Eine Siedlung für Senioren?


#1

In diesem Forum geht es um gemeinschaftliches Wohnen.

Ich grenze das Thema mal auf gemeinschaftliches Wohnen im Alter ein.

Wie will ich da leben? Das ergibt sicher ganz viele Antworten und hängt sicher oft auch davon ab, wie alt und wie fit ich bin.

Vor Jahren wurde von Funk und Fernsehen viel über das erste Seniorendorf am Heideweg in Meppen berichtet. Ich habe es mir damals angesehen und auch Unterlagen zu dem Objekt angefordert. Heute sind dort alle zerstritten und haben den Antrag an die Stadt gestellt, den Begriff Seniorendorf aus der Bezeichnung heraus zu nehmen.

Sicher hat der „Baulöwe“ gut kassiert, aber wohl nicht alles am Konzept richtig gemacht und nicht alle Versprechen eingehalten. Ein Problem ist sicher auch, dass die Grundstücke nicht als Eigentumsgrundstücke verkauft wurden. So hat sich dort wohl viel Frust aufgestaut. Eigentlich keine gute Situation um den Ruhestand zu genießen.

Ein ähnliches Projekt wird in Baddeckenstedt umgesetzt. Ich hab mir die Seite von Viva60 im Internet angesehen. Es ist schon viel realisiert worden. Die Grundstücks- und Hauspreise scheinen mir von außen betrachtet nicht unbedingt niedrig. Muss aber zugeben, dass ich die Örtlichkeiten nicht kenne. Es scheint aber die Nachfrage dafür da zu sein.

Vor einigen Jahren habe ich auch so ein kleines Projekt angeschoben. Bin damit aber gescheitert. Es sollten 6 kleine Seniorenhäuser im Eigentum um einen Innenhof entstehen. Obwohl es im Bebauungsplan so vorgesehen war und auch in der Presse dafür Werbung gemacht wurde, habe ich Ältere nicht begeistern können. Letztendlich ist es eine normale kleine Siedlung mit 5 Eigenheimen geworden, wovon 4 Häuser von jungen Familien bewohnt werden.

Macht es Sinn für ältere Menschen eine eigene Siedlung auf zu legen um dessen Bedürfnisse besser zu bedienen, oder lässt man es besser, damit kein „Altengetto“ entsteht??

Würde mich über kritische Beiträge zu diesem Thema freuen.


#2

Nahein! Niemals! Siedlung für Senioren ist Outsourcing, weg damit dorthin wo sie nicht stören.
Ich bin selbst Seniorin und mich gruselt bei dem Gedanken, in einer Art Vor-Grab interniert zu sein.
Ich will lebendig bleiben so lange wie möglich. Eine Siedlung für Senioren halte ich für eine Bestrafung der Menschen, die immer im Sinne der Gesellschaft funktioniert haben. Schlimm finde ich auch, dass diese Senioren dann auch noch still und passiv alles hinnehmen, nicht aufmucken, um ja auf gar keinen Fall aufzufallen.
Mir fällt auf, dass von gewerblichen Bauträgern usw., gerne solche Modelle angeboten werden. Warum?
Ganz einfach: da kann man leicht Profit machen; man verkauft etwas, was als Lösung daher kommt, in Wirklichkeit aber neue Probleme schafft. Human ist das nicht!!


#3

Hallo Rena,

ich bin da mit meiner Meinung ganz nahe bei dir. Ich möchte auch so lange es geht „Mitten in der Gesellschaft“ sein.

Aber was ist, wenn ich alleine bin, ein großes Eigenheim habe, die Kinder in der Welt verstreut sind und bei mir erste gesundheitliche Probleme auftauchen???

Alleine in dem großen Haus bleiben. Die Unterhaltskosten des Hauses und die hohen Energiekosten von der kleinen Rente bezahlen??? Was ist, wenn ich die Treppe nicht mehr hoch komme und mein Schlafzimmer erreiche??

Mir einen Mitbewohner suchen um ihn an den Wohnungskosten zu beteiligen??

Oder starte ich noch einmal durch und tausche mein zu großes und energetisch schlechtes Haus gegen ein seniorengerechtes kleines Haus???

Oder gegen eine kleine Eigentumswohnung so zentral, dass ich alles zu Fuß erreichen kann.

Hier in der Region gibt es viele Eigenheime, die in die Jahre gekommen und wo nur eine Person wohnt. Hier hatte ich mit meiner Idee angesetzt, um ein kleines Care für Senioren zu schaffen wo man mitten drin ist, aber rechts und links Gleichgesinnte sind, die dieselbe Lebenssituation haben.

Ich hab es aber nicht geschafft es um zu setzen.

Wenn die Kinder ihr Elternhaus nicht haben wollen, kann ich es natürlich auch verkaufen und die Vermögenswerte für meine Lebensabend nutzen.

Sicher wollen Investoren Geld verdienen. Aber ich kann mir ja das für mich passende heraussuchen.

Hier hat ein Investor ein großes Gebäude mit 24 seniorengerechten Wohnungen um die 60m² Wohnfläche in günstiger Lage erstellt. Ich schließe nur einen Mietvertrag, aber keinen Betreuungsvertrag oder ähnliches ab. Aber unten ist die Sozialstation untergebracht und kann schnell Hilfe bringen, wenn ich es anfordere.

Würden sie so etwas als „Altengetto“ bezeichnen??

Wenn ich sehe, wie groß die Nachfrage da ist, muss ich einfach sagen, es wird ein vorhandener Bedarf bedient
.
LG
Heinz-Josef


#4

Hallo Heinz-Josef,

welche der aufgezählten Möglichkeiten im jeweiligen Fall will ich doch nicht quasi von außen entscheiden!
Aber Gemeinschaftswohnprojekte, ob WG oder seniorengerechte Wohnkomplexe sind doch überall möglich, nicht nur auf dem platten Land!
Mir geht es darum, zu vermitteln, dass es auch genug Leute gibt, die in der Stadt wohnen wollen; vielleicht gerade dann, wenn der Partner gestorben ist.
Sich auf Mitbewohner in einer WG einzulassen, mag nicht jedermanns Sache sein, aber ist sollte doch möglich sein, auch diesem potentielle Klientel, das “mitten in der Gesellschaft” sein will um nicht zu vereinsamen, etwas adäquates anzubieten. Ich kenne Beispiele, zB in Frankfurt am Main, zentral aber in grüner Umgebung und in einen gewachsenen Wohnviertel, wo es Geschäfte und Kneipen und auch Ärzte gibt.
Was ich besonders schlimm finde ist dies: so bald ein öffentliches Projekt geplant wird (kommt selten genug vor), wird die Frage überhaupt nicht mehr gestellt, wo die Menschen vielleicht gerne wohnen wollen. Es geht nur darum, wo die Preise am niedrigsten sind für Grundstücke oder sanierungsfähigen Altbau, also wieder nur um Profit. Menschen die - aus welchen Gründen auch immer - nicht zu der Millionärsklasse gehören, fallen oft durch das Raster.
Wenn es aus Gesundheitsgründen nicht mehr geht, alleine im großen Haus zu bleiben, sollte man, wenn es die finanzielle Ausstattung erlaubt, sowohl ein Projekt auf dem Lande als auch eines in der Stadt finden können. Das Angebot ist aber leider nicht ausgewogen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot, deswegen plädiere ich für ein vielseitiges und gut durchdachtes Angebot! Das ist alles.
Abschlußfrage: warum nicht einen Mitbewohner suchen? Das geht überall, nicht nur auf einem Bauernhof, sondern auch “mitten in der Gesellschaft”!


#5

Rena,

klar geht es überall, einen Mitbewohner suchen und sich die Kosten zu teilen.

Auf plus-WG findet man auch viele demensprechende Gesuche.

Die zufriedenstellenste Lösung ist, wenn man in seinem bestehendes Umfeld, eine Lösung finden kann.


#6

"Die zufriedenstellenste Lösung ist, wenn man in seinem bestehendes Umfeld, eine Lösung finden kann"
Zitat Heinz-Josef

Nicht jeder sieht das so. Das “bestehende Umfeld” war ja häufig mit einem Job (oder eben mit einem Partner) verbunden. Fällt ein Aspekt weg, entsteht eine Lücke und vielleicht auch Lust auf etwas Neues, Anderes.
Für jeden ist etwas anderes “zufriedenstellend”. Wer mag, kann sich ja gerne im bestehenden Umfeld für immer einrichten ohne sich neu zu orientieren. Aber man nicht darauf warten, dass Unterstützung von außen kommt, wenn man alles beim alten und gewohnten Umfeld lassen möchte. Sicher, man kann Glück haben. Glück haben ist aber eher die Ausnahme als die Regel.
Wer die Gelegenheit nutzen möchte, aktiv neue Möglichkeiten zu entdecken, sollte auch das tun können.
Ein Problem unserer Zeit ist es, dass alles pauschalisiert wird und Menschen bestenfalls noch als Nummer xy oder als Teil einer Teilmenge in einer Statistik wahr genommen werden.
Und wie die Lemminge fügen sich die meisten älteren Menschen dem Diktat des Marktes etc, anstatt eigene Lösungen zu entwickeln.


#7

Ich bin da ganz anderer Meinung!
Genau so eine Wohnmöglichkeit stelle ich mir vor.
Man kann nicht rechtzeitig genug anfangen, sich ein passendes Plätzchen für “später” zu schaffen.
Ich lebe bereits mein ganzes Leben in einem Haus. Zur Zeit in einem inzwischen zu großen Haus. Kann mir aber nicht vorstellen, irgendwann in einer kleinen 2- Zimmerwohnung zu wohnen. Dann doch lieber in einer kleinen Gemeinschaft.
Ich stelle mir maximal 6 Bungalows in einer Gemeinschaft vor.
Dieses Projekt muss man selbst schaffen. Da darf man sich nicht auf irgendwelche Investoren verlassen. Dann lässt es sich auch finanzieren, im Gegenteil, es gibt viele Vorteile.
Jeder hat seinen eigenen Grundstücksanteil und sein eigenes kleines Haus. Jeder so, wie er möchte.
Aber in einer Gemeinschaft getreu dem Motto, alles kann, nichts muss. Aufeinander achten und miteinander das Eine oder Andere unternehmen.
Genau so möchte ich leben und nicht irgendwo alleine in einem Heim enden. Gemeinsam kann man sich so viel mehr leisten, was alleine nicht möglich ist. Vom Pool bis zur Sauna könnte alles vorhanden sein und die anfallenden Arbeiten lässt man verrichten. So stelle ich mir mein Leben in Kürze vor. (Gemeinsam) Genießen und sich nicht im alter buckelig arbeiten.

Ich lebe in der Nähe von Passau. Hier ist nicht nur “die Welt noch in Ordnung”, sondern hier stimmen auch noch die Preise für Grundstücke etc…

Aber eben jeder so, wie er möchte!

Sollte Jemand den gleichen Wunsch haben, so könnte wir das gerne näher erörtern.


#8

Hallo Wally,

vielleicht mal eine Idee:

im einem neuen Baugebiet 2 Bauplätze nebeneinander reservieren. Dann aus dieser Fläche von vielleicht 1600m² 5 Grundstücke machen. Mit den einzelnen Käufern vereinbaren, dass eine gegenseitige Grenzbebauung zulässig ist, einen Architekt oder Bauträger suchen, der dann 5 Einzelobjekt, aber mit Harmonie zueinander plant und baut.

Eine Heizung für alle könnte ausreichen, aber es müssen Wärmemengenzähler eingebaut werden, damit es keinen Streit gibt. Mit den verschiedenen Versorgern versuchen einen Anschluss, aber mit 5 Abrechnungen zu vereinbaren.

In vielen Fällen müsste ein Tausch 1:1 Altbau gegen Neubau funktionieren. Man ist unter Seinesgleichen, aber in einer jungen Siedlung.

Ich würde immer auf Eigentumsgrundstücke bestehen. In dem im Eingang erwähnten Objekt soll es nach Wohneigentumsgesetz geregelt worden sein. Das findet normal Anwendung bei mehreren Eigentumswohnungen in einem Haus. Das würde in diesem Fall dann bedeuten, ich kann in meiner Wohnung machen was ich will, wenn ich aber auf dem Grundstück etwas verändern will, müssen alle Miteigentümer gefragt werden.

Im Vorfeld mal mit dem Stadtrat oder der Verwaltung reden. Es ist für sie doch nicht vom Nachteil wenn Ältere sich so organisieren, dass sie lange selbständig leben können und den Sozialkassen nicht zur Last fallen.

Auch mal den Hinweis geben, dass dann in der alten Siedlung 5 Immobilien frei werden, die von jungen Leuten für ihre Bedürfnisse ausgerichtet werden können.

LG
Heinz-Josef


#9

Hallo Heinz Josef,
ja, das kommt meinen Vorstellungen schon sehr entgegen.
Eine Problematik sehe ich bei der Abrechnung der Heizkosten. Die Anbieter wollen immer entweder einen Ansprechpartner oder aber getrennte Heizungen.
Aber das ist nur eine Detailfrage.
Mein Wunsch ist es auch, dass jeder sein Grundstückseigentum hat. Sollte evtl. diverse Extras auf einem Teil der Grundstücke gebaut werden (Pool. etc.) , dann könnte man eine gemeinschaftliche Parzelle dafür auswählen.
Jeder kann mit seinem Anteil machen, was er will. Er kann auch verkaufen bzw. vermieten, allerdings mit der Einschränkung, dass der künftige Bewohner dieses Hauses ein gewisses Alter haben sollte. (ab 60 Jahre).
So kann der Charakter bzw. der Sinn dieser Gemeinschaft erhalten bleiben.
Mir liegen bereits einige Angebote von Bauunternehmen vor.
Die meisten Häuser haben allerdings Gasheizung. Das ist vom Einbau her die günstigste Lösung.
Ich persönlich würde immer eine zusätzliche Heizquelle in meinem Haus haben wollen (Holzofen oder Herd in der Küche).
Würde gerne ein wenig Unabhängigkeit von der Energie erhalten. Holz gibt es immer, bei Gas etc. können schon mal Zweifel aufkommen oder aber die Preise explodieren ??
Ja, so in etwa stelle ich mir das vor.
Danke für Deine Anregungen.

Liebe Grüße

Wally


#10

Hallo Wally,

wenn dann ein Pool oder ähnliches mit einplant wird, macht es Sinn ein zusätzliches „Gemeinschaftsgrundstück“ zu haben.

Da dann dort den Poll und die Heizzentrale unterbringen. Der Wärmeverbrauch kann dann durch einen Wärmemengenzähler in jeder Wohnung erfasst werden. Die Warmwassererzeugung erfolgt in dem der Frischwasserspeicher in jeder Wohnung durch das Wärmenetz aufgeladen wird.

Ich hab z.B. eine Hackschnitzelheizung mit Nahwärmenetz für den ganzen Hof wo es so gemacht wird.

Viele bauen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ein. So etwas ist möglich. Dann für kalte Tage den Stückholzofen mit einplanen. So ist man nicht von der Gemeinschaftsheizung abhängig und die Investitionskosten halten sich auch noch in Grenzen. Ich habe mich aber mittlerweile gegen eine Wohnraumlüftung entschieden. Dafür besser gedämmt und mal lüften, in dem die Fenster geöffnet werden.

Wenn du schon die ersten Angebote eingeholt hast, würde ich versuchen, mit meinen „neuen zukünftigen Nachbarn“ eine Einigung zu erzielen und das Ganze in einem „Guss“ von einem Planungsbüro oder Generalunternehmer realisieren zu lassen.

Für den Fall, das Jemand aus der Gruppe sein Objekt verkauft, könnte man ein Vertragswerk mit den anderen Gruppenmitglieder untereinander vereinbaren, so dass sie ein Vorkaufrecht oder ein Mitspracherecht bei der Vergabe bekommen.

Heinz-Josef


#11

Hallo Wally,

vielleicht noch einen Gedanken:

Unsere Hackschnitzelheizung hat eine Leistung von 150kw. Der höchste gemessene Verbrauch war im Januar 2016 mit 103kw/h. Also haben wir noch Reserve, Es hängt ein Nahwämenetz von 530m mit 25 Wohneinheiten dran.

Wenn pro Wohneinheit nur 4kw abgenommen werden, könnte bei deiner angedachten Idee ein 25kw Gaswerttherme ausreichen. Die kann man in einem von außen zugänglichen Raum von 2m² irgendwo unterbringen.

Einen Holz Herd, Stückholzofen oder einen Pelletofen, kann sich dann ja Jeder bei Bedarf selber anschaffen.

Warum sollte nicht einer von euch Investoren selber einen Pool bauen? Ein anderer die Hobbywerkstatt und ein dritter den Billiarde Raum. So hat man immer einen Grund bei Interesse den Nachbarn aufzusuchen.

Heinz-Josef


#12

Hallo Heinz-Josef,
Danke für Deine gedankliche Unterstützung.

Ja, es wäre so viel möglich. Das mit dem separatem Grundstück hatte ich auch so im Kopf.
Bei vielen Dingen bzw. Anschaffungen bin ich auf der Suche nach einem Weg, der so wenig wie möglich
Ärger nach sich ziehen kann.
Wir “Alten” haben zwar viel Erfahrung, sind aber auch oft sehr festgefahren in unseren Handlungen bzw.
nicht immer so offen gegenüber Erneuerungen, wie es wünschenswert wäre.

Wenn auf einem sep. Grundstück Pool, Sauna etc. etc. verbaut werden würden, so kann man von vorne herein
evtl. Schwierigkeiten ausschließen. Da hat dann jeder Mitbewohner immer Zugang und kann unabhängig vom Nachbarn dieses Angebot nutzen.

Es ist nicht einfach, 6 verschiedene Parteien unter einen Hut zu bekommen.

Ich bin Wohnmobilfahrerin und in einem Forum für Alleinfahrer. Alle haben ein gewisses Alter und sind auch alleine unterwegs. Aber Einigkeit und Harmonie sind da schon eher ein Fremdwort, obwohl man sich nie zu lange sieht oder zu lange gemeinsam unterwegs ist.
Und trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass man die richtigen Leute finden kann.
Wenn ich mir ein Haus kaufe, dann muss ich froh sein, wenn ich das passende finde. Da kann ich nicht noch bei den Nachbarn klingeln, um festzustellen, ob die Menschen mir angenehm sind.
Ergo, selbst wenn es mal ärger geben sollte, dann kann sich jeder in sein Häuschen zurückziehen.

Ja, es gibt viel zu bedenken du wenn ich im Bekanntenkreis diese Idee vorstelle, dann raten mir die meisten ab.
Aber was ist die Alternative?
Irgendwann betreutes Wohnen? In einer kleinen Wohnung, Wand an Wand mit dem Nachbarn? Nein, das möchte ich nicht.
Wenn ich nachts Rückenschmerzen habe und ich möchte ein warmes Bad nehmen, dann tue ich das. Das geht aber nicht, wenn man Wand an Wand wohnt. Oder Musik hören oder nachts lange fernsehen etc., diese Freiheit hat man nur im Haus (und wenn es noch so klein ist).

Nun muss ich in meinen großen Garten und mich in der Hitze quälen, obwohl ich viel lieber ans Meer fahren würde!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

Wally


#13

Hallo ihr lieben,
ich habe eure Beiträge mal studiert, und würde gerne mal den Senf einer “jüngeren Generation” dazugeben.

Also ich bin noch recht jung und muss mich im Moment mit dem Thema “Senioren - was ist am besten” komplett auseinander setzen. Und ich muss sagen ich finde die Idee mit Senioren Siedlungen gar nicht so schlecht.

Ich nehme als Beispiel mal mein Problem um zu verdeutlichen warum ich diese Idee eigentlich ganz gut finde - sofern sie richtig ausgereift ist.

Mein Vater ist fast 80, meine Mutter ist nun vor 4 Monaten gestorben und mein Vater bleibt alleine zurück.
Jetzt haben wir, also mein Bruder und ich das Problem, dass wir beide Berufsbedingt nicht unbedingt in unmittelbarer Nähe von meinem alten Herren wohnen, was uns beiden ziemliche Bauchschmerzen macht. Wir wollen nicht, dass er irgendwo in ein Heim abgeschoben wird, also haben wir beide unabhängig voneinander ihm den Vorschlag gemacht ihn zu uns zu holen. Will er aber auch nicht, was wir verstehen können, da er so das Gefühl vermittelt bekommt er kann nichts mehr alleine machen.
Ich muss dazu sagen, mein Vater ist für sein Alter echt fit im Kopf, glasklar um genau zu sagen sein Handicap ist aber, dass er manchmal wegknickt, stürzt und alleine nicht hochkommt.
Und da würde sich eine “Seniorensiedlung” echt bezahlt machen. Er könnte praktisch alleine leben, sich versorgen und selbstständig sein, er wäre unter Altersgenossen, könnte ruhig leben und altersgerecht von Pflegepersonal außen versorgt werden wenn er es braucht.
Und dass alte Leute ganz anders leben als junge Hüpfer ist mir erst die letzten Monate richtig klar geworden. Sie brauchen gerechte Wohnungen, auf sie zugeschnitten, sie wollen nicht Tag und Nacht Hip Hop oder Techno von den Nachbarn um die Ohren gehauen bekommen, und sie wollen einerseits Sicherheit in Notfällen aber andererseits ihre Selbstständigkeit nicht aufgeben.

Leider ist aber auch mir klar, dass diese Idee noch in den Kinderschuhen steckt und noch lange nicht ausgereift ist…


#14

Hallo Lizzy,

ja, wenn man betroffen ist, bekommt man andere Gedanken……

Ich weiß nicht wie sie und ihr Bruder leben, und was für eine Familienkonstellation besteht??

Aus anderen Gründen habe ich im Internet mal nach Mobilheime geschaut. Ich könnte aus den Angeboten was herausfinden. Wenn es sich um ein gebrauchtes Objekt handelt, ist es auch bezahlbar.

Wenn jetzt bei einem von euch ein großer Garten vorhanden wäre, könnte doch ein Autokran so ein Teil in den Garten stellen und ihr Vater hätte sein eigenes Reich in eurer Nähe.

Könnte für beide Seiten einen Vorteil haben.

Eine „Familienzusammenführung“ aus Jung und Alt, würde so auch weniger Probleme bereiten.

Heinz-Josef


#15

Hallo Heinz - Josef,
Nein wir leben in Miete, mein Vater übrigens auch, was es ja so schwer macht - denn eine bezahlbare altersgerechte Mietwohnung zu bekommen ist im Moment beinahe unmöglich.

Wir diskutieren bei uns noch wie wir es am besten machen, mein Vater sagte er habe von Senioren WGs gehört und darum bin ich hier gelandet bei meiner Recherche .
Aber eine normale Senioren WG weiß ich eben nicht ob das das richtige wäre, da ja privat Senioren zusammen ziehen und eben keine Hilfe von aussen kommen würde. Ich setze mich jetzt morgen erstmal mit dem Pflegedienst zwecks Nottelefon in Verbindung dass wir erstmal ein wenig Sicherheit haben.


#16

Hallo Lizzy,

ich weiß nicht ob man hier einen Link hereinkopieren darf (wenn nicht, bitte an Admi, es zu löschen) ich tue es mal:

http://www.made-in-dinklage.de/im-herzen-der-stadt-wohnpark-alte-weberei-bietet-24-barrierefreie-wohnungen-mitten-in-dinklage/

Hier hat ein Investor ein Haus seniorengerecht gebaut. Jeder kann selbstständig in seiner Wohnung leben. Es gibt einen Gemeinschaftsraum. Wenn Hilfe gebraucht wird, kommt die Sozialstation die unten im Haus ihr Büro hat, und macht „Hausbesuche“.

Einen Betreuungsvertrag braucht man nicht abzuschließen.

Vielleicht finden sie ja in ihrer Gegend auch so etwas Ähnliches.

Viel Erfolg wünscht
Heinz-Josef

Nachtrag: Wenn ich schon am kopieren bin noch ein anderes Konzept, was ich mir mal angesehen habe:


#17

Bei uns gibt es was ähnliches da bin ich schon dran, da ist im Moment noch keine Wohnung frei aber sowas hatte mir vorgeschwebt weil ich ja weiß wie wichtig es gerade für meinen dad ist seine Selbstständigkeit zu behalten.

Ich wollte anhand des Beispiels auch nur mal in den raum werfen, dass ich diese Idee mit den Senioren Siedlungen echt gut finde und warum. Denn nicht jeder hat ein Eigenheim gerade in der heutigen Zeit. Und auch mein alter Herr ist von sowas nicht abgeneigt. Klar das Projekt ging leider etwas schief ( hatte den Bericht damals auch verfolgt) aber die Richtung war nicht schlecht. So in der Stadt 1 - 2 Häuser nur für Senioren z.B dementsprechend ausgestattet, die “Nachbarn” selbst Senioren also keine Gefahr dass dauerhaft Partys gefeiert werden und trotzdem mitten im Geschehen… also ich finde das wäre alles andere als ein dahin vegetieren bis das Ende kommt. Und es wäre sicher eine bessere Lösung als die Eltern in ein Altenheim abzuschieben - das käme für mich NIE in Frage


#18

Hallo Wally!

Es ist ja nicht so, dass ich eine Siedlung für Ältere grundsätzlich ablehen würde. Für Leute, die es sich leisten könnten (finanziell und zeitlich) und die es auch wollen, in einer solchen Siedlung zu wohnen, mag das eine ausgezeichnete Idee sein.
Aber es kann dauern und auf dem Weg dahin ist vieles zu bedenken, um nicht später die Entscheidung bedauern zu müssen.

Schneller umzusetzen ist es, das eigene, zu groß gewordene Umfeld entsprechend zu verändern, um es wieder für sich selbst und evtl auch für Mitbewohner attraktiv zu machen. Ob in der Stadt oder auf dem platten Land - das geht überall.
Ich selbst ziehe den grünen Gürtel einer nicht zu kleinen Stadt vor.


#19

Hallo E-Rena,
die Mieten steigen generell ins unermessliche. Da haben wir leider auch keine Unterstützung von unserer Regierung. Ganz im Gegenteil!
Es wird immer schwieriger, sich künftig den passenden Wohnraum leisten zu können.
Mein Haus hat 400 qm Wohnfläche, aufgeteilt in 2 Wohnungen plus ELW, ist aber trotz der Größe nicht geeignet, um darin in einer Gemeinschaft leben zu können.
Allerdings möchte ich das auch nicht auf so engem Raum.
Die Kosten in einem Altenheim liegen allerdings wesentlich höher. Da kann man sich dann eher eine Wohnung leisten, nur damit ist es nicht getan. Wir wollen ja so wohnen, damit man idealerweise in dieser Wohnung/Haus auch im Alter und auch dann noch wohnen kann, wenn man gepflegt werden muss. Das kann man dann privat organisieren.

Es stimmt, ich spreche mit einer solchen kleinen Anlage sicherlich nicht die Personen an, die mit einer kleinen Rente zurecht kommen müssen. Aber es gibt mit Sicherheit Personen, denen es geht wie mir. Das Haus wird bzw. ist inzwischen zu groß geworden und die viele Arbeit möchte man auch nicht mehr machen.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass ich, nachdem ich mein Haus verkauft habe, evtl. dieses Geld in das Projekt investiere. D.h. evtl. 2 Bungalows baue und dann einen vermiete. Wenn das nur 3 Personen machen würden, dann hätten wir schon unsere 6 Bungalows, das Geld wäre angelegt und 3 Bungalows könnten vermietet werden.
Wichtig wäre mir, dass man innerhalb dieser Anlage gepflegt werden kann. Sollte es im schlimmsten Fall soweit kommen, dass alle pflegebedürftig wären, ist es immer noch günstiger, Pflegekräfte anzustellen. Wenn man vergleicht, was ein Pflegeheim kostet und wie man darin behandelt wird, da kann man sich locker 2 Personen einstellen.
Die hätten dann sogar noch einen sehr angenehmen Job, weil es bestimmt familiärer zugeht.
Ich möchte einfach in keinem Heim enden. Das ist mein größter Wunsch und dies umzusetzen, sollte nicht so unmöglich sein.


#20

Hallo Wally!
wie bereits geschrieben geht es mir ja nicht darum, Deine Idee im Keim zu ersticken sondern auch weniger finanzkräftigen Menschen eine Alternative zu bieten.
Angebote für Leute, die Geld haben, gibt es wirklich en masse, eine weitere kann nicht schaden, aber ist eben nicht für alle geeignet. Die Mieten der vorhandenen Wohnungen werden ja nicht fallen, wenn es mehr hochwertigen Wohnraum gibt.
In Deinem Fall bin ich ein wenig erstaunt darum, wenn Du schreibst, auf so engem Raum (400 m²) kannst Du Dir eine kleine WG, mit einem oder 2 Mitgewohnern, so dass im Falle eines Falles auch noch eine Pflegekraft untergebracht werden könnte.
Ich weiß schon, manche Häuser sind schlecht geeignet, weil der Wohnbereich allein schon 100 und mehr m² Fläche hat, glaube aber trotzdem, dass da mit etwas Fantasie und Sachverstand etwas zu machen wäre.
Nochmal, es geht mir nicht darum, Deine Idee zu verwerfen. Wenn Du genug Energie hast, um das durchzuziehen, why not.
Du hast ja schon relativ gut überlegt, aber ich erkenne trotzdem viele Punkte, wo es früher oder später zu Problemen kommen kann, die Du jetzt nicht absehen kannst.
Ein großes Haus zu verkaufen, um das alles zu bewältigen, ist nicht gerade eine kleine Herausforderung und es gehört schon eine Portion Glück dazu, wenn alles planmäßig laufen soll und am Ende alle zufrieden sein sollen.