Für Altersrentner


#1

Ich möchte hier einige Informationen weitergeben, die ich benötigt habe, um bei den Finanzen meiner Bekannten (nennen wir sie Anna) neu zu regeln.
Anna ist Witwe, 69 Jahre, hat eine Tochter und hat bis zu ihrer Rente im Einzelhandel gearbeitet.
Ihr Ehemann war sein Leben lang freiberuflich tätig und ist verstorben als Anna 58 Jahre alt war;
er war nicht gesetzlich versichert, hatte Anna aber durch Kapitalanlagen sehr gut abgesichert.
Anna lebte bis vor kurzem in einer zu großen Wohnung, die sie nach ihrem Schlaganfall nur noch schwerlich verwalten konnte.
Annas Tochter ist vor dem 18 Lebensjahr erwerbsunfähig geworden, und bezieht eine durch die Grundsicherung aufgestockte Rente, wohnt in einer eigenen Wohnung und hat ihre Mutter seit dem Schlaganfall im Haushalt usw. tatkräftig unterstützt.
Anna bekommt für ihre berufliche Lebensleistung 845,00 Euro Rente

Ich möchte in den nächsten Tagen zu folgenden Dingen etwas berichten:

  1. 9/10 Regelung bei der Berechnungen der Beiträge für die Krankenversicherung der Rentner (KVdR)
    wurde 2017 entschärft; ggf. neue Anträge stellen.
  2. Kindergeld für ein erwerbsunfähiges Kind steht auch den Eltern zu, auch wenn das Kind die
    Grundsicherung bekommt und in einem eigenen Haushalt lebt.
  3. Beispielrechnung wie sich der WBS und das Wohngeld (auch bei WGs) auf die Miete auswirken
  4. Harmonisierung der gesetzlichen KK innerhalb der EU und die Vorteile (als gesetzlich versicherter
    Rentner) mit Wohnsitz im EU-Ausland, 2 vollwertige Versicherungskarten zu besitzen.

Heute etwas zu der 9/10 Regelung, die alle Altersrentner interessieren sollte, wenn sie in eine gesetzliche Krankenkasse einzahlen, aber als freiwillig Versicherte hohe Beiträge zahlen müssen.
Zu dem Thema habe ich hier einen sehr interessanten Beitrag verlinkt:


Bisher musste Anna etwa 15,5 % KK-Beiträge von 1015,00 Euro zahlen
Jetzt muss Anna nur noch unter 8% von 845,00 Euro zahlen,
Ersparnis: Fasst 100,00 Euro pro Monat
Hierbei hatte Anna noch Glück, denn ihr verstorbener Ehemann hatte die private Altersabsicherung in Kapitalanlagen angelegt, von denen keine Kapitalertragssteuer bezahlt werden muss.
Ansonsten hätte Anna von dem zusätzlichen Einnahmen (von etwa 800,00 Euro pro Monat) nochmals etwa 125 Euro monatlich an KK-Beiträgen zahlen müssen; plus bis zu 2 % der üblichen Zuzahlungen für Leistungen der KK.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut


#2

Heute zum Kindergeld für behinderte Kinder, die in einem eigenen Haushalt leben und eine durch die Grundsicherung aufgestockte Rente erhalten.
Hier konnte ich Anna auch aus eigener Erfahrung weiterhelfen, denn bisher hat die Gemeinde das Kindergeld, das Anna zusteht, gesetzeswidrig einkassiert.
Kindergeld steht den Eltern (lebenslang) zu, wenn das Kind vor dem 18. Lebensjahr mindestens 60% schwerbehindert geworden ist, auch wenn es in einer eigenen Wohnung lebt, die über die Grundsicherung finanziert wird.
Ich persönlich bekomme sogar das Kindergeld für unsere in Deutschland lebende Tochter nach Spanien gezahlt.
Allerdings muss das gezahlte Kindergeld wieder dem Kind zu gute kommen; worüber man Belege vorweisen muss.
Da das Kind aber kein Einkommen haben darf, geht es nur mit nicht geldwerten Zuwendungen, wie einen finanzierten Urlaub, neue Möbel, Handy, Fernseher, neue Klamotten usw.
Ich habe 2 Prozesse gegen die Kindergeldkasse geführt und beide gewonnen.
Anna hat Ihre Tochter natürlich auch immer unterstützt, hat aber nun im Monat 194,00 Euro mehr zur Verfügung

Nun hat Anna schon etwa 294,00 Euro mehr Geld im Monat zur Verfügung,
aber die Dicken Brocken von etwa 700 bis 800 Euro kommen noch erst in den nächsten Tagen.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut


#3

Anna ist nun nach ihrem verhältnismäßig leichten Schlaganfall in Pflegestufe II eingestuft worden, hat ihre zu große Wohnung aufgegeben und hat mit der Hilfe der Stadt eine Seniorenwohnung gefunden und bezogen.
Anna hat wegen ihrer niedrigen Rente Anspruch auf einen WBS und zahlt daher nun für die 50 qm Wohnung nicht die 11,25 Euro/qm Miete, sondern nur 5,50 Euro/qm.
Ersparnis zu ihren Mitbewohnern im selben Komplex: 287,50 Euro

Es verbleibt nun mit Nebenkosten die vom Vermieter erhoben werden können und der Miete
450,00 Euro
Davon erhält Anna 404,00 Euro als Wohngeld

  1. Ergebnis der Wohngeldberechnung für Anna
    Das für Sie errechnete Wohngeld beträgt 404,00 Euro monatlich.
    Folgende Daten wurden der Berechnung zugrunde gelegt:
    Allgemeine Angaben
    Wohnort: Münster
    Wohnverhältnisse: Hauptmieter(in) einer Wohnung oder eines Hauses
    Haushaltsmitglieder insgesamt: 1
    Wohngeldrechtlich zu berücksichtigende Haushaltsmitglieder: 1 Wohnraum Gesamtfläche: 50,00 m²
    Monatliche Miete
    Höhe der monatlichen Miete: 450,00 Euro, einschl. Nebenkosten
    In der Miete sind keine Heizkosten enthalten.
    In der Miete sind keine Kosten für die Erwärmung von Wasser enthalten.
    In der Miete sind keine sonstigen Kosten der Haushaltsenergie enthalten.
    In der Miete ist keine Vergütung für die Überlassung einer Garage enthalten.
    In der Miete ist keine Vergütung für die Überlassung eines Kfz-Stellplatzes enthalten.
    Jahreseinkommen
  2. Person:
    Leibrenten / Versorgungsbezüge: 845,00 Euro
    Werbungskosten dazu: 102,00 Euro
    Es werden Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt.

Das Haushaltsmitglied ist 100 % schwerbehindert oder unter 100 % schwerbehindert und wird häuslich oder teilstationär gepflegt.

Zusammen spart Anna nun mit dem WBS und dem Wohngeld 691,50 Euro
Plus die Einsparungen durch die neue 9/10 Regelung 100,00 Euro
Plus Kindergeld 194,00 Euro
Anna stehen nun mehr monatlich zur Verfügung 985,50 Euro

Hinzu kommen noch 316,00 Euro Pflegegeld für die Pflege die Annas Tochter erbringt.
Ist Annas Tochter verhindert, kann eine andere Person die Verhinderungspflege durchführen.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut F.