Ich war noch niemals in New York


#1

und ich werde es am Ende meines Lebens auch nicht bedauern.

Die meisten von uns haben die größte Spanne ihres Lebens schon hinter sich, irgendwann wird die fragile Gesundheit unsere Aktivitäten zwangsläufig einschränken. Wir sollten uns bewußt sein, daß unsere “Restlaufzeit” begrenzt ist.

Mein neues Thema:
Welche Träume, Wünsche und Pläne habt Ihr noch, welche habt Ihr Euch erfüllt, welche sind Euch nicht mehr wichtig, welche unerfüllbar?

Vor meiner obersten Karrierestufe als Baumdünger liegen bei mir noch so einige Vorhaben, wie sieht es bei Euch aus?


#2

Nun, wer weiß schon heute, was wir am Ende des Lebens bedauern werden, nicht getan, nicht erlebt, nicht probiert zu haben? Fakt ist, dass wir einfach nicht überall gewesen sein können, nicht jede Möglichkeit ausgeschöpft haben können, unsere Möglichkeiten sind grundsätzlich einfach begrenzt. Aber mit den uns wichtigen Dingen sollten wir uns im besten Fall beschäftigt haben.

Der Strauß unserer Träume, aus dem wir pflücken könnten, wird, je älter wir werden, kleiner … leider …

Aber die Blumen in diesem Strauß sind bunt, sehr bunt, da haben siebzehn Leute achtzehn Träume sozusagen …

Ist nicht ganz vollständig eine Antwort auf Deine Frage - aber ich will jetzt ja hier auch kein Buch schreiben …


#3

Ich denke, der Glücklichste wird der sein, der mit seinem Schicksal zufrieden ist.
Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat, wäre auch nicht zufrieden, wenn er hätte, was er nicht hat.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut


#4

Lieber Helmut, lieber Albert,

Mit dem, was ich habe, bin ich zufrieden und aus dem Strauß der Möglichkeiten das Richtige für die begrenzte Zukunft herauszusuchen, darum geht es mir. New York reizt mich absolut nicht, genauso wenig wie Kreuzfahrten, an Stränden rumliegen, Angeberautos fahren, Shoppen gehen…

Früher habe ich mal Pläne für mein Rentnerdasein gemacht, inzwischen ist mir klar, daß ich das nie werde und wohl auch nicht mehr möchte. Ob es zumindest für die Imkerei reichen wird? Es wäre schön, aber nicht wichtig.

Nach Jahren der Urlaubsabstinenz muß ich wieder raus, daheim ist es zwar auch schön, aber dort sehe ich überall unerledigte Dinge, stets mehr, als ich schaffen kann. Mit zunehmendem Alter spüre ich mehr meinen Bedarf an Erholung, den ich oft ignoriert hatte.

Seit Jahren träume ich von einer großen Wanderung, am Liebsten mit einem (vierbeinigen) Esel. Bevor meine Beine diverse Verschleißerscheinungen haben und mein Rücken zu anspruchsvoll für Zeltnächte wird, sollte ich mich auf den Weg machen, am Besten im nächsten Sommer. Das Wohin ist dabei gar nicht so wichtig. Bewegung, mit allen Sinnen die Natur aufnehmen, Zeit zum Nachdenken, unerwartete Begegnungen, Blasen an den Füßen, willkommene und unwillkommene Duschen, erlaufene Müdigkeit und festen Schlaf…so stelle ich mir das vor.

Mein Pflichten habe ich stets viel zu ernst genommen, daran muß ich arbeiten, mir auch wieder Zeit für die schönen Dinge des Lebens nehmen, in Ausstellungen staunen, Konzerte genießen, öfter mal auf “meiner” Laubenbank mit Blick auf kunterbunte Blumenrabatten und Springbrunnen in der Eremitage ein Picknick machen. Nichts Spektakuläres, aber doch Glanzpunkte im Alltag, an die man sich ein Weilchen gern erinnert.
Idealerweise mit Menschen, mit denen man die Freude daran teilt.

Ideen habe ich noch eine ganze Menge, diese hier sind meine ganz persönlichen, nun bin ich gespannt auf Eure…

Liebe Grüße aus dem angeschneiten Fichtelgebirge

Antje