Ein paar Gedanken


#1

Hallo Ihr,

ich finde es spannend, mich mit diesem Thema als Option fürs Alter zu beschäftigen, interessant fand ich diese Seite zu finden und mich mit Euren hier geäußerten Ansichten und Vorstellungen zu beschäftigen. Ich hab fast alles gelesen, was Ihr geschrieben habt und ein bisschen hat das alles bei mir Erinnerungen lebendig werden lassen und auch schon den Nebel gelichtet, und Dinge geklärt. Vor diesem Hintergrund erlaube ich mir mal ein eigenes Thema zu erstellen - hauptsächlich mit Fragen. Ich würde mich freuen, mit Euch in einen Austausch zu gelangen. Eigentlich fällt mir ganz viel zu diesem Thema ein, ich will aber mal ganz langsam und selektiv beginnen. Mit ein paar Gedanken.

Als ich meine fast 20-jährige WG-Erfahrungen begonnen habe - und das ist fast 45 Jahre her, war die Motivation zum Einen ein Zweckgrund: Wir konnten uns Wohnungen, Häuser, Bauernhöfe nur mit diesem Konzept leisten. Das war schon eine tolle Idee. Andererseits herrschte damals natürlich auch eine gewisse Aufbruchstimmung, aus traditionellen Lebensformen auszubrechen, Alternativen zu probieren. Experimentell sein. Das war schon atemberaubend anders. Ich erinnere mich an tolle WGs, großartige Koch- und Fressgelage, totale Besäufnisse, heftige Partys, ewige Diskussionen, some sweet smell of colitas, Freundschaften, Liebesbeziehungen und daraus hervorgegangenen Kindern. An Beständigkeit - aber auch an das Gegenteil. An Spaß - aber auch an viel Stress. An ewig leergefressene Kühlschränke, nicht aufgetankte Autos, nicht bezahlte Kosten. Alle Arten von Animositäten, Erwartungsdiskrepanzen, Partneranbaggerei. Psychodrama. An einen ziemlichen Aufwand, alles abzusprechen und zu regeln, endlose Kompromisse und am Ende ging das allermeiste doch einfach auseinander, nicht selten im Streit, und man hat sich nicht selten gefragt, weshalb man überhaupt diesen ganzen Aufwand getrieben hat.

Warum ich das hier zur Sprache bringe? Ist das heutzutage anders? Ist es anders, nur weil man älter ist? Welche Erwartungshaltungen liegen hier vor? Wie realistisch sind diese?

Was meint ihr zu diesem Einstiegspost, der na klar kritischen Fragen einen Raum geben möchte?

Ich würde mich über eine lebhafte Beteiligung freuen.


#2

Hallo Albert,
tja, genauso war das damals, kann ich alles nur bestätigen, habe nochmal nachgelegt und so um die 35 Jahre WG bzw. Kommunenerfahrung zusammengebracht. Trotz all den Animositäten und Trennungen waren es aber ohne Zweifel doch die besten Jahre meines Lebens! Wenn nicht ich, wer dann sollte sich um neue Lebensformen bemühen. so habe ich das immer gesehen und uns war doch klar, dass Probleme und Trennungen in einer bürgerlichen Ehe für uns ja sowieso garantiert sind. Wir hatten und haben nichts zu verlieren.
Mir scheint, wir sind noch nicht am Ende unserer Erfahrungen angekommen, das Alter (ich bin 67) birgt noch viel Neues für uns und Altersheim und Alleinleben sind halt für uns Alt-WGler keine wirklich Alternative. Leider müssen wir uns eine passende Altersumgebung halt wieder selbst erschaffen, mit neuen Ideen, Mut zu Experimenten und viel Geduld. Vielleicht müssen wir uns aber jetzt mit mehr Bewusstheit und mehr selbstkritischer Reflektion erneut auf den Weg machen. Mich bewegen dazu wirklich ganz viele Fragen: was brauche ich wirklich, was bin ich bereit von meinen liebgewonnenen Gewohnheiten zu opfern, wieviel Nähe ertrage ich, welche Träume und Sehnsüchte trage ich in mir und über welche neuen Kommunikationsfähigkeiten verfüge ich, um das alles zum Ausdruck zu bringen?
Dieses Forum hier bei plusWG ist schon mal absolut super!! Vielleicht treffen sich hier wirklich, wie von dir bereits angesprochen, die Neuen Alten, die immer noch von denselben Fragen wie vor 40 Jahren “bewegt” werden und sich mehr vom Alter erhoffen, als nur ihre Ruhe zu haben.
Aber es ist wie damals, wir müssen Neues kreieren, das Alte, so schön es damals war, ist vorüber, vor allem weil wir uns ja selbst entwickelt haben und dafür wieder passende neue Lebensformen brauchen. Nur mit glänzenden Augen von den “alten Zeiten” zu erzählen ist ja auch eher peinlich…

Bin sehr gespannt, ob und was wir hier Neues ins Laufen bringen…


#3

Gute Frage; ist das anders wenn man älter ist?

Ich habe auch WG-Erfahrung, überwiegend positive, ist schon ca. 35 Jahre her; damals hatte ich eine sehr große Wohnung und auch Platz genug, nachdem die Kinder ausgezogen waren. Was lag also näher, als Zimmer Studenten zu vermieten. Vorteil in genau dieser Wohnung: es gab zwei Bäder und eine große Wohnküche. Aber wo gibt es sowas heute noch??? Ich bin damals ausgezogen, weil ich aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt gezogen bin.

Aber erst einmal zurück zu der damaligen WG. Als alleinstehende Frau dachte ich mir, es ist unkomplizierter, wenn ich mir weibliche Mitbewohner aussuche, und so war es auch. Hat super gut geklappt, aber ich habe mir die Mädels auch genau vorher angesehen. Ich habe damals drei Zimmer an zwei Personen vermietet, und die beiden Studentinnen mussten sich ein Bad teilen, während ich das andere für mich allein hatte. Eine der beiden ersten Mitbewohnerinnen blieb während ihres gesamten Studiums, die andere wegen eines Auslandssemesters früher. Andere kamen nach, auch wieder für längere Zeit, bis in einem Fall eine feste Beziehung Grund dafür war, die WG zu verlassen.

Hat mir damals richtig gut gefallen. Man konnte etwas zusammen unternehmen, manchmal. Aber man konnte sich ebenso gut zurückziehen. Alle Beteiligten haben von allen Möglichkeiten Gebrauch gemacht.
Wenige Ausnahmen hat es allerdings auch gegeben und da war ich dann froh, dass diese Person schnell wieder ausgezogen ist.

Abgesehen von den räumlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten denke ich, dass es mit zunehmendem Alter schwieriger ist. Nicht alle Menschen sind in der Lage, sich noch einmal auf ein solches Experiment einzulassen. Und wenn die Bereitschaft zu Kompromissen nicht da ist, sollte man es wirklich besser bleiben lassen.

Heute denke ich, dass es damals ein Glücksfall für mich war, aber Glück lässt sich nicht planen.
Die Erwartungen werden schon deshalb höher, weil man nicht mehr so viel Zeit hat (und vielleicht auch nicht mehr so belastbar ist wie in jüngeren Jahren), um im Falle eines Scheiterns notfalls auch noch einmal von vorne zu beginnen.


#4

Das wichtigste für das Gelingen solcher Wohngemeinschaften sind m.e. geeignete Immobilien.
Und da hapert es. Es gibt kein Bewußtsein dafür, dass es da entsprechenden Bedarf gibt.
Es wird überwiegend Luxus-Wohnraum für zwei Personen angeboten; daran kann am meisten verdient werden.
Es wäre vor allem auch Aufgabe des Staates, entsprechende Weichen zu stellen.


#5

Grüße dich Albert,

da ich in Mönchengladbach wohne, ist zwar der Wohnraum noch bezahlbar doch Wohngemeinschaften zu finden sehr schwierig. Irgendwie gibt es dies wesentlich mehr im Süddeutschen Raum. In meiner Jugend war dies für mich noch nicht so relevant in WG zu wohnen. Jetzt mit Ende sechzig habe ich auch mehr Kontakte zu jüngeren Menschen. Viele sind in meinem Alter relativ “unbeweglich”. Es ist für mich ein wichtiger Faktor, nach vorne zu schauen und aktiv zu bleiben.Deshalb auch meine Suche, wie und wo und mit wem könnte eine WG möglich sein.
Ja, wie Rena schreibt, mit so einer großen Wohnung und zwei Bäder z.B. dann ist Raum vorhanden.
Wenn Häuser vorhanden sind, dann sehr alt und stark sanierungsbedürftig. Wer bezahlt, hat das Geld ect.
Ich denke, das dies ganz realistisch überlegt sein soll.
Ich freue mich auf Antworten,reger Art!


#6

Vielen herzlichen Dank für Eure Antworten, die mich schon wieder darin bestärken, dass das alles ziemlich schwierig ist mit WGs im Alter.

Es gibt doch Millionen Arten von “in der Welt zu sein” und Dank der liberalen Zeit und Gesellschaft, in der wir leben, ist doch auch jede Einzelne in Ordnung. Diese Vielfältigkeit bedeutet ja aber keineswegs, dass alles miteinander kombinierbar wäre. Das ist auch nicht vorwurfsvoll gemeint und die Toleranz, die dazu erforderlich wäre, ist ja auch nicht einforderbar - denn sie wäre am Ende nicht lebbar.

Im besten Fall haben wir - sagen wir mal über 60jährige - unseren Weg gefunden. Wir haben unsere persönlichen Werte und Vorlieben, an denen wir hängen. Wir sind gleichsam gefestigte Persönlichkeiten. Wir leben vegetarisch, vielleicht vegan, vielleicht mögen wir aber auch bewusst Fleisch, die einen mögen rauchen überhaupt nicht, die anderen tuns trotzdem. Ist ja ein freies Land.

Die einen gehen achtsam und vorsichtig durchs Leben, andere exzessiv mit viel Lärm und Donner. Der eine lebt asketisch, der nächste genießt den guten Wein oder Joint am Abend. Für den einen ist Sexualität kein großes Thema mehr, der andere entscheidet sich grad andersrum und möchte es nochmal richtig krachen lassen.

Wir haben auch allesamt die Illusion hinter uns gelassen, unsterblich zu sein. Im Gegenteil - wir haben schon den ein und den anderen Freund auf seinem letzten Gang begleitet. Wir wissen, dass es uns jeden Tag treffen kann und dieses Wissen begrenzt unsere Projekte, die wir noch einzugehen bereit sind und bestimmt die Dimension unserer Perspektiven. Vielleicht sind wir noch topfit, vielleicht aber auch schon gesundheitlich angeschlagen.

Vielleicht blicken wir auf ein reiches Leben voller Glück zurück, vielleicht sind wir eher abgearbeitet, verletzt, verbraucht. Der eine sucht nochmal das große Abenteuer, die andere sehnt sich nach Ruhe, Harmonie und Stabilität.

So verschieden sind wir - und das ist jetzt nur eine rudimentärste Skizze.

Wie kann vor diesem Hintergund ein neues Zusammenfinden erfolgversprechend gelingen - was braucht es dazu?

Ich schreib das alles nicht um jemanden den Spaß zu verderben sondern mich interessiert, ob Ihr meine Gedanken nachvollziehen könnt und wie Ihr dazu steht.


#7

Hallo in die Runde
Ich bin ganz begeistert von euren Gedanken und Ideen und kann allem nur zustimmen ja so war es und auch immer wieder anders.Ich habe selbst nur 19 Jahre Wg -Erfahrung aber es blieb der Grundgedanke-- Toll wars und man war nie allein.
Nach Ehe und Kinderjahren mach ich mich jetzt mit 67 wieder auf den Wg-Weg.In Berlin Neukölln haben wir einen Verein der Wohn-Träumer(generations-übergreifend) gegründet und eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft gefunden die uns als Wohn-Projektgruppe unterstützt.In einem Neubau (Einzug vors,2019 ) werden wir Einzel-Atelier sowie auch eine Cluster (WG) anmieten können.Es wird im Vorfeld viel diskutiert und wir arbeiten hart am Gemeinschaftsgedanken und am ausgestalten des Miteinanders .
Wer Lust hat kann gern zu uns stossen und mit gestalten.Leider sind in den Cluster-Wohnungen davon gibt es 5 im Objekt keine WBS berechtigten Mieter eingeplant-das macht es etwas schwierig für uns --da alle die in einer WG wohnen möchten auch Wbsler sind.Es geht uns auch darum Kosten und Energie zu sparen.
Hier in Berlin sind viele auf dem Wg im Alter wieder in Wg ähnlicher Form zu sammen zu leben ,es fehlt an geeignetem Wohnraum und Bereitschaft der Investoren creativ zu bauen.Gruss marion


#8

Hallo Marion,
“Verein der Wohnträumer” gefällt mir richtig gut! Nach all den Gemeinschaftsprojekten, die ich in meinem Leben mitgestaltet habe, fehlt mir heute (67) schnell die power, um ein Gemeinschaftsprojekt auf der konkreten Ebene durchzuboxen und zu realisieren. Auf der anderen Seite begeistern mich nach wie vor neue Modelle des gemeinschaftlichen Wohnens, Arbeitens und Lebens und ich verfolge die Entwicklungen mit großem Interesse im Netz bzw. in Printmedien wie OYA und anderen. Vielleicht sind wir Alten aber gar nicht mehr als die “Macher” gefragt, sondern gerade als die Träumer, Visionäre und Ideenbringer? Könnte nicht darin unsere power liegen, mit der wir dem Neuen beständig Impulse geben, die jüngere Menschen aktiv zu einer neuen Realität ausformen. Die Aboriginies in Australien gehen auch davon aus, dass die Realität zuerst erträumt werden muss, das erscheint mir, je älter ich werde, eine zutreffende und mir entsprechende Sichtweise des Lebens. Im Falle von WGs für Menschen über 65 können wir uns ja tatsächlich auch nicht auf eine lange Tradition von konkreten Projekten berufen; vielmehr bewegen wir uns da im Unbekannten und Neuen und mir scheint, unsere Gemeinschaftserfahrungen aus jungen Jahren werden unseren veränderten Bedürfnissen nicht gerecht. Also lasst uns gemeinsam träumen und unsere Träume hier im Forum frei und offen austauschen, damit das Neue vielleicht noch für uns Realität werden kann! Vielleicht können wir ja hier im Forum eine Träumergruppe einrichten?


#9

Zwischen WG/Gemeinschaft habe ich mir die Nachbarschaft in Selbstverantwortung erträumt, in der auch dann weitergehende psychosoziale Bedürfnisse erfüllt werden könnten, wenn jemand alleine ist: www.zaertlichenachbarschaft.de

Herzlich
Tom


#10

Glück und Trauer…sind Momente. Wichtig ist als Basis, dass man Zufrieden ist.
LG


#11

och nee, Cantana, so platt mag ich das nicht stehen lassen mit dem “Zufriedensein”!
Zur Zufriedenheit gehört neben der Erfüllung unserer Grundbedürfnissen wie Nahrung, Dach über dem Kopf und Gesundheit auch Anerkennung und menschliche Zuwendung. Leider sind diese Grundvoraussetzungen für Zufriedenheit nicht selbstverständlich.
Zunehmend leben wir bzw. die meisten von uns in Gemeinschaften (Staaten) in welchen jeder Einzelne fast nur noch auf seinen Vorteil bedacht ist. Wem Energie und Durchhaltevermögen fehlen, schafft es oft nicht, mitzuhalten in einem gnadenlosen Verdrängungskampf. Und einmal durch ein bestimmtes Raster gefallen, bekommt nicht jeder automatisch eine zweite Chance.
Was soll uns (auch dir selbst) Dein Statement sagen? Soll es etwa bedeuten, dass es keinen Sinn hat, Veränderungen/Verbesserungen anzustreben? Ich sehe gerade hier das Problem: Veränderungen generell zuzulassen ist ein Privileg der jungen Generation. Mit zunehmendem Alter werden Menschen oft starrer, erwarten von anderen diese “Bewegung”, anstatt sich auch selbst in Bewegung zu setzen. Diese zunehmende “Bewegungs-Unfähigkeit” ist zwar verständlich, aber auch ursächlich dafür, dass man keine positive Veränderung der Lebensumstände mehr erfahren wird und sich schließlich resigniert und im Idealfall zufrieden mit einer Situation abfindet und sich anpasst. Sterben auf Raten. Müsste nicht sein, aber ist häufig die Folge von Vereinsamung inmitten einer Gesellschaft, die auf Spaß und kaum noch auf Menschlichkeit angelegt ist.
Viele Statistiken können diese gesellschaftliche Entwicklung belegen. Indem wir hinzunehmen bereit sind, dass einzelne Personen nicht mehr die Beachtung finden, die eigentlich jedem Menschen zustehen sollte, wird die Tendenz zum menschenverachtenden “Outsourcen” von bestimmten Randgruppen weiter zunehmen. Beispiel: alleinerziehende Mütter und ihre Kinder oder Rentner, die von Armut bedroht sind.
In Talkshows kommen solche Schicksale vor als ein Prozentsatz, das einzelne Schicksal wird nicht beachtet. “sind ja nur 3%!” Ich behaupte, jedes einzelne menschliche Schicksal spielt eine Rolle dafür, ob Humanität zur Phrase verkommt oder als wirklicher Wert gelebt werden kann.


#12

Hallo Ihr Träumer, Marion, Tom und Nomade,

Träume sind eine Ebene, die auf jeden Fall eine Berechtigung hat.
Aber Träumen genügt nicht, irgendwann muss ein erster kleiner Schritt zur Realisierung folgen, wenn man ein Ziel verfolgt.
Gemeinsam Träumen mag schön und auch kreativ sein, aber wenn dann niemand da ist, der solche Träume aufgreift und daraus realisierbare neue Lebensformen zu entwickeln in der Lage ist, hilft das auch nicht weiter.

Also, Träumer und Realisierer, verbündet euch!:heart_eyes:

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es an geeigneten Immobilien und Räumlichkeiten für neue und Erfolg versprechende Lebens- und Wohnformen fehlt und sehe hier auf jeden Fall auch unseren Staat in der Pflicht, an dessen Gestaltung wir alle mitzuwirken aufgerufen sind.

Träumt weiter, liebe Leute, aber bedenkt dabei bitte, dass Leben sich parallel ereignet. Wenn wir nicht aufpassen, überrollt es uns.

Alles Gute und viel Glück!


#13

Hallo E-Rena
Ich träume schon lange nicht mehr sondern habe zusmmen mit vielen anderen einen Verein gegründet --stehe kurz vor der Realisierung Gemeinschaftsprojekts .
Darüber hinaus haben wir uns zu einem WWohnprojekteverbund zusamm geschlossen und sind in Berlin politisch aktiv.So wird aus Traum Wirklichkeit macht aber viel Arbeit.
Besucht uns mal http://wohnprojekteberlin.wordpress.com
Wohntraum ev .Urban -living-Projekt-Briesestr.


#14

Grüß Euch!

habe leider fast keine WG Erfahung, wollte aber immer schon mit wem zusammenwohnen. Hat sich nie ergeben. Nun habe ich also dieses tolle Bauernhaus und genügend Platz für eine(n) Mitbewohner(in), aber alle Versuche sind zumeist schon beim ersten Telefonat oder Kontaktversuch gescheitert. Inzwischen bin ich sehr skeptisch geworden. Die Leute sind so komisch, also so ganz anders, wie ich mir das vorgestellt hätte. Als kämen sie (oder ich?) gerade von einem anderen Planeten. Ich stelle fest, daß einige so eine verklärte wildromantische Vorstellung haben vom Leben auf dem Land. Es ist einsam und man braucht ein Auto. Es gibt keine Vergnügungen außer den Rasen zu mähen. Ich möchte eigentlich auch nicht jemanden da haben, der 24 Stunden anwesend ist. Befürchte, daß man sich da doch schnell auf die Nerven geht, wenn man nicht wirklich gleich gestrickt ist. Also mein Idealismus, daß es einfach billiger, praktischer und unterhaltsamer ist, miteinander ein Haus zu teilen zerbröselt langsam an der nicht gegebenen Umsetzbarkeit aufgrund der Nichtvereinbarkeit von mir und denen, die mir über den Weg laufen.
Schade.

Bitte nicht böse sein, wenn ich mich auf evtl. Antworten nicht gleich melde, ich habe nur hin und wieder einen Computer da. (Geliehen vom KInd :wink: )


#15

Hallo Karin,

ich habe auch nie in einer WG gelebt. Kenne aber von Kindesbeinen das Leben in einer Mehrgenerationsfamilie auf dem Bauernhof.

Daraus ist meine Idee des Zusammenlebens auf dem Bussjans Hof entstanden.
Um es vorweg zu sagen: Es funktioniert.

Aber nicht immer gleich gut. Dann hat hier mal Jemand einen „Furz“ quer sitzen und dann regt sich Jemand auf, weil der Hund der Nachbarin auf den Rasen gekackt hat. Manchmal freut man sich, wenn sich Jemand wieder verabschiedet. Musste auch schon mal Jemanden kündigen, weil er versuchte, mir meinen Hof durcheinander zu bringen.

Das Emotion eine große Rolle ist bekannt. Auch verändern sich Menschen in ihren Leben.

Manchmal schaut man sich die Menschen an, und hat kleine Vorbehalte ob es mit der Sauberkeit wohl klappt und dann kommt es umgekehrt und die Wohnung ist immer tipitopi.

Oder man hat keine Bedenken, dann wird aber unverhofft die Frau gewechselt und der Haushalt geht unter und die Wohnung gerät in Gefahr.

Ich halte heute Unterlagen bereit, die die Situation auf dem Hof gut beschreiben. Vielleicht stört sich Jemand daran, aber in den Unterlagen ist auch klar ausgedrückt welche Menschen wir nicht auf dem Hof haben möchten.

Aber, so geht man einigen Konflikten aus dem Weg. Ich habe bisher noch keinen Leerstand gehabt.

Wünsche dir, dass du auch noch Jemanden findest, mit dem du in räumlicher Nähe zusammen leben kannst.

Heinz-Josef


#16

Servus Heinz Josef!

danke für die Antwort. In einem Wohnprojekt, wo mehr Leute wohnen, noch dazu in eigenen Wohnungen verhält sich das wohl auch wieder anders, als das eigene Haus mit einer Person zu teilen. Ich hatte mal für ein halbes Jahr eine Frau hier wohnen, die jedesmal die Tür zufallen ließ, mit harten Absätzen im Stechschritt auf dem Holzboden rumtackerte, von früh 8 bis abends 6 die Waschmaschine laufen ließ (für jeweils 5 Wäschestücke), und jeden Tag nur Leberkässemmeln aß. Ich vermiete auch meinen Pferdestall und habe da schon Dinge erlebt, da stellt es einem die Haare auf. Da tun Leute Dinge, die man im Traum nicht für möglich gehalten hätte.
Das ist es, was einem Angst macht, daß man das, was man da schon erlebt hat auf keinen Fall nochmal haben will, oder gar noch krasseres.
Ich akzeptiere es auch, wenn mir das Schicksal eine WG verweigert, vielleicht ist es ja auch besser so? :wink:


#17

Hallo silberdistl,
nicht verzagen … gut Ding braucht Weil … ein Herzenswunsch ist da, um gelebt zu werden … wenn das gleiche Strickmuster in Erscheinung tritt, was sich mit Herzintelligenz erkennen lässt, dann könnte es richtig schön werden … mitten auf’m Land in der Abgeschiedenheit beim Rasen mähen … :slight_smile:
LG AnTali


#18

Liebe Rena,

ich lebe schon ganz lange sozusagen in WG-Situation, weil ich ein Zimmer in meiner großzügigen und praktisch geschnittenen Wohnung untervermiete. Meine Untermieter sind allerdings Mieter. Wir müssen nichts gemeinsam haben.

Ich hatte schon ‘Den Geist’, ein Typ, der morgens weg war, wenn ich aufstand, abends völlig lautlos hereinhuschte und zum Sport ging und später genauso lautlos wieder heimkam, um in seinem Zimmer zum Schlafen zu verschwinden. Am Wochenende war er nie da. Wenn ich morgens aufstand, stand eine Kaffeetasse, ein Teller und ein Messer da (was in die Spülmaschine zu räumen nicht möglich war); ich hatte ‘Den Mehlwurm’, ein Informatik-Student, der 6 von 7 Tagen im Bett lag und von da per Computer sein Leben lebte. Der ‘Mehlwurm’ stand nur auf, um Mega-boxen-weise Honey-Pops oder eine andere süße Cerealie zu vertilgen oder - egal was - in den Ofen zu packen. Von ganze Packung Fischstäbchen bis Großpackung Knackwürste. Der ‘Mehlwurm’ blieb nicht lange. Die ‘Diva’, die darauf bestand, dass ich nachts den Heizungsregler gefälligst auf 28°C hochfahren sollte, was ich verweigerte, da ich ihr einen Daunendecke gegeben hatte, die ausreichend warm war, um auch mit 18°C zurechtzukommen. Aber wenn sie dann das Bein heraushängen ließ, wurde das ganz kalt… Auch wir wurden keine Freunde. Da war der ‘Fremdgeher’, ein junger Türke, der mit einem Mädel aus Paderborn zusammen war, mit der er auch schlief, der aber zugleich eine Freundin in Hannover hatte, mit der er NICHT schlief, weil er die vielleicht heiraten wollte.

Ich könnte die Liste noch lange fortsetzen.

Ich weiß, dass ich WG-tauglich bin, weil ich große Geduld habe und Menschen liebe. Für eine ALTEN-WG würde ich mir wünschen, dass man seine eigenen Räume hat, aber auch mal was gemeinsam macht.

Sicher ist das eine Zweckgemeinschaft. Aber ich würde mich freuen, wenn man mal gemeinsam kocht oder was unternimmt.

LG


#19

tja, so hätte ich mir das gedacht - aber die Wirklichkeit schaut halt leider ganz anders aus.


#20

Da liegt wohl das Manko. Internet gibt es demnächst auch auf dem Lande und ein Computer gibt es auf dem Gebrauchtmarkt für wenig €. Ist man damit ausgestattet lässt sich schnell vom Computer ein Videoclip ( 3- 4 Minuten ) auf Youtube kostenlos hochladen. Damit erhält der Suchende schon sehr viel Info.
Ich war in meinem Leben außer der Kinder und Jugendzeit Vermieter und habe hier einige Erfahrungen sammeln können. Ob Häuser Wohnungen oder Zimmer zur Not vermiete ich auch mein Fahrrad ! schöne Grüße aus dem Emsland