Möbliert oder leer?


#1

Da ich selbst für einen Teil des Jahres Wohnraum in einer WG in Deutschland suche, fiel mir auf, dass es sich meistens um möblierte Zimmer oder Wohnungen handelt, die angeboten werden.
Mag sein, dass “möbliert” für manchen Sinn macht, aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass jemand, der sich für eine WG erwärmen kann und will, seine eigenen Möbel behalten möchte. Alles aufzugeben, was sich im Laufe eines Lebens so angesammelt hat und ein Leben ausmacht, ist unter Umständen (ich behaupte häufig) sehr schwer für denjenigen, der nun plötzlich alle seine Sachen entsorgen soll und sich vor die Herausforderung gestellt sieht, zukünftig umgeben von Möbeln und Dingen zu leben, die im fremd sind und keinen ideellen Wert für ihn haben.

Mein Appell an Leute, die einen Teil ihres Wohnraumes an einen anderen Menschen vermieten oder ihm überlassen möchten: versucht euch in die Lage desjenigen zu versetzen, der wenigstens einen Teil seiner eigenen Sachen behalten möchte, um sich ZUHAUSE fühlen zu können in seiner neuen Umgebung!
Es gibt, mit etwas gutem Willen, sicher auch gute Kompromisse!


#2

Ich kann Dir nur vehement zustimmen. Ist es denn aber tatsächlich so, dass man seine eigenen Sachen so oft nicht mitbringen darf? … I’m confused

Das wäre doch sowas von absurd und grotesk und menschenverachtend. Gruselig, eine völlige Entwurzelung. Jedes halbwegs seriöse Altenheim bietet seinen Bewohnern diese Option.

Solch ein Lebensort wäre für mich sowas von indiskutabel …

Sowas muss man ja aber auch nicht mitmachen, oder? Da gibt es tausend Alternativen!


#3

Ich habe mehrmals die Erfahrung gemacht, dass die Leute denken, damit tun sie einem sogar einen Gefallen.
“ist doch alles da” heißt es. Oder “muss alles so bleiben, wie es war, bevor mein Partner gestorben ist.”

Sicher, man muss das nicht mitmachen. Aber Leerzimmer sind die Ausnahme.
Tausend Alternativen? Erzähl mal…

Also ich bin weder kontaktscheu noch hilflos im Umgang und Gespräch mit Menschen, aber dagegen kommt man mit Argumenten nicht an. Da geht nur Rückzug, und damit kommt man nicht ans Ziel.

Seriöse Altenheime, die das anbieten, kenne ich von meiner verstorbenen Mutter. Ist vermutlich eine Frage der Finanzen, ob es im Einzelfall lösbar ist oder nicht.

Aber hier geht es ja um Alternativen zum Altenheim…


#4

E-Rena, ich geh doch niemals nich in eine Gemeinschaft, um mich aufzugeben. Never ever.!

Ich mach das nur, wenn ich mich einbringen kann und auch etwas davon habe. Niemand muss das tun. Da bleibt man doch besser wohnmäßig für sich allein, oder?

Dass viele Leute viele schräge Vorstellungen haben - nehme ich amüsiert zur Kenntnis - und gehe weiter.


#5

Wir haben unsere Mutter in einer ambulanten Demenz-WG unterbringen können, wo sich mehrere Appartements um einen großen Stube/Küche-Bereich mit Terrasse gruppieren. Die Wohnung war leer und wir konnten sie bis auf das Pflegebett komplett mit ihren eigenen Möbelchen incl. Schrankwand einrichten.

… und wenn ich zu Besuch komme, zeigt sie mir immer, wie schön sie es hat :kissing_smiling_eyes:


#6

Hallo Jule, ich habe mich mit diesem Thema weniger auf Pfegeeinrichtungen etc bezogen, sondern auf Privatleute mit Privatwohnungen, die sich vorstellen können, zukünftig einen Teil der Wohnung/des Hauses einer anderen Person zwecks WG zu überlassen.


#7

Hallo E-Rena, das schließt sich ja einander nicht aus: Wenn jemand ein größeres Haus hat und einen Teil WG-mäßig vermietet, kann ich mir dieses Modell genauso gut vorstellen.
Für mich selbst ist das Wichtigste, dass ich - egal in welcher Konstellation - mein eigenes kleines Reich habe … und mit meinem eigenen Krimskrams :innocent:


#8

da sind wir uns einig. Aber ich schrieb ja, dass ich andere Erfahrungen gemacht habe und mir wiederholt möblierte Zimmer angeboten wurden. Verständnis für meinen Wunsch, meine eigenen Sachen mitzubringen, gab es nicht immer.


#9

Liebe Leut,
da sind wir uns offenbar alle einig, dass für WG-Suchende Angebote mit „Vollausstattung“ in der Regel unattraktiv sind oder nur als Zwischenlösung dienen können (ich war selbst mal betroffen und wohne ganz wesentlich deshalb gerade mal wieder allein). Womöglich könnte man den Impressario Felix Herzog dazu bewegen, eine Art „Präambel“ für PLUSWGs zu verfassen, die einige pragmatische Empfehlungen an Anbieter wie Suchende enthält, darunter evtl. den Appell an Wohnungsinhaber, den Interessen Suchender in Sachen „eigener Krims-krams“ möglichst entgegegenzukommen. Ferner könnte diese „Präambel“ auch eine Art „Portal-Etikette“ enthalten, beispielsweise die Bitte, tiefschürfende weltanschauliche Geistreicheleien statt im Inserat hier im Forum zu veröffentlichen – oder man macht gleich eine zusätzliche Rubrik „Menscheitsbeglückungs-Projekte“ und auch noch eine für Ernährungs-Religionen jedwelcher Art.

Schöne Grüße, bleibt stark!
Simlicissimus


#10

Wir haben dies bei und ganz elegant gelöst. Es gibt ein möbliertes Besucherzimmer zum Schnuppern und ansonsten haben wir leere Wohnungen. Jeder kann deshalb ohne viel Aufwand mehrere Wochen Probewohnen und dann entscheiden, ob es das Richtige ist und dann mit seinen Möbeln einzuziehen.
Wir sind inzwischen dazu übergegangen sogar unrenoviert zu vermieten, da wir mit viel Aufwand renoviert haben um dann festzustellen, dass gleich anschließend wieder neu gestrichenwurde, weil man eigene Vorstellungen hat.
Dann kann jemand ohne viel Aufand ausziehen und kann beim Einzug es genau nach seinen Vorstellungen gestalten.
Das Wohnprojektbodensee


#11

Hallo Rena,

Ich kann mir das sehr schlecht vorstellen, dass es mehrmals im Jahr einen Wohnungswechsel mit neuen Möbeln und Regalen Anschlüssen gibt.
Das wird für den Mieter und den Vermieter sehr teuer. Wie funktioniert es mit der Gemeinschaft? Wir haben die Erfahrung gemacht dass es Monate dauert bis man Vertrauen aufgebaut hat und eine gemeinsame Basis geschaffen hat. Wir haben wiederkehrende Besuche von Freunden, die sehr angenehm sind, weil man bereits eine gemeinsame Basis hat.
Einmalige Vermietungen für ein paar Monate könnten h mir an Pendler vorstellen. dies hat aber nichts mit Gemeinschaftlichen Wohnen zu tun.
Wie waren Deine Érfahrungen in den verschiedenen Gemeinschaften?

Mit freundlichen Grüßen
Wohnprojektbodensee


#12

moin moin im Neuen Jahr und Cronia Polla (viele Jahre), wie man hier bei mir auf Kreta sagt!
Irgendwie gab es da wohl ein Missverständnis. Leider finde ich die vorangegangenen Beiträge nicht mehr (Wunsch an den Betreiber der Seite, das zu verbessern!). So hatte ich das natürlich nicht gemeint, dass ich mehrmals im Jahr Anschluß mit neuen Möbeln suche. Vielmehr suche ich ein leeres WG-Zimmer für meine eigenen Sachen, wo ich mehrere Monate im Jahr wohnen kann, wenn es mir auf meiner Insel entweder zu kalt oder zu warm ist.:wink:
Idealerweise wäre das in meinem Fall eine kleine Zweier- oder Dreier-WG, bevorzugt in citynaher Lage mit etwas grünem Blick, mit kultivierten und weltoffenen Menschen. Was ich nicht will oder brauche ist ein kommerzielles Wohnprojekt. Das könnte ich mir selbst suchen und würde es garantiert auch schnell finden. Ohne jegliche Plattform!


#13

Hallo Rena,
deine Idee ist bei uns leider nicht umsetzbar, da wir mit unserem Wohnprojekt durch regelmäßige Veranstaltungen eine gute Vernetzung wollen und hierzu Bewohner suchen, die dauerhafte Mieter sind. In unserer Region gibt es extrem hohe Nachfrage von Wochenendpendlern und Anfragen von Ferienwohnungen.
Ich würde eher im Osten von Deutschland suchen, hier ist es günstige rund es gibt mehr Angebote.

Viel Erfolg bei der Suche.

Gruß

Ralph


#14

danke für Deine Antwort Ralph!
Meine Idee wollte ich eigentlich auch nicht am Bodensee umsetzen!
Reagiert habe ich lediglich auf
"Ich kann mir das sehr schlecht vorstellen, dass es mehrmals im Jahr einen Wohnungswechsel mit neuen Möbeln und Regalen Anschlüssen gibt."

Noch ein Versuch, meinen ganz individuellen Wunsch zu erklären; hat gar nichts mit eurem Wohnprojekt zu tun, sondern ist eine allgemeine Betrachtung zur oben zitierten Aussage:

Ich sehe mich durchaus als Dauermieterin einer Wohneinheit bzw. eines WG-Zimmers, aber eben nicht mit permanenter bzw. überwiegender Anwesenheit dort, sondern nur “part-time”. Insofern könnte ich wohl (rein theoretisch) auch als Pendler mit eingeschränkter und unregelmäßiger Anwesenheit durchgehen :wink:
Da ich aber aus Gründen der Mobilität ohnehin in Stadt- bzw.Zentrumsnaher Umgebung leben möchte wenn ich in Deutschland bin, ist der Bodensee trotz landschaftlicher Vorzüge in meinem Fall keine Option.

Mein ursprüngliches Thema “möbliert oder leer” bezog sich allgemein auf Wohnen in einer WG und meine diesbezügliche damalige Aussage gilt für mich nach wie vor.

Ich denke, nicht nur ich, sondern die meisten älteren Menschen möchten nach Möglichkeit gerne in ihren eigenen vorhandenen Möbeln leben. So entsteht das Gefühl, zu Hause zu sein anstatt im Hotel oder in einem Heim oä.

Trotzdem gutes Gelingen am Bodensee!
Rena


#15

Wir vermieten unser möbliertes Zimmer im Dachgeschoß, hin und wieder kommt wohl die Frage ob man sein eigenes Bett mitbringen kann… Für uns kommt es nicht in Frage. Derjenige muss dann eben ein unmöliertes Zimmer suchen.
Schöne Grüße aus dem Emsland


#16

Sei mir bitte nicht bös aber das Foto versprüht den Charme meines alten Kinderzimmers. Da hilft auch nicht der Hinweis, dass dies ein Ort der Entspannung sei. Da denkt man doch eher an " … um 8 Uhr ist das Licht aus …"

Sicher könnt Ihr so etwas zur Vermietung anbieten - unter gemeinschaftlichem Wohnprojekt im Alter verstehe ich aber etwas anderes.

Wie gesagt - sei mir bitte nicht bös ob dieser Anmerkung …


#17

Wir haben überwiegend Studenten. Hin und wieder haben wir auch schon Renter als Gäste gehabt. Überwiegend sind diese dann mit dem Rad unterwegs oder sitzen mit uns auf der Terrasse !

:grinning:


#18

Klar, wäre es besser wenn man die eigenen Möbel mitbringen könnte. Aber die meisten, die eine WG suchen, sind Studenten und diese haben eben nicht so viel Geld um sich Möbel zu kaufen. Vor allem, wenn man dann ausziehen muss, wird es dann stressig mit den ganzen Möbel…


#19

pardon, ich glaub ich bin im falschen Film. Das ist ja grauenvoll!
Nicht geschenkt würde ich hier wohnen wollen. Irgendwas läuft hier falsch.
Es geht nicht darum, irgendein Dach über dem Kopf zu finden, sondern um eine Wohnmöglichkeit in einer passenden Gemeinschaft. In meinem Fall wäre das grundsätzlich unmöbliert und bei Menschen, die zu mir passen. Das ist hier sicher nicht der Fall.
@ greingrothlilly
Hallo, ich weiß nicht, wer Du bist…
aber mein Eindruck ist es nicht, dass überwiegend Studenten eine WG suchen, jedenfalls nicht auf dieser Plattform. Für einen älteren Menschen, der Anschluß an eine WG sucht, ist es entwürdigend, wenn er auf seine eigenen Sachen verzichten soll, weil niemand eine Möglichkeit bietet, für wenig Geld ein leeres Zimmer in einer WG zu mieten, wo er in den eigenen Möbeln etc leben kann.
Vielleicht sollte man grundsätzlich erst einmal klären, was jeder unter einer WG versteht.
Hier herrscht ja teilweise die Meinung vor, dass eine WG eine aus Geschäftinteresse projektierte Wohnanlage für gut situierte Rentner sei. Mein Ansatz ist ein anderer…Ich suche eine langfristig angelegte Wohnmöglichkeit, zusammen mit kultivierten Menschen im fortgeschrittenen Alter, und eben nicht möbliert, denn das finde ich unzumutbar nach einen langen Arbeitsleben. Ich finde es menschenunwürdig, in geschmacklosem Krempel auf das eigene Ableben warten zu müssen und mehr dahin zu vegetieren als zu leben. Bei diesen Fotos hier glaube ich, ich bin im falschen Film irgendwie…
Bei den bebilderten Angeboten in diesem Thema fühle ich mich wie in einem falschen Film.


#20

Sorry, doppelt gemoppelt teilweise, liegt daran, dass man im Nachhinein nicht mehr redigieren kann.
Wunsch an den Cheffe Felix: bitte Möglichkeit zur Korrektur einrichten!