Haus oder Wohnung mieten für WG-Gründung


#1

In zahlreichen
PLUSWG-Inseraten findet sich der Ansatz „WG gründen und Haus oder große Wohnung mieten“. Ich selbst war auch schon in der Richtung unterwegs und finde das Thema wert, bearbeitet zu werden.


#2

Hallo @Simplicissimus,

könntest du bitte deine Frage konkretisieren bzw. genauer schreiben, was du meinst.
Ich verstehe es jedenfalls nicht.

Viele Grüße
@FelixHerzog


#3

Ja kannich-willich – in der Abteilung “Immobilien” finde ich nur Beiträge zu Bauen und Kaufen.
Tatsächlich finde ich auch das Anmieten einer Wohnung bzw. eines Hauses zur Gründung eine 60±WG eine gewisse Herausforderung, die ich der Forumöffentlichkeit als Thema vorstelle, womöglich gibt es dazu wertvolle Erfahrungen und kluge Ratschläge(?) Vielleicht sollte man es umformulieren in “Finden von Miet-Immobilien für WG-Gründung”, ist es dann klarer?
Gruß
Simplicissimus


#4

Mir geht es da ähnlich wie Simlicissimus:
Überwiegend scheint es in den meisten Beiträgen auf dieser WG-Plattform um das Thema Bauen und Kaufen einer Immobilie, die man meistbietend vermarkten kann.
Für mich ist das alles keine WG im eigentlichen Sinne. Was da geboten wird, ist auch nur für gut bis sehr gut Situierte realisierbar. Für Leute, die mit kleinen Budget eine vernünftige Lösung suchen, ist es das kaum. Wenn überhaupt, dann so, dass man als Mieter auch wieder nur der Goldesel ist für einen Investor. Versteht mich richtig, Leute, ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen Investoren und ihre kleinen oder größeren oder großen Projekte, aber ich bleibe dabei, eine WG im eigentlichen Sinne es es dann für mich nicht.
Ich schließe mich also Simplicissimus Frage an.

Gruß aus dem östlichen Mittelmeer
E-Rena


#5

Ich bin Deutscher und lebe seit etwa 20 Jahren in Südspanien.
Hier, alleine in meiner Sichtweite, in den Bergen über Málaga, gibt es über 10 alleistehende und leerstehende Häuser, die für weinig Geld verkauft oder vermietet werden.
Allerdings nicht mit Pool oder Klimaanlage, denn es handelt sich meistens um Häuser, die von älteren Leuten bewohnt wurden, bis sie gestorben sind und die Erben wohnen in Málaga. Die meisten Häuser haben viel Land rundum, mit Mandel- und Olivenbäumen und fasst alle einen Strom- und Wasseranschluss.
Die anderen Häuser, die schon einigermaßen modern eingerichtet sind, und mit wenig Geld soweit aufgerüstet werden können, dass sie den Anforderungen der Tourismusbehörde entsprechen, werden als Ferienwohnungen an Touristen vermietet.
Auch hier im Forum habe ich eine Anzeige aus Mallorca gelesen, wo Jemand für 250,00 Euro im Monat eine kleine Wohnung vermietet, will man noch weniger zahlen?
In Spanien kann Jemand der etwas sucht, für ihn kostenlos einen Makler beauftragen, denn den Makler muss immer der Vermieter oder Verkäufer zahlen, wenn es zu einem Abschluss kommt.
Wenn es also wirklich Leute gibt die in Spanien eine WG gründen wollen, dann sollten sie sich zusammentun, in Spanien einen oder mehrere Makler beauftragen und dann die Angebote abwarten.
Hier kann eine WG sich zumindest mit Gemüse, Mandeln, Olivenöl, Ziegenkäse, Eier und Fleisch von den Ziegen, selbst versorgen.
Ein Gemüsegarten mach viel Spaß, denn es gibt das ganze Jahr etwas zu ernten, nur Grünkohl geht nicht.
Die ersten 10 qm Trinkwasser von der Stadt kosten innerhalb von 3 Monaten etwa 70 Cent, die nächsten 10 qm 1,10 Euro und dann 2,00 Euro pro Kubikmeter.
Abwassergebühren gibt es nicht auf dem Land.
Jeder in Deutschland gesetzlich Versicherte Rentner oder Rentnerin, wird in Spanien so behandelt, wie ein spanischer Rentner, aber er kann auch, selbst wenn er seinen Wohnsitz in Deutschland aufgegeben hat, jederzeit in Deutschland so zum Arzt gehen, als wenn er noch in Deutschland wohnen würden.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut J. Weber


#6

Werter Spanien-Experte,

tausend Dank für die Informationen, vor allem was die
Grünkohl-Frage betrifft:rofl:
Tatsächlich gibt es aber noch Menschen, die im deutschen Vaterland bleiben wollen, womöglich aus gut verständlichen Gründen; diese werde ich aber nicht aufzählen, da ich hier keinen Literaturwettbewerb starten mag.

Gruß
Simplicissimus


#7

Da ich dasThema eröffnet habe, hier ein inhaltlicherBeitrag:

Ich beziehe
mich auf die Variante WG-Gründung (50 bis 60+) und dafür große Wohnung oder
Haus zu mieten suchen, da gibt es meinem Eindruck und meiner Erfahrung nach
einige Hürden zu überwinden, womöglich sollten wir eine gemeinsame
Ideensammlung hierzu erstellen(?).

Mein Eindruck aus Erfahrung:

selbst bei Objekten, die als „WG-geeignet“ inseriert sind, bekomme ich mit ehrlichen Altersangaben keine Antwort (so war das mit WG wohl nicht gemeint?)
Ferner: ein/e Haus/Wohnung für, sagen wir, 4 Leute kostet mehr Miete als ein einzelner Wohngenosse zahlen könnte – wie machen wir es dann mit dem gerne verlangten
Einkommensnachweis/Verdienstbescheinigung. Drei-vier Rentenbescheide kopiert und auf Begleitblatt die Addition, das wird wohl rechnerisch stimmen, aber besonders sexy ist das nicht, oder?

Hier Ideen zu entwickeln, wie man einen überzeugenden Auftritt mit attraktiver Selbstdarstellung hinlegt – das wäre den
Schweiß der Edlen wert!

Zu der oben geschilderten Lage sei bemerkt, daß ich hier keine Vermieterschelte betreiben mag, denn aus deren Position betrachtet sind 60+ler als Mieter natürlich keine Langzeitperspektive für stabile Rendite, das kann ich gut verstehen. Man müßte mithin mit anderen Qualitäten überzeugen und Punkte machen
. . . bitte um gute Einfälle aller Art, auch gerne „verrückte“ Vorschläge,
Danke!


#8

Super Beitrag!

Das ist äußerst aufschlussreich und interessant!!

Danke fürs Schreiben und Mit-Teilen!

herzlicher Gruss
Rosina Kaiser


#9

Wir selber haben gerade unsere Wohnung an ein Ehepaar vermietet das über 70 Jahre alt ist. Keine WG - klar, aber weil es ja hier auch darum ging ob man als älterer Mensch überhaupt ein interessanter Mieter ist. Wir haben nach Gefühl entschieden und es macht uns sehr froh dieses Ehepaar so glücklich in der Wohnung zu sehen. Vorher hatten wir 2x an jüngere Leute vermietet. Diese sind jeweils recht schnell weitergezogen. Grund 1 Jobwechsel in eine andere Stadt. Grund 2 Familienvergrösserung. Diese Aspekte hat man bei einem älteren Mietern nicht.

Das Thema Senioren WG ist sicherlich ein spannender Ansatz. Aber ich glaube er funktioniert am ehesten aus einem Kreis von Menschen heraus die sich schon kennen oder zumindestens schon als Gruppe auf einen Mieter treffen. Denn sonst übernimmt der, der zuerst mietet um dann weitere Mieter hinzuzuholen ja das Risiko. Und das möchte kaum einer. Ich glaube die Variante das ein Vermieter gezielt nach Bewohnern für eine 50Plus Wg sucht sind sind fast nicht existent. Und Sie haben recht wenn man in einer Anzeige WG geeignet schreibt ist damit immer eine WG mit Menschen gemeint die z.B. noch studieren.


#10

Danke, Immobilienfee,

für den informativen Beitrag. Hilfreich finde ich den Hinweis auf die „verlässliche Sesshaftigkeit“ älterer Mieter.
Ferner finde ich einen Tip verborgen in Ihrem Text: Jawoll, erstmal allein (oder zu zweit) ein größeres Objekt mieten und dann Mitbewohner suchen.
Wer es ich leisten kann, für eine begrenzte „Startphase“ relativ viel Miete zu zahlen, sollte diesen Weg erwägen, einen Vorteil sehe ich darin,daß für WG-Platz-Suchende das Objekt der Begierde schon sichtbar und begehbar ist; ferner mag ein gewisser Druck (Zeit und Kosten) die Entscheidungsfreude „wen nehmen wir dazu“ beflügeln.
Ein reales WG-Projekt mit gewissen Unwägbarkeiten zu starten ist womöglich nützlicher als einen „perfekten“ Plan zu schmieden, der niemals umgesetzt wird.
Gruß
Simplicissimus


#11

Hallo,
ich denke, gerade ältere Menschen, zu denen ich auch gehöre, haben so ihre Eigenarten.
Das was den Einen ärgert oder sogar auf die Palme bringt, sieht der Andere ganz gelassen.
Für den auf der Palme sitzenden genau so unverständlich, wie für den Anderen.
Käme ich in die Versuchen eine WG zu gründen, würde ich erst einmal versuchen, in einer losen Runde Menschen zu finden,
die an einer WG interessiert sind und dann mit ihnen zusammen ein “Grundgesetz” oder die “10 Gebote” zu entwerfen.
Ich denke, mit Interessierten, die sich schon auf Regeln des Zusammenlebens geeinigt haben, lassen sich besser Räumlichkeiten zur Gründung einer WG finden.
Außerdem sieht der Vermieter von Räumlichkeiten, dass er es mit Menschen zu tun hat, die wissen was sie wollen und das auch dokumentiert haben,
was auch wieder in den Mietvertrag mit einfließen kann.

Viele Grüße aus Andalusien
H. J. Weber


#12

Wenn man einem Vermieter mehrere Mieter mit guter Bonität als WG vorstellt, dann hat er einen entscheidenden Vorteil, denn diese Gemeinschaft ist vermutlicher dauerhafter als eine Einzelvermietung.

Selbst eine Untrvermietung anzubieten ist finanziell riskant
Die Frage ist, wie überzeugend kann man seine Gemeinschaft vorstellen. Wenn es hier Zwiefel gibt dann wird man keinen Zuschlag bekommen.

Wir können uns in unserem Wohnprojekt durchaus eine Wohngemeinschaft in einer größéren Wohnung vorstellen. Aber auch hier gilt, man muß sich vorher kennen.

Mit freundlichen Grüßen

Wohnprojektbodensee


#13

Schönen Dank für den konstruktiven Beitrag – kommts gut ins Neue Jahr an Eurem internationalen Gewässer:grinning:

Simplicissimus


#14

also ich such seit längerer zeit in münchen eine bestehende wg oder suche leute die mit uns, meiner frau 59, berufstätig und ich 71, rentner eine gründen wollen. hätte auch noch einen 65 jährigen interessierten rentner im gepäck wenn es erforderlich sein soll.
problem: münchen hat fast keine wohnräume, wenn ja für normalos nicht bezahlbar.
wir sind aber wegen der berufstätigkeit und keinen führerschein meiner frau auf die stadt oder am rande wo noch die strassen- oder u-bahn hingeht.
habt ihr tipps, hilfe oder gar objekte für uns?
gottfried, 23.01.2018 münchen


#15

Hallo Gottfried,
hast Du es schon über Vereine im Umland probiert. Ich spiele z. B. Tischtennis da gibt es viele persönliche Vernetzungen wo man ältere Leute kennenlernen kann, die über entsprechenden Wohnraum verfügen aber auf die Vermietung nicht prinzipiell angewiesen sind.
Auch eine Wohnen gegen Hilfe Anzeige könnte erfolgreich sein. Ich bevorzuge die direkte Art. Ich gehe in ein Wohnviertel und schaue auf die Hausgröße und die Klingeln, dann entscheide ich ob ich die Menschen anspreche. Ab März sind die Menschen wieder im Garten, da gibt es direkten Kontakt. Unser Wohnprojekt habe ich über meine Fahrradtouren gefunden. 7 Wohnungen stadtnah aber nicht direkt in der Stadt.
In München wird der Wohnraum auch die nächsten Jahre noch teurer werden. Hier kann man als Rentner nicht mehr leben. Es ist wichtig den Wohnort langfristig richtig zu wählen. Umziehen kostet.
Von uns aus (Wangen) ist es zu weit zu pendeln. Aber ich bin selbst gelegentlich in München unterwegs. In Buchloe gibt es bezahlbaren Wohnraum mit Anbindung nach München. Direkte S-Bahnanbindung sind die Preise immer noch zu hoch.
Viel Erfolg beim Finden.

Gruß Ralph


#16

Super Idee, Ralph, das mit den Vereinen, mille grazie!:joy:
Simplicissimus


#17

Alles schoen und recht.
Aber: Wir haben bisher nette 19 Anfragen (fuer eine Einmietung bei einer WG) erhalten.
Allerdings: Fuer die Gruendung und spaetere Verwaltung hat sich niemand gemeldet oder bereit gefunden.
Also: So wird das nix… :roll_eyes:
Ciao
Janin