Das gute Leben ist ?


#1

Grüß Gott,

bei Einigkeit schwingt es bspw. So : Diana Krall - Boy From Ipanema (Live In Rio)

Wenn’s um gemeinschaftlich Leben geht, weiß Scott Nearing Einiges zu berichten, daher möchte ich ein paar seiner Erkenntnisse - Passagen aus “Die Suche nach dem guten Leben” von Scott Nearing, Originalausgabe erschien 1954 - mit Euch teilen :

Die Straße der Zivilation ist die Straße […] zu Zerstörung und Tod.
Das Muster des sozialen Lebens […] ist ökonomisch ineffektiv und kontraproduktiv, sozial zerstörerisch und spaltend und moralisch unhaltbar.

Pioniertum fordert bestimmte Qualitäten oder Tugenden, ohne die die besten Vorsätze zunichte werden.

  1. die Bereitschaft , die Wurzeln loszureißen und die alte Gesellschaft zu verlassen
  2. die Fähigkeit, sich eine neue und mutmaßlich bessere Lebensweise vorstellen zu können
  3. genügend Willen zum Abenteuer
  4. ausreichend Härte, um Unbequemlichkeiten überstehen zu können
  5. die Fähigkeit, gelegentliche Fehlschläge zu überleben
  6. Bestimmtheit und Beharrlichkeit angesichts schwieriger Verhältnisse
  7. hinreichende Anpassungsfähigkeit, um sich auf ein neues Leben einzustellen

Heute ist die Bewahrung und Verbesserung der Natur in all ihren vielfältigen Formen die oberste Pflicht für Denken, Anstrengung und ökonomische Programme jeder modernen Gesellschaft geworden.
Zu lange haben moderne Menschen gegen die Natur gearbeitet … die Zeit ist gekommen, dieser fürchterlichen Narrheit ein Ende zu machen und mit der Natur zu arbeiten, mit dem schuldigen Respekt für ihre Gesetze.

Der Mensch selbst … steht der ungeheuren Aufgabe gegenüber – sich selbst zu verstehen, zu stärken zu disziplinieren, das in ihm liegende große Energiepotential zu mobilisieren, seine fast unbeschränkten Fähigkeiten, Talente und Fertigkeiten für seine eigene Evolution und Entwicklung, für den Dienst an und Fortschritt für seine Mitmenschen, im Einklang mit dem allumfassenden Muster und der großen Aufgabe, zu nutzen.

Wie ernst die Situation auch ist und was immer ihre Ursachen sind – erwachsene Menschen werden nicht zufrieden sein, bis sie begonnen haben, das zu tun, was sie für das Richtige halten – richtig für andere und richtig für sich selbst.
Wie kann man entscheiden, was richtig ist ?
Wie geht man vor, um das Richtige zu tun ?

Richtig kann verschieden definiert werden:
(1) richtig, vom Individuum unabhängig, das von der Entscheidung betroffen ist: kosmisch richtig; richtig gemäß den Naturgesetzen oder einem göttlichen Plan; richtig, wie von Kräften über und jenseits der Menschheit bestimmt; abstrakt richtig.
(2) richtig nach Sitten und Gebräuchen; nach den ausgedrückten oder impliziten Willen der sozialen Gruppe; richtig nach den Gesetzen oder anderen schriftlichen Entscheidungen einer organisierten Gesellschaft, einschließlich des Staates
(3) richtig für den Einzelnen, der die Entscheidung trifft, nach den Bedingungen seines eigenen Bewusstseins oder Gerechtigkeitssinnes und seiner Rechtschaffenheit … …

(4) richtig nach den Bedingungen von Überleben, Fortschritt, Bequemlichkeit und Komfort der die Entscheidung treffenden Person
(5) richtig wie in (4) festgelegt, aber unter Bedingungen wie Gruppen- Überleben, -Fortschritt, -Bequemlichkeit und -Komfort, sei die Gruppe Familie, Nachbarschaft, Volk, Staat oder Menschheit.
Individuen und Gemeinschaften , die sich entschließen, das Richtige zu tun und die zu ihrer Zufriedenheit bestimmt haben, wie sie “Richtigkeit” erlangen werden, stehen der Frage des Unmittelbaren und Direkten gegenüber oder, anders ausgedrückt, von Mitteln und Wegen.

Richtiges Tun umfaßt Gefühl und Verständnis für das und eine Wertschätzung vom dem Richtigen, plus der Fähigkeit, Gefühl, Verständnis und Wertschätzung in die Tat umzusetzen.

Eine vernünftige, gereifte Lebensführung des Menschen beruht in erster Linie auf besonnenen Reaktionen auf Erfahrungen, wobei Emotionen wie Furcht, Hass, Zorn, Eifersucht und Verlangen nach Macht in den Hintergrund zu drängen und Phantasie, Empfindungs- und Vorstellungsvermögen und besonnenes Urteil ans Ruder zu bringen sind und alle Entscheidungen auch von letzteren kontrolliert werden sollen.

Diese rationalen oder geistigen menschlichen Fähigkeiten und Gaben müssen unterstützt werden von Willenskraft, Mut, Bestimmtheit, Beständigkeit, Widerstandskraft und Unterscheidungsvermögen und zusammengehalten von Visionen und Vertrauen. Die beiden Letztgenannten liegen jenseits des vernunftmäßigen Bereiches, aber sie können zur Unterstützung in Notfällen zu Hilfe gerufen werden und sollten für die vielen Gelegenheiten, wenn sie dringend gebraucht werden, bereit sein.

Das gute Leben ist eine Ganzheit – ein Kleidungsstück ohne Säume gewebt und doch eins, das dem gereiften Individuum so bequem und perfekt passt, als ob es für seine persönlichen Bedürfnisse maßgeschneidert wäre.

Regeln für ein erfolgreiches soziales Leben sind einfach und leicht zu befolgen.

  1. alle menschlichen Wesen sind Mitglieder einer Familie – der Menschenfamilie. Unter der Oberfläche sind sie Brüder. Behandele sie dementsprechend.
  2. Tue Dich mit Deinen Mitmenschen unter Bedingungen gegenseitiger Hilfe nach dem Prinzip leben und leben lassen zusammen. Gib so viel Du kannst, auf die Weise, von der Du glaubst, dass sie am meisten nützt. Bitte nicht um eine Bezahlung oder erwarte einen Gegenwert. Was immer geschieht, fahre fort zu geben und zu teilen bis zum Punkt, an dem Du Dich dem Leben selbst gibst.
  3. Lass die vielen Verästelungen menschlicher Verbindung von einer einfachen Formel beherrschen: Von jedem gemäß seinen Fähigkeiten, jedem gemäß seinen Bedürfnissen. Die Verantwortung und Pflicht, freimütig sein Bestes zu geben, ist der bestimmende Faktor in allen erfolgreichen menschlichen Beziehungen.

Wer ein gutes Leben führen will, muss die Grundprinzipien menschlicher Verbindung verstehen und sie erfolgreich in die Praxis umsetzen.

Wo immer man in Kontakt mit irgendeinem Teil des Lebens kommt, leiste man sein Äußerstes, um es zu unterstützen, zu steigern, zu erweitern, zu vervollständigen.
Der Mensch sollte seine Mitkreaturen nicht beunruhigen, nicht quälen, sie nicht verkrüppeln, nicht jagen, nicht töten, nicht essen, um seinem eigenen Leben zu nützen. Anstatt zu zerstören muss er bewahren. Anstatt zu quälen muss er lieben und danach streben, zu dienen. Seine Rolle ist die des Bewahrers, Freundes, Beraters, des großen Bruders. Wohin er auch geht, er muss das Leben reicher hinter sich lassen. … …

Der Mensch kann nicht hoffen, ein gutes Leben zu leben, solange er nicht gelernt hat, seine Rolle im Universum zu spielen, so wie er seine Rolle in sich selbst spielt, mit seinen Mitmenschen und Mitkreaturen.

Benennung günstiger Bedingungen:

  1. Das Individuum braucht Gesundheit, Gleichgewicht, Heiterkeit, Verständnis, zeitweise Einsamkeit und Selbstversenkung und genügend unterschiedliche Gelegenheiten zum Selbstausdruck.
  2. Um mit den Mitmenschen zu leben, ist Sympathie, Demut, Liebe, eine Leidenschaft für’s Dienen erforderlich…
  3. Man muss bereit sein, den Mitkreaturen zu helfen und, unter für sie vorteilhaften Umständen, bereit zu sein, zu geben und sich zurückzuhalten, in der gleichen Weise, wie reife Erwachsene geben oder sich in ihrem Umgang mit Mitmenschen zurückhalten.
  4. Man muss in und vom Universum leben, als ein froher, verantwortlicher Teilnehmer an einem großartigen Unternehmen.

Sinn des Lebens ist das Leben… jetzt … durch jedes Wesen … durch Verständnis, Unterscheidung, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und Konsequenzen zu tragen.

Ist es wirklich das gute Leben, dass wir zu leben versuchen?
(1) Die eigenen Erfahrungen im Licht der tiefsten Einsichten zu überprüfen und einzuschätzen.
(2) Die Erfahrungen anderer auf die gleiche Weise behandeln.
(3) Im Licht jeder neuen Erfahrung wachsam prüfen, wiederprüfen und testen, und wenn es die Situation erfordert, jede Annahme oder Verallgemeinerung, die durch diese wissenschaftliche Vorgehensweise fraglich geworden ist, revidieren.

Mit jedem neuen Sonnenaufgang kommen neue Gelegenheiten für neue Bejahungen.
Vision, Sehnsucht, Vorstellungskraft, Weisheit, Willen, Bestimmtheit befähigen uns, aus den Möglichkeiten Nutzen zu ziehen und die Gelegenheit zu ergreifen – oder die Routine von Gestern phantasielos und blöde ständig zu wiederholen.

Jede Morgendämmerung bietet die Gelegenheit zu neuen Taten.

Die Suche nach Wahrheit ist endlos und zeitlos.
Bis in Ewigkeit leben und lernen und dienen wir weiter.
Wir müssen vom gelobten Land träumen und unser Leben der Anstrengung widmen, es näher zu bringen, obwohl wir, wie Moses, es vielleicht nie sehen werden.
Das gute Leben ist eine Pilgerreise.

Ergänzende EINsichten nehme ich gern zur Kenntnis.

Freundlich grüßt, Anette


Ein paar Gedanken
#2

Hallo Anette.
Träume für dessen Erfüllung man sich einsetzt gehen in Erfüllung;
Illusionen nie.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut F.


#3

Genau so sehe ich Gemeinschaft! Das was da von Scott Nearing geschrieben wurde ist ja Biblisch.
Wäre froh, wenn dies viele Andere auch so sehen werden, denn nur so kann eine Gemeinschaft aus unterschiedlichen Individuen gelingen.

Danke für den ausführlichen Text Anette
Gruß! Sabiene


#4

Das haben meine Frau und ich mal zum Leben an und für sich geschrieben. Schien uns passend zu Scott N. zu sein:

Wir Menschen sind Wanderer? Und die Liebe zeigt uns unseren Weg.
(Ein Traktat)

Beständig gehen wir durch Raum und Zeit und erfahren dabei sekündlich neue Dinge. Oder Bekanntes in neuem Gewande. Verwandelt. Wir beginnen jeden Tag und jede Nacht mit allen Möglichkeiten des Universums. Unseren Chancen. Wir haben eine schier unerschöpfliche Quelle der Neugierde und Energie in uns, die täglich befriedigt sein möchte und die uns beständig und stetig antreibt, weiter zu wandern. Wir suchen um des Suchens und des Lernens, nicht um des Fest-Haltens willen. Unser eigentliches Ziel ist das Wandern, das Erfahren und Sammeln von Weisheit und Wissen und das Weitergeben desselben und nicht das ewigliche Fest-Halten und Bewahren. Umherziehen auf der schier unendlichen Erde war und ist der wahre Sinn des irdischen Lebens seit seinen Anfängen. Nicht das Erfahren und Besitzenwollen um jeden Preis, das ewiglich Bewahrenwollen, sondern das selbstlose Erfahren, Lernen, Speichern, Weitergeben und Weitergehen macht unser Leben reicher. Wir sind Geschöpfe eines neugierigen Geistes und einer enorm mächtigen und liebenden Seele, die durch uns und mit uns lebendige, irdische Erfahrungen sammeln möchten. Die irdischen und sehr lebendigen Erfahrungen einer physischen Existenz, die der beseelte Geist, den manche Gott nennen, vielleicht nicht hat oder nicht machen kann.
Und diejenigen Menschen, die sammeln und ewiglich bewahren möchten, sind diejenigen, die Ängste, Neurosen und Psychosen entwickeln. Sie sind die ewigen Stehenbleiber und die ruhelos Stehengebliebenen. Die Unneugierigen. Die Neider. Die Eifersüchtigen. Die Ängstlichen. Die, die sich vom schöpferischen Auftrag, der Liebe und der Macht ihrer Seelen abgewendet und entfernt haben, nachdem sie eine gewisse materielle Sicherheit für Ihr vergängliches Dasein gewonnen hatten. Sie schauen stets nach Innen auf sich und nur noch dorthin. Sie werden täglich neurotischer und eingeschränkter in ihrem Blick. Sie sehen nicht die Welt der Wunder, die sich täglich neu für uns und vor uns entfaltet, sondern nur die physischen Dinge, die sie umgeben und die sie noch nicht haben. Und die möchten sie besitzen, um gegen ihre irrelevanten (Todes)-Ängste einen irdischen Anker zu besitzen. Eine starre und konstruierte Sicherheit gegen das Unwiderrufliche des ewigen Fortschreitens. Angst dominiert die Liebe. Sie grenzen sich und die Dinge, durch die sie (ewig) zu existieren glauben, eifersüchtig ab von den anderen. Sie teilen nicht mehr und sie verzeihen nicht. Das Verzeihen wäre gleichzusetzen mit dem Verlassen ihrer imaginären und absurden Sicherheit.Unverzeihlich. Sie nutzen die göttliche Inspiration und die universelle Energie für zwei ihnen elementar erscheinende Aktionen: Sie nutzen erstens Teile ihrer Motivationsenergie zum persönlichen Sammeln und Festhalten, und motivieren zweitens mit dem Rest ihrer Energie andere dazu, ihnen noch mehr Dinge zu besorgen, damit sie noch unangreifbarer und sicherer werden. Sie suchen den „goldenen Schlüssel“ dafür, möglichst viele Kopien von irgendwelchen sinnlosen, materiellen Dingen und Gütern herzustellen, die ihnen nach deren Verkauf noch mehr sinnlose, materielle Dinge und irdische Reichtümer zufließen lassen. Deren einziger Sinn des Lebens ist es, noch mehr und mehr anzuhäufen, um sich in einer stetig wachsenden Quasi-Sicherheit unangreifbar und autonom zu fühlen. Doch das wird nicht gelingen. Das ist der größte Irrtum aller Besitz-Menschen. Man kann nichts besitzen. Alles ist nur geliehen! Besitzen heißt: Stehenbleiben! Lebendig tot! Erstarren! Die Angst wird die Freiheit der Liebe nie besiegen oder gar auslöschen können.

Es gibt keine Sicherheit außer der Einen Wahrheit:
Das Wissen darum, dass wir vom ewig liebenden Geiste geschickte Wanderer sind und den Sinn unseres Seins im Suchen, im Lernen, im Weitergeben und in der eigenen Beweglichkeit finden. Das gibt uns die innige Sicherheit, den Wunsch des Geistes und seiner ganzen Schöpfung zu leben. Im vollkommen friedlichen und total eifersuchtslosen Einklang mit allem, was uns umgibt. Jeder gewollte oder zufällige Besitz und jedes abgeschlossene Projekt ist nichts als ein weiterer Schritt, der vertrauensvoll losgelassen werden muss, damit es weitergehen kann. So wie man ein reifes Kind losläßt, wenn es alleine laufen und existieren kann, so löst man sich dankbar und demütig vom beendeten Augenblick. Weiterwandern durch Raum und Zeit. Lernen. Lehren. Loslassen. Stets wieder loslassen. Die einzige Methode, psychisch gesund und munter zu sein und aktiv zu bleiben. Glaube, Liebe, Hoffnung. Alles Schaffen wird nur für den Augenblick der endgültigen Fertigstellung und Weitergabe gebraucht. Danach sind andere, elementare Erfahrungen zu machen, die uns am Leben erhalten und weiter tragen durch Raum und Zeit. Wir werden genährt durch diese unsere universellen Erfahrungen, nicht durch unsere Ängste. Ängste sind vollkommen deplatziert in einer liebevollen Welt. Sie stören nur die Bewegung. Sie lähmen uns und lassen uns lange vor dem echten Tod unseres Körpers sterben. Wir sollten vielmehr lernen, unsere ewigen Augen nicht vor den unendlichen Wundern des Seins zu verschließen. Wir sollten lernen, in uns aufzunehmen, was uns die Schöpfung täglich schenkt. Und wir sollten lernen, diese Geschenke mit anderen zu teilen.

Silke & Thomas, Wanderer und Begleiter


#5

Liebe Silke und Thomas,

habt vielen herzlichen (Dieses Wort wird neuerdings leider häufig mißbraucht - ich meine es so!) Dank für diesen Text!

Ihr habt genau das perfekt umschrieben, was ich unter "Scheuklappenmenschen verstehe:
Angst vor jeglicher Veränderung, sich auf Neues einlassen, und vor dem Lernen.

Ersatz für den fehlenden Lebensinhalt wird statt dessen Habenwollen, Eifersucht und Neid, weil es immer jemanden gibt, der von irgendetwas mehr hat.
Leute, die Ihr Streben auf das rein Materielle beschränken, sind trotz ihres Reichtums arm. Meist sind sie nicht einmal in der Lage, sich an den Dingen, die sie gerade unbedingt haben wollten, zu freuen, weil sie sofort durch neue Wünsche ersetzt werden.

Daß das Wichtigste im Leben nicht käuflich ist, merken sie erst viel zu spät.
( Ein Paradoxum habe ich bei der Premiere des “Jedermann” in Salzburg einmal erlebt, die Schönen und Reichen gehen dort hin, um sich zu zeigen und keiner von denen scheint das Stück zu verstehen.)

Existenzangst hatte ich früher oft, obwohl meine materiellen Ansprüche gering sind.
Es hat sich aber immer ein Weg gefunden, inzwischen vertraue ich darauf.
Es gibt diesen schönen Spruch “Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.”
Das, was sich dahinter verbirgt, ist manchmal viel schöner, als hinter der alten Tür.

Ich habe in vielen Berufen gearbeitet, oft schlecht verdient, aber meine Arbeit meistens gern gemacht und wenn nicht, sie beendet. Dabei habe ich in der Regel selbständig Notwendiges erkannt und erledigt,meinen Job ganzheitlich gesehen.

Es hatte mich einmal tief verletzt, als mir ein Chef lapidar am Telefon mit den Worten: " Du brauchst nächste Woche nicht mehr kommen." kündigte. Ich wußte, daß ich mehr als andere geleistet hatte. Später habe ich mich bei ihm bei passender Gelegenheit bedankt, denn anschließend hatte sich eine der schönsten Aufgaben meiner Karriere ergeben.

Was hätte es mir gebracht, stur auf die Einhaltung des Vertrages zu bestehen und mich daran zu klammern?

Das Leben ist voll Risiken und wer nicht den Mut hat, fahren zu lernen, dessen Aktionsradius bleibt beschränkt, auch wenn er nie vom Fahrrad fällt.

Eifersucht ist so ein Phänomen, wofür mir das Verständnis fehlt. Man kann doch einen anderen Menschen nicht besitzen, eine Liebe nicht durch Eingrenzen konservieren!

Eine theatralische Liebeserklärung ist Makulatur, wenn ich meinem Partner nicht durch mein Verhalten zeige, was er mir bedeutet. Vielleicht ist meine Definition zu naiv, aber ich behaupte, eine wirklich gute Beziehung ist immun gegen den Einbruch eines Dritten.
Wenn ein Partner “fremdgeht”, dann war ihm der bisherige schon entfremdet.

Im übrigen finde ich unbegründete Eifersucht so verletztend, daß es für mich auch einmal (unter anderem) ein Trennungsgrund war. Einfach dadurch, daß mein Partner zu mir so wenig Vertrauen hat, daß er mir das unterstellte Verhalten zutraut.

Es ist wichtig, dem Anderen Luft zum Atmen und Raum zu eigener Entwicklung zu geben.
Wer fällt, muß das Aufstehen lernen. Wir können unsere Kinder nicht immer tragen und behüten, auch wenn es schmerzt, zu sehen, daß sie unsere Fehler wiederholen.

Ohne Freiheit ist Liebe nicht möglich.


#6

@ Tali und alle: wenn man bedenkt, wer alles auf dieser Welt glaubt, das Richtige zu tun…
und die Macht hat, das alles wider jeglich Vernunft durchzusetzen, kann einem schon Angst und Bange werden…


#7

Noch niemals in der Geschichte sind auf der Welt prozentual so wenig Menschen durch Gewalt ums Leben gekommen oder verletzt worden wie heute.
Noch niemals in der Geschichte sind auf der Welt prozentual so wenig Menschen verhungert oder mussten Hunger leiden.
Noch niemals in der Geschichte sind auf der Welt prozentual so viel Menschen so alt geworden.
Noch niemals in der Geschichte sind auf der Welt prozentual so wenig junge Menschen an unheilbaren Krankheiten gestorben.
Heute fängt zumindest in Deutschland die Grundsicherung die Menschen an einem Punkt auf, wo sie sicherer, gesünder und komfortabler leben, als vor 200 Jahren die Fürsten.

Ich konnte den Glauben wählen den ich wollte;
ich konnte den Beruf wählen den ich wollte;
ich konnte die Frau heirate die mich auch heiraten wollte;
wir konnten unsere Kinder erziehen wie wir wollten;
wir habe noch nie gehungert (außer vor einer Röntgenuntersuchung)
wir können unsere Meinung frei äußern;
wir mussten keinen Krieg erleben;
und in unseren Reisepässen steht: Gültig für alle Länder

Natürlich gibt es noch viel zu verbessern und wir sollten es auch versuchen.
Aber auch nicht vergessen, was schon geleistet worden ist.

Viele Grüße aus Andalusien
H. J. Weber


#8

Okay, bei dir war alles super, lieber HelmutJosefWeber. Glückwunsch nach Andalusien. Doch solange es noch den einen Menschen gibt, der gegen seinen Willen Dinge erleiden muß, die er nicht möchte, solange haben die Menschen im Ganzen nicht ganz verstanden, warum sie auf Erden wandeln, denke ich. Nur mit dem Gedanken, dass wir alle eins sind, kann die Welt sich ändern. Alles andere sind nur kosmetische Eingriffe. Allein die universelle Liebe kann heilen.

Liebe Grüße an dein Glück. Du hast es verdient!


#9

Hallo Schwans,
dann hast Du was überlesen, denn ich hatte geschrieben:
Noch niemals in der Geschichte sind auf der Welt prozentual…
Und ich hatte geschrieben:
Natürlich gibt es noch viel zu verbessern und wir sollten es auch versuchen.

Und fangen wir auch gleich mal damit an.
Ich spende jedes Jahr 120 Euro (10 Euro im Monat per Dauerauftrag) an den Betreiber dieser Seiten, damit sich Menschen wie DU und ich hier treffen können und darüber schreiben können, wie wir etwas verbessern können.
Und Du???
Hat Dir von alle dem was ich da oben beschrieben habe etwas gefehlt in Deinem persönlichen Leben?
Wenn z. B. 1/5 der Bevölkerung, für den der Koran z. B . zuständig ist, nicht einen Nobelpreisträger hervorgebracht hat, dann liegend die Gründe tiefer, als an fehlender Liebe.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut F.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut F.


#10

Grüß Gott,

@Sabiene ,
ja – diese Hoffnung teile ich mit Dir.

@Silke & Thomas ,
ja – schon Franz von Assisi ((1182 - 1226), eigentlich Giovanni Bernadone, Stifter des Franziskanerordens ) habe gelehrt, dass wenn jeder einzelne darauf verzichte, Besitz anzuhäufen, dann würden alle genug haben.
Und ja - “Allein die universelle Liebe kann heilen.” - die ewigliche WAHRHEIT auf den Punkt gebracht. Ohne SIE ist Gemeinschaft unmöglich.

@E-Rena ,
fühl Dich mal geherzt.
Um nicht Angst & Bange zu sein, könnte hilfreich sein, den Fokus zu ändern bspw wie Whitney Houston : I Look To You .

Laotse : Der Große Weg ist sehr einfach,…
aber warum einfach, wenn 's auch tragödienreich geht?

Freundlich grüßt, Anette


#11

Ich bitte vorab ausdrücklich und ernsthaft um Entschuldigung. Ich habe eine riesige persönliche Toleranz gegenüber vielen individuellen Lebensmodellen. Ich mag sie wirklich, sie sind Ausdruck der möglichen Buntheit in diesem Leben und ich habe Spaß daran, mich mit ihnen auseinanderzusetzen. Erlaubt mir trotzdem ein paar kritische Sätze.

Bei manchen Beiträgen frage ich mich, was die Autoren geraucht haben - und wünsche zuweilen spontan, davon auch probieren zu dürfen.

Und jetzt mal im Ernst: Es gibt Texte, die mich persönlich extrem ermüden. Diese missionarischen “ich hab die einzige Weisheit Geschichten” gehören dazu. Diese Statements, die vordergründig von allumfassender Liebe und Teilen und Geben schwafeln und gleichzeitig allen anderen Menschen absprechen, irgendwie mit Herz unterwegs zu sein - ohh Mann, Frau …

Da werden dann gern alle greifbaren Größen wie z.B. Franz von Assisi bemüht, der geneigte Leser wird über den echten Namen in Kenntnis gesetzt und gleichzeitig über seine eigene Dummheit belehrt und dann wird noch Whitney Houston für die emotionale Ergriffenheit genannt … eine tolle Sängerin, die allerdings ihrer Heroinsucht zum Opfer fiel …

Habt Ihr das auch eine Nummer kleiner?


#12

Grüßt Gott ,

@ Albert

Tatsachen sind :

  • jeder hegt täglich zigtausende Gedanken
  • davon sind die Wenigsten konstruktiv
  • jeder Gedanke ist eine reale Kraft
  • nicht rückholbar sind, der Pfeil, der vom Bogen schnellte - das abgegebene Wort - die verpasste Gelegenheit

Du kennst die Erkenntnise von Masaru Emoto bzgl. Wasser ?

Ich find’s daher sinnvoll Die drei Siebe anzuwenden.

Freundlich grüßt, Anette


#13

Hallo Albert,
die Damen hätten auch schreiben können.
So Jung kommen wir nie wieder zusammen.
Aber sicherlich wird auch eine Intellektuellen-WG ihre Berechtigung haben.
Solange wie ich mir das nicht anhören muss, ist ja alles in Ordnung.
Meine Ziele waren es nicht die Menschheit mit Weisheiten zu beglücken, sondern dass ich mit meiner ersten Liebe nun in Spanien alt werde, sehr alt.
Darum habe ich mich jetzt 50 Jahre jeden Tag bemüht und gerne bemüht und bekomme jeden Tag zu spüren, dass meine erste Liebe sich auch um mich bemüht, denn ich bekomme es doppelt zurück.
Aber, wie es kommen muss, ich habe auch eine “Weisheit”.
“Worte sind wie Handgranaten, geht man unvorsichtig mit ihnen um, kann es leicht zu eine Explosion kommen”

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut F.


#14

HelmutJosefWeber das ist wirklich wunderschön und auch wahr.


#15

“Hallo” Anette,

nachdem ich nun nahezu saemtliche Beitraege innerhalb dieses Forum´s

  • (mehr oder minder verstanden) - gelesen habe,
    faellt mir Ueberschrift und Thema “Das gute Leben ist ?” nun besonders auf,
    worauf auch ich meinen Senf dazugeben moechte.
    Das “gute Leben” ist ueberaus relativ
    angesichts praktizierter “Bilderberger- Konferenzen”,
    angesichts internationaler Bildungs-Bremsen,
    angesichts stetig steigender Umwelt-Verbrechen,
    angesichts nicht real existierendem Tierschutz,
    angesichts bestehender (und geplanter) Kartelle,
    angesichts inkonsequenter “Homo Sapiens” …
    … das zu meinen primaeren Ein(st-weiligen EIN-Sichten …

Beste Gruesse Dir;
Hund Ayka + udo


#16

Guten Abend Ayka + udo ,

m.E.n. ist sogen. Realität relativ und all die „angesichts“-Punkte sind Folge von Irrtum.

GOOGLE zeigt Einiges an bzgl.

  • „relative realität“ / „realität formen“
  • „gute Leben“ / „eudaimonia“.

Vera Birkenbihl - Erfolg geht tlw auf „realität quantenphysik“ mit ein.
Anders drückt 's Rumi - Der sprachlose Papagei aus ( Projektion ).

Folglich :
Lass den Himmel sich auf der Erde widerspiegeln, auf dass die Erde zum Himmel werden möge. - Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207 – 1273) - ,
sodass Das „gute Leben“ erscheint ( wie unter Richtig (1) Tun erwähnt ).

Freundlich grüßt Euch, Anette


#17

Nein, o Albert, sie habens nicht ne Nummer kleiner ‒ hoffentlich nicht, immerhin hat derzeit die „Heute Show“ Sommerpause, „extra 3“ und alle Labertanten und -Onkels von Maischberger bis Plasberg ebenso:slightly_frowning_face: ich finde super, was hier an Realsatire geboten ist, meine Empfehlung: „Entspannen, genießen und genüsslich Ablachen“:grin:
Bleib elastisch
Simplicissimus


#18

Schöner Ansatz Anette