn das liebevoll passiert, bin ich gern bereit, an meinen Fehlern zu arbeiten. Ich bin nämlich nicht vollkommen.

“Leute, die viel arbeiten, machen viele Fehler.
Leute, die wenig tun, machen wenig Fehler.
Es soll auch Leute geben, die gar keine Fehler machen.”

Gruß

Antje