Eigene Bedürfnisse - Was will ich?


#1

Wer sein Ziel kennt, wird irgendwann auch dort ankommen.
Nach unseren Erfahrungen scheint es aber vielen Menschen nicht leicht zu fallen zu formulieren, was sie denn von einer Wohngemeinschaft erwarten und was sie einbringen können und wollen.
Es hilft wenn man für sich formuliert:

  • Wie intensiv soll die Bindung zwischen den Menschen sein

  • Wieviel Zeit will und kann ich in / für die Gemeinschaft einbringen

  • Was möchte ich in der Gemeinschaft machen?

  • Welchen Anspruch an den Wohnraum und die Kosten habe ich?

  • Was sind meine Stärken und Schwächen?

  • Mit welchen Situationen bei meinen Mitbewohnern habe ich Schwierigkeiten?

  • Wann will ich konkret einziehen?

Wir freuen uns über weitere Anregungen und hoffen mit unserem Beitrag etwas angestoßen zu haben. Wie waren Eure Erfahrungen bei der Ermittlung der Bedürfnisse?

Grüße aus dem Wohnprojektbodensee


#2

Darf ich mir das kopieren zum Ausdrucken?..sind gute Fragen :+1:


#3

hallo
ich bin hoffe jetzt nicht falsches hier zu schreiben . Ich bin 61 Rentnerin und könnte mir vorstellen in einer WG zu leben.
Ich habe meine Lebensumstände und meinen Wohnort vor einem Jahr schon komplett erneuert. Jetzt bin ich auf dem Weg ans Meer. Am Meer leben ist mein Traum. Da ich nicht kaufen kann finde ich hier vielleicht Kontakte zu jemandem der eine Mitbewohnerin die Miete zahlt und sich gerne in eine Wohngemeinschaft einbringt.
vielen Dank
nicole


#4

Hallo an den Bodensee!

Genau das sind die richtigen Fragen, die sich die Interessenten, aber auch die bereits dort Wohnenden stellen müssen. Das hat schon was mit dem Matching bei Partnerschaftsbörsen gemeinsam.

Dazu passt dieser Beitrag von Förste & Kreuz: https://www.foerster-kreuz.com/probearbeitstage-bewerbungsgespraeche/

Eine Bewerberkonkurrenz wie bei begehrten Studenten-WGs ist sicher nicht gut (da schüttelt es mich heute noch), auch ein kurzes Treffen wird meist nicht ausreichen. Insbesondere, weil bei konsensorientierten Entscheidungen alle die Neuen getroffen haben sollten. Nicht immer sind alle zum gleichen Zeitpunkt da (wie bei uns rund 20 Mitbewohnern).

Selbst beim Kauf von Eigentumswohnungen im Projekt (da zählt zwar die Bereitschaft, zu investieren, besonders stark) muss die Chemie stimmen. Sonst ist man gleich beim Mehrfamilienhaus. Und genau das wollen wir ja nicht.

Wir freuen uns immer, wenn Menschen bereit sind, ein paar Tage mit uns zu verbringen und Hausgemeinschaft, Ort und Umgebung kennenzulernen. Wir rollen zwar nicht den roten Teppich aus, aber wir kümmern uns reihum um sie. Gerade in den Einzelgesprächen bei gemeinsamen Unternehmungen öffnen sich die Menschen, weil diese stressige Bewerbungssituation entfällt. So ganz im Privaten Frühstücken, Spazieren/Wandern, Tipps für Exkursionen geben, Mitnehmen zum Sport, Kirche, Chor,… je nach Interessenslage und Autonomiebedürfnis der Interessenten. Je nach Wochentag gibt es auch Gruppenaktivitäten, zum Beispiel der wöchentliche Kaminabend oder ein gelegentlicher Brunch am Sonntag.

Im Haus haben wir zwei Gästezimmer mit Bad, die die Interessenten (gegen Benutzungsobulus) gern bewohnen können. Auch können sie die Küche im Gemeinschaftsraum nutzen.

So gewinnen wir gegenseitig einen meist genauen Eindruck von einander. In beinahe allen Fällen war es so, dass die Gruppe wie auch die Interessenten zum selben Ergebnis kamen: Passt / passt nicht.

Gutes Gelingen!
www.am-lappach-wohnen.de/freie-wohnungen.html


#5

Hallo Nicole ist Deine Suche noch aktuell, dann würde ich mich sehr gerne mit Dir austauschen.


#6

Hi, liebe Frau Nicole,
lebst Du schon am Meer?

wir leben schon viele Jahre im Südwesten Portugals, Costa
Vicentina, zwischen Sagres und Aljezur (auf Youtube gibt es recht
viel zu ‘Carrapateira, Praia Bordeira + Praia Amado’ zu sehen …
wir wohnen gegenueber ersterer …nur die Duenen und ein
wundersam schoener Schirmpinienwald sind dazwischen’ …1 Zimmer
stuende zur Verfügung, der ‘Rest’ wie Badezimmer, Wohnküche,
Speisekammer, Aussenküche zum Sitzen, Solarkocher, Garten …ist
für uns gemeinsam…;
1 Platz für einen Wohnwagen (mit Strom und Wasser) haben wir auch!

Überlege es Dir und ruf’ mich bei Interesse an: 00351 922138931
oder, schreib’ uns eine mail:
o.cheiro.do.amor@gmail.com

Ich erzähle Dir dann gerne mehr!

ODER: ‘Probewohnen’, 1 Monat hier ‘Ferien’ machen

(das Zimmer könnten wir Dir für 15 Euro/Tag oder 300 Euro
für 1 Monat anbieten)

…langfristig wäre Dein Mitleb-Anteil 220 Euro
inkl. Strom, Wasser…dazu käme jeden Monat oder jeden Zweiten (je nach Verbrauch) 1 Flasche Gas, ca. 27 eu - letzteres natuerlich nur
bei Deiner Anwesenheit.

Mit Dir würden 3 Menschen hier SEIN (Johannes, Eva und Nicole -
alle 3 in den Anfangs-Sechzigern) …mit viel Kontakt zu jungen
Freunden, zur hier recht grandiosen Natur, zur Stille, zum Wind…,


#7

Danke für die anregenden Fragen. Die ich beantworten konnte. Für mich gibt es eine Erweiterung.

Wäre ich noch jung und ein Durchreisender. Würde ich die WG wechseln wie die Turnschuhe, dann gäbe es diese Fragen nicht.
.
Fragen an mich gestellt:

Von welchem Hausrat kann ich mich trennen? Wie komme ich in einer Gemeinschaftsküche zurecht? (lebe fast ausschließlich vegetarisch)

Wo bringe ich in einer Gemeinschaftsküche meine Küchengeräte und Lebensmittel unter?

Müsste ich mich auf ein Zimmer beschränken, wie groß müsste es sein?

(z.Z. wohne ich alleine in einem Rehenhaus zur Miete. Für diese Miete, bekomme ich gerade ein kleines Zimmer in einer WG plus Nutzung von Gemeinschafträumen. Soweit ich die Angebote bisher verfolgen konnte. Und ein höherer Preis wäre mit meiner Rente nicht möglich. Mein Zeug verteilt sich jetzt über 3 Etagen. 4 wenn ich den Keller dazu zähle. Weckgläser, Entsafter, Flaschen für Saft, Werkzeug, Gartengeräte, Regenwasser-Tonnen usw. Also Gebrauchsgegenstände, kein Sperrmüll.

“Wohnprojektbodensee” meinte hier einmal: “Beim Aussortieren können wir nicht helfen”. Oder so ähnlich wurde es formuliert. :slight_smile:

Ein Probewohnen mit meinem abgespecktem Zeuch, fällt für mich flach.

Entweder, oder! Ganz oder gar nicht!

Alleine mein Malzeug füllt einen Schrank. Und für den Schrank benötige ich eine Wand.
Ich benötige also Nebengelass. Selbstverständlich kann ich einen großen Teil der Gemeinschaft zur Nutzung überlassen. Gartengeräte, Werkzeug, Blumentöpfe, usw.
Auch hochwertige Küchengeräte. 35 bis 40 m² müsste aber mein persönlicher Rückzug bemessen. Falls ich keinen Nebengelass nutzen kann. Von ca. 3000 Büchern habe ich mich bereits getrennt. Und von all dem, was ich nicht oder nur ganz selten wirklich nutze. Zur Lebensqualität gehört für mich auch artgerechtes Wohnen dazu. Und dazu gehört auch räumliche Großzügigkeit.)

Sicherlich können all diese Fragen nach örtlicher Besichtigung leicht beantwortet werden.
Dennoch ist es von Vorteil für mich, mich diesen Fragen allgemein zu stellen.

In jedem Fall muss es sich lohnen, für alle Beteiligten.
Der Mehrwert für Alle sollte offensichtlich sein.

Dann löst sich Vieles von selbst.

Liebe Grüße, gutes Heute, Ostara


#8

Hallo Ostara,
beim Probewohnen muß man differenzieren ob es sich um ein kurzfristiges Wohnen zum kennenlernen handelt, was in der Regel einige Wochen dauert, oder ob es sich um das Probewohnen in der Regel 1-2 Jahre handelt, bis beide Seiten wissen, ob man miteinander kann. Letzteres geht natürlich nur mit dem kompletten üblichen Hausrat, den die Menschen in einer normalen Mietwohnung haben. Ersteres nur mit kleinem Gepäck, wie man dies üblicherweise in eine Ferienwohnung mitnimmt.

Wir hatten sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Bewohnern. Manche kamen extrem spartanisch mit ganz wenigen Dingen und andere hingegen kamen mit großen Möbelspeditionen. Beides ist grundsätzlich möglich. Klarheit sollte jedoch darin bestehen, was im Gemeinschaftsbereich steht. Wenn jeder für sich das Recht ableitet in den Gemeinschaftsbereich das abzustellen, was im individuellen Wohnraum stört, dann entwickelt sich der gemeinschaftliche Wohnraum zur Rumpelkammer.
Wir haben hier klare Regeln bei uns, deshalb ist es optisch ansprechend und der Reinigungsaufwand hält sich in Grenzen.
Zum Thema Geld gibt es schon genügend Beiträge zum gemeinschaftliches Wohnen.
Wichtig ist es zu klären, spricht man von Wohngemeinschaft, das ist billiger oder spricht man von Wohnprojekt mit individuellen Wohnungen und zusätzlichen Gemeinschaftsflächen. Hier
ist in der Regel das Wohnen etwas teurer als eine individuelle Wohnung da man insgesamt mehr Flächen (zusätzliche Gemeinschaftsflächen) zur Verfügung hat.
Sparen kann man dann in der Lebenshaltung, wenn man Auto oder andere Dinge teilt.
Wenn der Schwerpunkt jedoch beim günstigen Wohnen liegt, empfehle ich in Gebiete mit billigerer Miete zu ziehen, hier kann man richtig sparen. So gibt es in Deutschland Gebiete für 15€ und mehr Kaltmiete pro Quadratmeter pro Monat. Es gibt jedoch auch Gebiete wo man teilweise sogar unter 5€/qm bezahlt.
Ich glaube wir sind erst am Anfang einer Verarmung der Gesellschaft, denn die Renten der nächsten Generation speziell bei Frauen, sind vermutlich so niedrig, dass hier kaum Alternativen für das Wohnen möglich sind.
Besonders viel sparen kann man, wenn man vorher reichlich überlegt, was sind meine Bedürfnisse wo und wie will ich wohnen und sich langfristig richtig orientiert. Falsche Entscheidungen kosten alle Beteiligten viel Geld, weil ein Umzug immer Kosten bedeutet. Wir sind immer wieder überrascht wie schnell Menschen Entscheidungen bezüglich dem Wohnen fällen. Wer hier bei der Auswahl spart, wird dies am Ende teuer bezahlen!
Viele Grüße an alle Suchenden.
Ralph


#9

Hallo lieber Ralph
danke für Dein Eingehen auf meine Zeilen. Auch für die Tipps. Ja, genau so ist es. Ich habe 45 Jahre gearbeitet. Für 3 Kinder ziehe ich mal 3 Jahre ab. In der Zeit war ich zu Hause.
In diesen Babyjahren wurde aber weiter in die Rente einbezahlt. Dann habe ich mir mit meinem Mann die Klinke in die Hand gegeben. Damit die Kinder bis zum 3. Lebensjahr zu Hause bleiben konnten. Ich lag in der Vorschau mal bei 1600 DM, heute erhalte ich bummelige 650 €. Von der Mini-Witwenrente will ich erst gar nicht reden. Das hat andere Ursachen. Bei 930 € bin ich kein Sozialfall. “Mit so ist es”, da oben, meine ich, dass ich das auch so sehe wie Du. Es wird eine Flut von Armutsrentner in der kommenden Zeit geben. Weiter will ich garnicht denken. Ich klammere hier mal die jüngeren Generationen aus.
Wie das dann mit den rasant steigenden Mieten wird, können wir nur ahnen. Frauen aus den alten Bundesländern bekommen so viele Arbeitsjahre kaum zusammen. Und die Frauen aus den neuen Bundesländern haben zwar die Arbeitsjahre, aber hatten dafür die geringen Löhne. Eine davon bin ich. Und vielleicht auch sooo schlecht nicht gestellt.

Euer Wohnprojekt interessiert mich schon sehr. Werde es auch nicht aus den Augen verlieren. Aus vielerlei Gründen ist da in mir eine Resonanz.

Vorerst schaue ich mir ein Angebot an, was so scheint, als wäre es auf mich zugeschnitten. Mal sehen!

Das Anbieten von Probewohnen ist nicht nur ein Geschenk, sondern tatsächlich notwendig.
Für alle Beteiligten. (Selbst eine Ehe auf Probe oder Elternschaft auf Probe wäre sinnvoll.)
Das sehe ich auch so!

Eigene Vor-Stellungen, auch mit einer rosa Anfangsbrille, führt ja oft zur Selbsttäuschung. Und muss in den meisten Fällen sehr teuer bezahlt werden und nicht nur mit Geld.

Oft wird das “IST” nicht gesehen, bzw. will nicht wahr genommen werden.

Danke und gutes Heute für Dich, Gruß Sylvia


#10

Hallo Sylvia,

danke für Deine ehrliche Rückmeldung. Was mich hoffnungsvoll stimmt ist, dass ich in meinem Leben immer wieder festgestellt habe, dass jeder Morgen eine neue Chance bringt.
Ich bin also zuversichtlich, dass trotz der aktuellen negativen Grundstimmung in der Welt sich etwas Neues ergeben wird.
Meine Oma mußte zwei Weltkriege erleben und wurde 104 Jahre alt. Wir haben viel bessere Ausgangsbedingungen als Sie Anfang des Jahrhunderts hatte (ohne Strom), also kann sich das Blatt noch wenden.
Ich freue mich auf das nächste Wochenende mit unserem Wohnprojekttreffen, wo wir wieder neue Menschen kennenlernen und neuen Input bekommen.
Die Träume Leben
Ralph


#11

Hi lieber Ralph, gutes Heute für Dich und für Alle,

Ja genau, da stimme ich voll zu. Egal in welcher Situation ich bin, mein inneres Potenzial liebt ja auch jegliche Herausforderung. Nicht weg zu rennen, sondern sich/mich den Aufgaben zu stellen. Dabei das Gemeinwohl bei jeder Entscheidung von mir, im Focus zu halten. (in der großen WG)
Wie ich erkennen kann, lebst Du auch aus dem Urvertrauen/Grundvertrauen heraus, dass alles auch Chance sein kann. (IST)
Leben ist Bewegung! Und wer sich selbst nicht bewegt, also lebt, der wird durch Umstände gelebt, bewegt. Was äußerst schmerzvoll sein kann.

Die negative Grundstimmung in der Welt, die ist ja gewollt. Durch künstlich erzeugten Mangel und durch den Trennungsgedanken.

Der Strom kann schnell mal weg sein. Dementsprechen auch Wasser aus der Wand.
Von welchen Ausgangsbedingungen redest Du also?
Aber Not macht ja bekannter Maßen erfinderisch. Und wohl Jeder wird sich wieder bewegen. Wenn aus dem Chaos, was sich möglicher Weise ereignen wird, Neues entstehen soll. (wird)

Mir scheint es, als wenn jede Veränderung nie eine echte war. Weil immer wieder auf den alten und verfaulten Fundamenten, “Neues” errichtet wurde. Zumindest zum Schein.

Ich bin wirklich gespannt, was sich hier in dieser Welt ereignen und entwickeln wird.
Mit freudiger Erwartung. Geht Dir vielleicht ebenso.

Mein Leitspruch seit Jahren ist: “Wolle was komme, damit komme was wolle”!

Und bis dahin, “Tue ich, als hätte ich schon”, was meine Grundstimmung ist.
Ähnlich Deinem: “Die Träume leben”.

Ostara


#12

Es sollte einfach nur geputzt werden und jeder sollte sein Zeug aufräumen… Das ist mir das Wichtigste!


#13

Liebe Ostara,
so wie Dir wird es in Zukunft der Mehrheit der Frauen gehen. Auch meine zukünftige Rente wird der Höhe meiner letzten Miete entsprechen, obwohl ich mein Leben lang gearbeitet und nebenher allein meine beiden Kinder großgezogen habe. Falls es das in 10 Jahren noch gibt, wird die Grundsicherung im Alter Standard werden.

Zu meiner Zeit hatte man mit 19 Jahren seine Lehrzeit abgeschlossen und voll gearbeitet. In diesem Alter haben junge Menschen heute oft noch nicht einmal eine Idee, welchen Beruf sie ergreifen wollen. Und wenn sie diesen nach diversen Auslandsaufenthalten, Au-pair u.s.w. dann endlich haben, folgen kaum bezahlte Praktika und befristete Jobs mit Lücken dazwischen. Früher konnte man nach einer erfolgreichen Ausbildung bei einem großen Konzern durchaus mit dem selben Beruf bei diesem Arbeitgeber in Rente gehen. Diese Sicherheit ist längst weg, was aber auch auf die ganze Lebensplanung Auswirkung hat.

Was passiert mit meinem Hauskauf oder -bau, wenn ich arbeitslos werde und nur noch in großer Entfernung Arbeit finde? Bekomme ich überhaupt einen Kredit - mit einem befristeten Arbeitsvertrag? Kann ich mir den Luxus leisten, schwanger zu werden? Stellt mich jemand ein, wenn ich ein oder mehrere Kinder habe, die Kita im Sommer ein paar Wochen schließt…

Der Staat zieht sich immer mehr aus seiner Verantwortung zurück, schließlich sind Banken zu retten und Konzerne zu subventionieren. Unsere Politiker haben ein elegantes System der Korruption entwickelt, der über den Schreibtisch geschobene Briefumschlag ist viel zu primitiv. Aufsichtsratsposten, Vortragshonorare, Beraterverträge u. a. sind viel lukrativer.
(Meine Vorhersage: Unser “Landesvater”, Herr Seehofer wird in Kürze eine Karriere bei “Eon” machen.)

Das bedeutet für Leute wie uns, die den Erwerb von materiellen Besitz nicht in den Vordergrund ihres Strebens stellen, daß wir uns Menschen suchen müssen, die ähnlich ticken, uns hilfsbereit gegenüber unseren Mitmenschen erweisen, um selber bei Bedarf Hilfe zu bekommen. Letztendlich wird sich zeigen, wer mit Reichtum gesegnet ist, der mit dem dicken Auto und fetten Konto ist vielleicht doch ärmer dran, weil seine menschlichen Beziehungen nur darauf aufgebaut sind.

Wenn der alte Herr, der mir das große Haus, in dem nun meine Renter-WG entsteht, zum Einkaufspreis weitergegeben hat, Pflege braucht, wird er sie von mir bekommen. Es ist so nie ausgesprochen worden, er weiß es trotzdem. Ich finde, es ist ein gutes Gefühl - für uns beide.

Reichtum ist die Sicherung der Grundbedürfnisse, Gesundheit, liebe Mitmenschen, die Fähigkeit, sich auch über Kleinigkeiten freuen zu können…

Ich werde nie wieder für Leute sorgen, die ihren eigenen Lebensunterhalt noch nie selbst erarbeitet haben. Es waren manchmal keine guten Erfahrungen - Arroganz, Dummheit und Überheblichkeit ertragen zu müssen, nur weil die Chefin über ein ererbtes Vermögen verfügt.
Wer selbst etwas im Leben geleistet hat, kann die Arbeit anderer auch schätzen.
Und genau die wünsche ich mir auch als zukünftige Mitbewohner.

Du, liebe Ostara, wirst auch das finden, was Du suchst - mit den richtigen Menschen.

Liebe Grüße

Antje


#14

Hallo liebe Antje,
danke für den ausführlichen Beitrag. Auch für das, was zwischen den Zeilen steht,
kann ich lesen. Weißt Du was ich nicht verstehen kann, aus meiner Sicht heraus?
Dass die Rentner und vor allen Dingen die Pensionäre so blauäugig sind.
Beide Kassen sind doch bereits leer und auf dem Markt verspielt worden.

Und Alle glauben immer noch, “ihre Rente wäre sicher”!
Einige verkaufen ihren Besitz und ziehen ins Ausland.
Glauben dort günstiger leben zu können.

Glauben, dass sie dort willkommen sind.
(Das erinnert mich gerade an eine aktuelle Situation hier.)

Es kann nämlich passieren, dass der Hahn zugedreht wird.
Die Rente ausbleibt und ebenso auch die Sozialleistungen hier.

Es bedarf nur etwas Fantasie, um sich auszumalen, was dann passiert.

Hier und dort und überall, damals wie heute.
Wurden und werden Immobilien unrechtmäßig enteignet.

Kaum Jemand kennt die Legende, die an einer Immo haftet.
Das nur mal als Denkanstoß!

Ich weiß was in Südafrika passierte. Ist noch nicht so lange her.

Liebe Grüße, Ostara


#15

Hallo Oatara.
Naja- das ist aber doch Demokratie.
Über 70 % der Deutschen wählen die Parteien, die ihnen die Hartz-Gesetze und die Rentenkürzungen bis auf 43% vom Netto gebracht haben.
Und irgendjemand muss doch in Europa zahlen, wenn die Franzosen weiter mit 60 in Rente gehen.
Wir in Spanien bekommen für 15 Jahre Beiträge 9.000,00 Euro Rente im Jahr und das für nur etwa 90 Euro Beiträge im Monat und brauchen keine Krankenkasse mehr zahlen und alle anderen Leistungen der Krankenkasse sind für Rentner auch kostenlos.
Dafür muss jemand in Deutschland 45 Jahre den etwa vierfache Rentenbeitrag für zahlen.
Ich bin vor vielen Jahren nach Spanien ausgewandert, weil mir die Politik und ganz besonders die Rentenpolitik in Deutschland nicht mehr gefallen hat.
Und das konnte ein Hilfsschüler ohne Taschenrechner schon spätestens ab 1986 ausrechnen, dass die deutsche Rente ein kriminelles Schneeballsystem ist.
Und die Rente in Spanien ist nicht ergaunert, sondern das ist die Mindestrente und alle privaten Renten und Vermögen werden nicht vom Staat berücksichtigt, bzw. verrechnet.
Da kann man noch getrost ein Häuschen, Vermögen und eine private Rentenversicherung haben;
was bei den niedrigen Rentenbeiträgen für die gesetzliche Rentenversicherung auch gut finanzierbar ist.
In Deutschland müsste ich Grundsicherung beantragen bzw. erst mein Vermögen veräußern.
Ja und nun habt Ihr wieder (mit etwa 75%) diese Parteien gewählt, die Euch über 30 Jahre das antun.
Ja- es ist eben Demokratie.

Hatte ich noch vergessen.
Renten in Spanien gibt es 14 x im Jahr.
Im Juni und Dezember wird die Rente doppelt ausgezahlt.
Ich weiß, im deutschen Regierungsfernsehen berichten sie immer über die armen spanischen Rentner; aber was sollten sie auch sonst senden?
Die Wahrheit???

Viele Grüße aus Andalusien
H. J. Weber


#16

“Willst Du mich heiraten”?
Das ist ein Antrag! --lach–


#17

Hallo Ostara,
ich lebe mit meiner ersten Liebe zusammen in Südspanien.
Wir kennen uns nun 50 Jahre und haben uns kennen gelernt als sie 15 und ich 17 war.
Daher schon vergeben.
Übrigens ist die Enteignung von Eigentum bereits von den Vätern des Grundgesetzes in Art. 14 geregelt worden.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut


#18

Bis wann sollte man den nach Spanien auswandern um das zu nutzen? Also die spanische Rente?


#19

Liebe Antje, mich berührt Dein Beitrag, vor allem die Gedanken über den wahren Reichtum…
Auch ich habe meine Kinder alleine großgezogen, nie einen Cent vom Vater der Kinder bekommen,
mir wird es rentenmäßig ähnlich gehen, geht es bereits jetzt schon…naja, um Konstruktives beizutragen…
Zur Zeit lebe ich mit einem der Söhne und zwei Katzen in einem Mehrfamilienhaus, möchte gerne längerfristig in einer Gemeinschaft leben, mit Menschen, die sich gerne selbstversorgen möchten, die auch Tiere mögen, die ich im Alter unterstützen kann, die an gemeinsamen Projekten kreativer/kultureller/spiritueller Art interessiert sind. Ich bin alleinstehend und suche keinen Partner und neu hier.
Ich werde Geduld brauchen, um gleichgesinnte Menschen zu finden, ich weiß, aber noch brennts nicht…
Herzlichst
Sabine


#20

Hallo Sabine,
praktizierst Du Das schon?
Ein Tipp in die Richtung : Stefan Schwarzer bzgl Permakultur > youtube.com/watch?v=IV7US2rRnMg
Freundlich grüßt Dich, Anette