"Auch WIR suchen! Ein DENKANSTOSS an 50plus-WGs/60plus-WG,s"


#1

"Hallo an Alle,
die wie wir, für den restlichen Lebensabschnitt eine gut durchdachte WG in südlichen warmen Regionen suchen oder gründen wollen.

Es sollen sich aber auch bereits bestehende WG,s angesprochen fühlen.
Den Trend, dass man sich im Alter wie eine Schildkröte ins Haus zurück zieht liegt uns fern! Dazu ist uns die restliche Zeit, die einem noch zur Verfügung steht zu schade.

Was wir auf der WEB-Seite 50plus-WG und 60plus-WG vermissen ist die Tatsache dass das Thema WG nicht ganz zu Ende gedacht wird.

• Was geschieht, wenn in einer 50plus oder 60plus WG, einmal Mitbewohner krank, gebrechlich ja auch im Extremfall pflegebedürftig werden ?

Muss man dann die bestehende WG Gemeinschaft, wo man sich an die Mitbewohner gewöhnt hat wieder verlassen? Muss man sich dann im kranken Zustand nach einer SENIOREN WG mit betreuten Wohnen umsehen oder gar nach Deutschland zurückkehren?
Diese Frage sollte man sich bei einer WG-Planung auf die Zukunft bezogen generell einmal stellen!
Denn alte Bäume sollte man nicht verpflanzen, vor allem wenn man sich in einer WG wohlgefühlt hat!
Ein interessanter Link dazu:
https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=~~Alte%20Baeume%20soll%20man%20nicht%20verpflanzen&bool=relevanz&suchspalte[]=rart_ou

Gibt es Alternativen?
Eventuell ja. Eine WG, die sich durch eigene finanziell aufgebrachte Mittel der Mitbewohner einen eigenen angestellten Kranken- und Altenpfleger(in) leisten kann.

In Deutschland kann sich ein normaler Renter (Pensionär) kaum noch eine betreutes Wohnen, geschweige denn eine Seniorenresidenz leisten. Mobile Haus-Krankenpflegedienste sind zwar möglich, müssen aber profitorientiert arbeiten und nach Minutentakt abrechnen. Klar eine GbR oder GmbH ist hier in der BRD ein Unternehmen, das profitorientiert arbeiten muss. Die Betreuungskosten sind dadurch entsprechend hoch und können von vielen Rentner nicht getragen werden.

Ungarn ist da noch eine Ausnahme, weil die Lebenshaltungskosten und Gehälter, Versicherungskosten etc. geringer sind.

Meist muss man sein eigenes Haus verkaufen um die hohen Kosten der Pflege und Betreuung in Deutschland zu bestreiten. Oder die Kinder, wenn man welche hat müssen die Eltern finanziell unterstützen. Erst wenn dies nicht möglich ist greift das Sozialamt finanziell ein. Wenn man Pech hat, kommt man dann auf Staatskosten in ein fragwürdiges, menschenunwürdiges und personell überfordertes Pflegeheim, das ja auch profitorientiert arbeiten muss.
Wer hat bis heute in dieser prekären Situation eindeutig versagt? Warum müssen sich weniger bemittelte Rentner Alternativen im Ausland suchen!?

Nun zu uns:
Ich Rein bin 71J. meine Frau Silvia 74J. alt. Sind 49 Jahre verheiratet. Wir haben keine Kinder. Sind noch geistig und körperlich fit weil wir uns durch Sport und Yoga das beibehalten haben.
Wir lebten 10 Jahre auf der Insel Kos in Griechenland. Hatten dort ein Haus mit großem mediterranem Garten. Die Situation in Griechenland hat sich aber seit der Einführung des Euros dort drastisch verändert. Dazu kam die Erkenntnis, dass Griechenland ein mangelhaftes Gesundheits- und Altenbetreuungssystem besitzt.
Wir haben das Haus verkauft und suchen nun im südlichen Ausland ein Plätzchen mit WG ähnlichen Charakter. Gerne könnt ihr mal unseren 3 seitigen Lebenserfahrungsbericht im Internet ansehen, wir wissen von was wir reden:

http://wohnen-unter-palmen.de/erfahrungsberichte/unser-Ruhestand-auf-Kos-Teil-1

Wir würden uns freuen, wenn ihr eure Ideen zu einer WG-Gründung mit einbringen könnt.

Vielleicht fühlen sich aber auch bereits bestehende WG,s angesprochen und würden uns als Bereicherung gerne in ihre Gemeinschaft mit aufnehmen.
Wir möchten nun nach dem was wir in unserem Leben schon alles erlebt haben bodenständiger werden und mit einer Gruppe gleichgesinnter einen schönen, gemeinsamen, abwechslungsreichen Lebensabend verbringen.

Wir werden uns im Sommer 3 Monate intensiv Ungarn ansehen und dort recherchieren.

Freuen würden wir uns eine Nachricht von euch zu bekommen.

Gerne per E-Mail. R.Schaffer(at)gmx.net

LG.
Rein u. Silvia Schaffer"


Seniorenwohnen in Antalya
Ist in Gemeinschaft leben heute nicht mehr angesagt?
Ist in Gemeinschaft leben heute nicht mehr angesagt?
#2

Hallo lieber Rein. Habe Deinen Bericht gelesen. Danke fürs Teilen.

Hier mal gleich mein Denkanstoß auch wenn Du ihn so nicht erwartet hast.

Es war ein mal eine alte Frau. Sie war eine Nachbarin. Wir tauschten Gartengemüse.
Doch dieser Tag sollte anders als sonst sein. Denn ich traf sie total aufgewühlt an.

Sofort schüttete sie bei mir ihr Herz aus und sprach über ihre Ängste.
Zitterte beim Sprechen. Sah zuvor eine Reportage im TV.

„Ich habe so eine höllische Angst vor einem Pflegeheim“, meinte sie.

Seit vielen Jahren quält sie der Gedanke, mal pflegebedürftig zu sein.
Kann kaum noch eine Nacht durch schlafen.
Das Gespenst „Pflegeheim“ verfolgt sie sogar in ihren Träumen.
Auch den Tag kann sie kaum ohne diesen Gedanken verbringen.

Eigentlich ist sie von fröhlicher Natur. Auch ist sie mit ihren 80 Lenzen noch ganz gut drauf.
Kann sich selber versorgen und ihren Haushalt in Ordnung halten.
Aber seit ca 5 Jahren leidet sie an der Vorstellung, es könnte ja mal nicht so sein.

In ihrem Kopf zog eine grausige, beängstigende,
auf „allgemein gültige, Konsens beruhende“ Scheinwahrheit ein.

Gefördert durch die Massenmedien. Durch Konzerne im Hinterhalt. Die sich ja darauf spezialisiert haben, Krankheit und Gebrechen zum über aus profitablen Geschäft zu machen.

Und damit die Krankheiten und Gebrechen auch ständig „nachwachsen“ gibt man auch gleich unseren Kleinen, denaturierte Nahrung, die mit einem Lebensmittel keine Ähnlichkeit mehr hat. Vergiftet Land und Wasser.

Aber zurück zu der Geschichte. Ich fragte nach. Weshalb sie so denkt.
Ihre Antwort befand sich in einem Satz. „Na das ist doch so im Alter“!

(„In mir“ spricht jetzt bei Schreiben dieser Zeilen eine Stimme und meint:
„Das ist alternativlos“) Ich lache gerade und verlache dieses Gespenst.
Es hat über mich keine Macht!)

Ich fragte sie nach ihren Lebensumständen. Einiges wusste ich ja bereits schon.
Wollte es aber aus ihrem Munde hören.

Sie war noch eine von Wenigen, die wusste, dass der Kartoffelbrei nicht aus der Tüte kommt.
Hat auch gefastet, wenn auch nicht freiwillig.
Und als dann die Butter- und Zuckerschwemme kam, blieb sie genügsam.
Diabetes ging an ihr vorbei. Ihr Garten war tipptopp.
Und statt Rosen wuchs bei ihr Gemüse.
Ich sah sie oft im Garten, mit ihrer Kittelschürze und ihrem Kopftuch.
Selbst bei Wind und Nieselregen. Be-Spaß-ung von außen benötigte sie nicht.
„Freude kommt von innen“, meinte sie mal. Ich konnte mich daran erinnern.

Ich faste einen Entschluss. Fragte ob sie Lust auf ein Experiment hat. Sie nickte.
War sie doch über jegliche Ablenkung dankbar.

Wir gingen in ihre gute Stube und ich bat sie, sich auf ihren Sessel zu setzen.

„Schließe Deine Augen und stelle Dich den Ängsten.
Du weißt ja wie es geht! Stelle Dir das Altenheim vor. So wie immer“!

Nach einer Weile führte ich sie zu einer schönen Vorstellung.
Die sie bisher, dank der Medien nicht kannte.

Ein schönes „Heim“ mit freundlichen wachen Bewohnern.
Die in der Küche mithalfen, soweit sie konnten.
Und sich gegenseitig bedienten.
Mit einem Garten und lauschigen Plätzen usw. usw.

Ihr Gesicht hellte sich auf. Ihre Augen blieben verschlossen.
Sie hatte ein sehr gutes Talent zu visualisieren.
Hat ja auch 5 Jahre dafür trainiert.

Ich fragte sie, wie sie sich jetzt fühlt. Die Antwort müsste für Euch klar sein.
Ja, so war es auch.

Sie war glücklich! Total entspannt und offensichtlich vergnügt.
Ich gab ihr nicht alles vor. Sie malte sich bewegte Bilder selber.

Dann fragte ich, ob sie noch mehr Glücksgefühle haben möchte.
Ungläubig nickte sie.

Also dann, denn ich wusste, wie sehr sie an ihrem Häuschen hing,
auch an ihrem Garten und an den Kontakten im Dorf.
Sich auch vor großen Veränderungen fürchtete.

Ich führte sie.

Bat sie, sich vorzustellen, dass sie am Samstag ihr bestes Kleid anzieht.
Sich auch ihre Perlenkette umhängt. Es war Frühling.
Sie verließ das Haus und machte einen ausgiebigen Spaziergang
ohne Krücke, versteht sich.
Blieb mal hier und mal da stehen. Quatschte über den Gartenzaun mit den Leuten.
Tauschte sich aus über dies und das.

Ihr Ziel war die Konditorei. (Auch in ihrem wahren Leben, jeden Samstag.)

Ich führte weiter:

Ein Kind warf ihr einen Ball zu ihren Füßen. Sie kickte ihn zurück zum Jungen.
Ein anders Kind fiel hin. Es weinte. Sie hob es auf und tröstete.

In der Konditorei angekommen. Kaufte sie sich ein Stück gedeckten Apfelkuchen.
(Das machte sie ja jeden Samstag so.Im Leben)

Die Sahne hatte sie zu Hause.
Dort angekommen, legte sie den Kuchen auf ihren schönsten Teller.
Also auf das gute Geschirr, was sie in ihrem Leben nicht mehr benutzt.

Brühte sich Kaffee. Die gute Tasse stand schon da.
Anschließend setzte sie sich an ihren gedeckten Tisch in die gute Stube.
Zuvor machte sie das Radio an.
Seltsamer Weise fand sie sofort einen Sender der noch schöne Musik spielt.
(Ist im Leben kaum noch möglich.)

Genüsslich ließ sie es sich gut munden.
Ihr Erich stand gerahmt vor ihr auf dem Tisch, der ihr zuzwinkerte.
Sie lehnte sich zufrieden an die Lehne und schlief ein.

Das sollte ihr letzter Tag gewesen sein.

Ich ließ sie noch eine Weile in dem Zustand der Visualisierung und
beobachtete ihr Gesicht dabei.
Schon sehr lange hatte ich kein so friedliches Gesicht mehr gesehen.
Schon gar nicht bei ihr.

Auch in diesen Momenten ließ ich ihr einen großen Freiraum.
Und brach zwischendurch meine Führung ab.
Und gab ihr Zeit.

Ganz langsam kehrte sie ins Tagesbewusstsein zurück.
Sie war wie ausgewechselt.
Vor mir saß eine ausgeglichene Frau mit glänzenden Augen.
So kannte ich sie von früher.

Wir sprachen darüber, wie unsere Vorstellungen auf unser Gemüt
und auf unseren Körper wirken.
Es wird als real angesehen was nicht real ist.
Wir reagieren mit Gefühlen und Emotionen, wenn wir in der Glotze einen Film
oder Nach-richten, (nach denen wir uns richten sollen) sehen.

Ich bot ihr also 2 Varianten an. Mit denen sie die Gespenster verjagen kann.
Und brauchte nicht fragen, welche davon sie auswählen wird.

Ihr war es klar und mir auch.

Sie lebte noch 9 Jahre. Erfuhr ich. Ich war längst schon weggezogen.
Ihr Nachbar fand sie auf ihrem Sessel, im schönen Kleid,
es war an einem Samstag…ein Rest Apfelkuchen mit Sahne lag noch auf dem Teller…

Er bemerkte ein weit geöffnetes Fenster in der Nacht und Radiomusik.
Deshalb schaute er nach.

Es war Frühling.

Diese Geschichte ist eine wahre Begebenheit!

Ostara


#3

Hallo Ostara,

welche weise Frau !
Danke für die Inspiration.
Jeder Gedanke ist eine Kraft - ein Gebet.

Freundlich grüßt, Anette


#4

Oh wie schön! Hattest Resonanz dazu. Liebe Grüße zurück, Ostara


#5

Hallo an die nette Gruppe, Rein hat das Problem auf den Punkt gebracht. Den Erfahrunngsbericht werde ich später ebenfalls gerne lesen.

Wir haben ebenfalls seit Jahren den Gedanken, eine solche Gemeinschaft zu bilden. Es stellt sich als ausserordentlich schwierig heraus, passende Personen für ein langfristig angedachtes miteinander zu finden. Am Ende scheitert es meist an den finanziellen Mitteln.

Viele Gemeinsamkeiten zu finden wie Nichtraucher, Gesundheitsbewußtsein, Naturliebhaber, die offenen, vor allem ehrlichen und respektvollen Umgang pflegen können und auch wollen, jeden so sein zu lassen wie er mag(sofern man andere dadurch nicht belästigt), einfach eine freundliche Nachbarschaft mit dem Willen sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen wenn gewünscht und wenn nötig. OHNE sich in das Leben des/der anderen zu drängen.

Wenn das alles passend wäre, scheitert es endlich an den finanziellen Mitteln. Eine gute Idee von Rein einen Plan in Hinsicht auf die Pflege gleich zu Beginn der Gemeinschaft zu schaffen. Dadurch erspart man sich ein böses Erwachen.

Wir sind seit 30 Jahren im privaten Gesundheitswesen tätig und wissen wovon wir reden. Es gibt schreckliche Situationen zu meistern, wenn man sich nicht rechtzeitig darauf vorbereitet. Zu allem Elend einer Erkrankung/ Pflegebedürftigkeit auch noch eine prekäre finanzielle Situation bewerkstelligen zu müssen, schlimmer geht es nicht.

Nur Ungarn halte ich für keine so gute Lösung, schon der Sprache wegen und dort herrscht Continentalklima, heiße Sommer und kalte Winter. Innerhalb Europas bleiben eigentlich nur die Kanarischen Inseln, selbst hier ist es im Winter recht kühl.
Wir haben eine Zentralheizung installiert, mit Diesel betrieben, das ist ebenfalls nicht billig. Die großen Inseln sind touristisch vollkommen überlaufen und haben Umweltprobleme in großem Ausmaß. Die kleinen Inseln sind nur bei den Naturliebhabern beliebt, angeblich wegen fehlender
Kulturangebote und Infrastruktur. Die Frage ist doch aber, ob man Wert legt auf gute Luft, sauberes und ausreichendes Trinkwasser, ruhiges Wohnen in herrlicher Natur um sich auch selber wieder zu finden, kann man möglicherweise sein Tier behalten-auch das ein wichtiges Thema für viele. Dazu kommt, meistens wird ein Auto gebraucht, oder man muss Taxi fahren. Die schönen Häuser stehen nicht neben der Bushaltestelle und meistens geht´s bergauf oder bergab.

Pflegepersonal findet man hier, natürlich ist es wieder eine finanzielle Frage.

Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, eines Tages eine passende Gemeinschaft gründen zu können, obwohl 75 und 63 Jahre alt und bis gerade eben noch ganz passabel fit.

Liebe Grüße und viel Glück, gerne stehe ich für Fragen zur Verfügung


#6

Hallo Canarias,
vielen Dank für deine Zeilen aus denen auch hervorgeht dass das Thema schon ziemlich komplex ist.
Was mich erstaunt ist generell dass viele nicht wissen was eines Tages auf einen im Alter zukommen kann, aber nicht muss. Bekannt ist dass man im Süden weniger Wehwechen verspührt wie in unseren Regionen.
Das mit Ungarn habe ich mittlerweilen auch erkannt.
Die Klimatischen Verhältnisse sind dort aber auch in Bulgarien und Rumänien schon extrem. Vor allem im Winter. Hier eine sehr interessante Seite die ich mir als IKON mit dem Internet Explorer auf den Bildschirn kopiert habe. Somit kann ich sehen wie in jeden Regionen das aktuelle Wetter ist. Die Karte wird weltumfassend mit Satelliten unterstützt und aktualisiert:

https://www.ventusky.com/?p=44.7;8.7;4&l=temperature-2m

Der manchmal anhaltende Wind aus Nord - Ost der von Russland über Europa einströmt ist schon extrem. In Griechenland auf Kos gab es manchmal eine Nacht mit Temperaturen um die Null Grad, aber das nur ein paar Tage. Orangen Zitronenbäume hätten sonst dort kein Bestand und würden absterben.
Ungarn hat auch das Problem dass Ärzte und Kranken/Altenpfleger wegen den geringen Löhne auch nach West Europa auswandern, weil sie dort mindestens das Doppelte wenn nicht sogar das dreifache wie in Ungarn verdienen.
Da wir auch Spanien (Costa Blanca/Costa Calida/Costa del Sol/ Andalusien und Portugal im Winter schon besucht haben und dort wohnten wäre natürlich das das ideale Land um seinen Lebensabend dort zu verbringen.
Es gibt zwar in Ungarn auch Gebiete wo deutsch gesprochen wird weil dort auch die Donauschwaben wohnten bzw. wieder wohnen.
Sicher Spanisch ist leichter zu erlernen als Ungarisch. Mit Englisch kommt man sicher in Spanien auch weiter.
Nun zur Gesundheitsbersorgung in Spanien. Diese hat auf jeden Fall einen besseren Standard als Griechenland. Aber Spanien muss wie du schon geschrieben hast im Gesundheitswesen bzw. auch in der Alterspflege und Betreuung sicher teurer sein. Dazu scheinen auch Spanische Pflegekräfte nach Deutschland abzuwandern?

https://www.rechtsdepesche.de/arbeitsmarkt-fuer-pflegekraefte-spanien/

Dass Ausgewanderte Deutsche in Spanien von Deutschen Krankenkassen Zuschüsse auch Pflegestufen bezahlt bekommen ist schon eine gute Leistung. Es soll angeblich sogar Krankenkassenaussenstellen in Spanien (Mallorca) geben?

Nun vielleicht kann im plusWG Forum jemand seine Erfahrungen diesbezüglich kundtun und bekannt geben. Diese Informationen sollten aber neuesten Datums sein, weil das Gesundheitswesen in Deutschland/Spanien-und in der EU im Umbruch zu sein scheint.

Was mich persönlich schon vor 15 Jahren, als wir noch in Griecheland auf Kos gelebt haben wunderte dass eine Seniorenresidenz (mit Pflegeabteilung) in Spanien für Senioren (Rentner) fast nicht bezahlbar ist.
Das mag wohl daran liegen dass Rentner, die in Spanien lebten und dort ein eigenes Haus hatten dieses verkauft haben und von dem Erlös sich natürlich eine Seniorenresidenz leisten können!
Nach meinen Recherchen scheint es in Spanien keine Einrichtungen zu geben, die einem Betreuten Wohnen (ähnlich wie in Deutschland) gibt, wo man noch selbstbestimmt Leben kann existiert.

Inwiefern es etwas bringt, dass man die plusWG so gestaltet, dass man sich eine zur Gruppe gehörende Kranken/Altenpflegerin selbst zulegt und aus eigenen Mitteln krankenversichert und bezahlt stelle ich mal in den Raum. Ob es in Spanien auch mobile, private Pflegedienste, so wie in Deutschland gibt entzieht sich meiner Kenntnis. Organisationen, wie Diakonie, Caritas etc. wird es natürlich in Spanien nicht geben und wenn, sind diese sicher auch gezwungen im Minutentakt abzurechnen. Das Unternehmen muss ja profitabel sein und sicher eine Gesellschaftsform wie GmbH bzw. SA.

Canarias, nur Mut wenn sich Mitbewohner für eine WG die auch etwas weiterreichend ins Alter geplant werden soll bin ich mit meiner Silvia auf jeden Fall mit dabei.

Vielleicht kannst du uns in der Runde einmal Kosten nennen, so dass man weis was auf einen zukommen kann. Das würde sicher jeden interessieren. Auch wie die deutschen Krankenkassen dem Thema nach Spanien zu gehen gegenüberstehen wäre interessant. Welche Kosten werden bezahlt. Es kann ja nicht sein, dass man nur in Deutschland sein Heil finden soll!

Was natürlich auch zu beachten ist was sagen die spanischen Behörden dazu, wenn man sich eine WG zurechtbiegen will, die dann auch die Dinge die du in deinem obigen Bericht erwähnt hast abdeckt.
Die EU in Brüssel versucht immer mehr den Nationalstaaten die Daumenschrauben anzulegen, das kann es ja wohl nicht sein. Vielleicht gibt es auch bald ein EU-Gesetz das vorschreibt wie eine WG gestaltet werden darf? :disappointed_relieved:

Für die die sich mal mit Spanien vertraut machen wollen hier eine tolle Info Seite:

https://auswandern-info.com/spanien.html

Nun wollen wir mal nicht schwarz sehen!
Wir werden mal sehen was hier an kreativen Vorschlägen vorgebracht wird. Wir sind auf jeden Fall bereit mitzuziehen und es wäre schön, endlich eine tolle Gruppe zu finden mit der man eine WG aufbauen kann.

Wir werden uns nun auch mit Spanien näher befassen, weil erlich gesagt uns das Land auch besser liegt, da wir schon oft dort gewesen sind.

Viele Grüße in die Runde wir freuen uns auf Kommentare und fruchtbare Vorschläge.
Rein & Silvia Schaffer


#7

Hallo Rein,
meine Liebe Frau und ich leben nun seit etwa 20 Jahren in Südspanien.
Wir sind beide Altersrentner.
Ich meine, wenn die Gründung einer WG in Spanien überhaupt möglich ist, dann im Inland in einem kleinen Dorf oder ganz auf dem Land.
Hier in der Nähe, in dem Dorf (mit Autobahnanschluss und etwa 25 km von der Küste entfernt) gibt es auch größere und möblierte Wohnungen schon für unter 300 Euro im Monat.
In dem Dorf ist alles vorhanden, was man fürs Leben und für die Gesundheitsversorgung benötigt.
Busverbindungen (z. B. nach Málaga und in die Umgebung) sind für Rentner kostenlos.
Wohnungen mit Pool und Grünanlagen, werden aber fasst ausschließlich an Touristen vermietet, auch die Wohnungen auf dem Land.
Der spanische Staat unterstützt die privaten Vermieter auf dem Land ganz besonders, wenn sie an Touristen vermieten, denn der Vermieter brauch kein Gewerbe anmelden und ist von der MWST befreit.

Nun kann man ganz grob die ausländischen Mitbürger in der Gegend hier in 3 Kategorien einteilen.
Einmal Mitbürger die sich hier nicht anmelden und somit auch nicht dem staatlichen Gesundheitssystem angehören.
Dann Mitbürger, die als Rentner hier leben, sich anmelden und daher auch die Vergünstigungen erhalten, die Rentner erhalten, wie z. B. kostenlose Medikamentenversorgung, und alle anderen Leistungen kostenlos, die von der KK erbracht werden; wenn sie in Deutschland in einer gesetzlichen KK sind.
Dann Mitbürger wie wir, die einen eigenen Anspruch auf Leistungen aus der spanischen Rentenversicherung und der Krankenversicherung haben, weil wir auch Beitragszahlungen geleistet haben.
Zu jedem der 3 Kategorien könnt ich Seiten schreiben.
Mich wundert allerdings immer, dass Menschen, die WGs gründen wollen, nicht ein Land wie Spanien auswählen, wo die Mieten auf den Dörfern noch bezahlbar sind, die Wohnungen möbliert sind und wo sie rund ums Jahr sich zumindest teilweise von dem selbst ernähren könnten was sie anpflanzen.
Ich habe den Eindruck, dass hier im Forum mehr Luftschlösser gebaut werden, als ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, zumindest einmal eine geeignete Wohnung zu suchen.
Und wenn doch, dann soll es eine WG an der Küste, mit großem Pool sein, die der Vermieter zum oder unter Selbstkostenpreis vermietet.
Mit einer WG schließt kein Vermieter an der Küste einen Mietvertrag, wenn es sich um eine bewohnbare Wohnung handelt.
Im Landesinneren gibt es alleine in unserem Blickbereich mehrere Häuser die leerstehen, einen Wasseranschluss und einen Stromanschluss haben und ein großes Grundstück, wo Tiere gehalten werden können, oder Gemüse und Obst angebaut werden können.
Alle Grundstücke sind mit zahllosen Mandel- und Olivenbäumen bepflanzt.
Selbst die Wohnungssuche über einen Makler ist für den Suchenden kostenlos, wenn der Vermieter den Makler beauftragt hat.
Der spanische Staat hält sich vollkommen dabei raus, ob man eine WG in einem Wohngebäude hat oder nicht.
Wird ein spanischer Rentner pflegebedürftig, bekommt er einen Zuschuss von 70% zu seiner Rente.
Angehörige zahlen davon lieber eine südamerikanische Hilfskraft, die dann 24 Stunden in der Wohnung ist.
Die Hilfskraft ist für etwa 80 Euro im Monat in der Renten und Krankenversicherung und hat nach 15 Jahren einen eigenen Rentenanspruch von 14 x 640,00 Euro in Jahr und kostenlose Gesundheitsversorgung.
Dafür muss die Mitarbeiterin bei Lidl 45 Jahre arbeiten und (mit AG-Anteil) die etwa 10 fachen monatlichen Beiträge zahlen.
Gut- das geht alles nur noch so lange gut, wie Deutschland bereit ist Spanien mit hunderten von Milliarden weiter zu finanzieren, ansonsten müsste (auch wie in Griechenland) der Gürtel in Spanien sehr viel enger geschnallt werden.
Aber zurück zu den WGs.
Z. B. vermieten wir in den Wintermonaten (November bis einschl. April) unsere voll ausgestattet Ferienwohnung für 4 Personen, mit Sauna und Pool.
Pro Person sind das gerade mal etwa 3,40 Euro pro Tag; plus Nebenkosten wie Strom, Gas usw.
Auf etwa 25.000 qm können die Gäste kostenlos Oliven und Mandeln pflücken; eine Ölmühle ist Fußweges erreichbar.
Das Angebot wird auch über Mitglieder von 50plus WG genutzt.
Nur-bei vielen Beitragen habe ich den Eindruck, dass sich Mitglieder nur gerne Luftschlösser bauen und auf Eigentümer hoffen, die gerne unter Selbstkosten vermieten.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut F.


#8

Guten Tag sehr geehrte Silvia und Rein, zunächst einmal haben mich einige Berichte von in Spanien ansässigen Mitgliedern irritiert.
Spanien ist ein sehr großes Land mit etlichen Provinzen und autonomen Regionen, deshalb werden die Behörden bestimmt unterschiedliche Vorgehensweisen haben. Ich kann nur von den Kanarischen Inseln sprechen und denke, andere die sich zu dem Thema äussern, sollten sich ebenfalls auf ihre Regionen beschränken, denn so einfach kann man es nicht verallgemeinern. Natürlich hat die Regierung in Madrid letzlich immer das Sagen und die Gesetze sind ebenfalls klar geregelt.
Also zu den Renten gibt es das eindeutige Gesetz, wenn EU Rentner hier Resident sind, müssen sie eine jährliche Steuererklärung abgeben, auch bei einer kleinen Rente. Überschreitet diese eine bestimmte Summe, hat man Steuern zu zahlen. Der Freibetrag ist wesentlich geringer als bei einem deutschen Rentner.
Sobald man sich die NIE Nummer bei der Fremdenpolizei geholt hat, ist man steuerlich erfasst. Alle größeren Käufe,Autokauf, Hauskauf, Mietvertrag, Behördengänge, Erledigungen werden mit dieser NIE Nummer abgewickelt. Die Ämter haben uns also erfasst. Beim Gesundheitswesen ist es ebenso, als Residenter bekommt man eine Gesundheitskarte ausgehändigt. Dort kann man sich behandeln lassen, inzwischen haben auch Rentner mit einer nicht allzu hohen Rente eine Zuzahlung zu leisten. Von Vorteil ist es, wenn man sich eine private Krankenkasse leisten kann, auch die deutschen privaten Krankenkassen zahlen dies. Die Behandlungen in den Zentren der Seguridad Social sind weniger beliebt. Es gibt KEINE freie Arztwahl, sondern man bekommt den Hausarzt zugewiesen, der im Bezirk der Wohnung tätig ist. Es ist immer ein Zentrum, keine Praxen wir wir diese aus D kennen. Der jeweilige “Hausarzt” bestimmt dann darüber, ob und wann man z.B eine Überweisung zum Gynäkologen bekommt. Im Notfall geht man in die sogenannten URGENCIAS, dort ist Tag und Nacht jemand erreichbar und erfahrungsgemäß gibt es dort immer lange Wartezeiten. Dort wird auch entschieden, ob man in ein Hospital eingewiesen wird oder nicht.

Übrigens haben auch die Ärzte, die im öffentlichen Gesundheitswesen arbeiten keine freie Wahl in Bezug auf die Ortswahl. Sie werden geschickt und haben das zu akzeptieren.
Genau wie das Pflegepersonal. Krankenschwester-ATS zu werden bedeutet hier ein Universitätsstudium zu absolvieren, Praxis am Patientenbett findet nur sporadisch statt. Sie sind für die Organisation und als rechter Arm des Medico da, wie Infusionen legen, Spritzen und Verbände, Röntgen usw.
Alles andere an Arbeit am Patienten machen hier die Berufe der Helfer, die Auxilliares.
Es ist üblich und wird erwartet, das Angehörige sich am Bett aufhalten, um sich um das direkte Wohl zu kümmern. Zur Toilette begleiten, beim Waschen helfen, beim Essen zur Hand gehen usw.
Auch hier zahlt man einen täglichen Obulus für die Versorgung mit Nahrung.

Eine private Pflegekraft zu Hause rechnet ungefähr 10€ pro Stunde ab. Die jeweiligen Städte +Dörfer haben auch Sozialarbeiter und Pflegekräfte zur Versorgung,über diese Notwendigkeit entscheidet ebenfalls der Hausarzt.
Das System arbeitet langsam und kostensparend, deshalb geht jeder, der es sich leisten kann privat zum Arzt und zahlt auch dort direkt vor Ort. Das unglaubliche daran ist, bis 15.00 arbeiten die ans Gesundheitswesen angeschlossenen Ärzte in der Klinik und am Abend kassieren sie die Patienten in der privaten Praxis ab. Das ist erlaubt und man kann sich vorstellen, wie hoch die Motivation des Medicos während der Zeit in der Klinik ist, wo er ein Gehalt bezieht. Mehr möchte ich dazu nicht sagen!

Ich kann nur jedem empfehlen, finanziell abgesichert ins EU Ausland zu gehen, um den gewünschten würdigen Lebensabend verbringen zu können, den man sich wünscht. Seit 30 jahren erfahren wir immer wieder wie die Träume platzen, weil man sich keine ausreichenden Gedanken gemacht hat. Schon aus dem Grund halte ich es für sehr sinnvoll, eine Alten-Gemeinschaft zu gründen, man kann sich gegenseitig zur Hand gehen auch ohne sich auf der Pelle zu sitzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle Partner auf einmal Hilfe benötigen ist eher unwahrscheinlich. Blöd ist es dann nur für den, der übrig bleiben sollte- der stände dann alleine da. Auf Kinder würde ich mich nicht verlassen, die haben ihr eigenes Leben, mit Recht. Wir sind also auf uns selber angewiesen. Ich würde mich über Ihre Meinung zu dem Thema freuen und viele Ansichten helfen uns bestimmt, eine gute Idee zu verwirklichen. Einen Idealzustand werden wir sicher niemals erreichen, aber es relativ entspannt angehen zu können ist doch auch schon etwas, oder? Einen schönen Sonntag an Alle


#9

Habe vergessen zu erwähnen, die deutsche Pflegeversicherung zahlt innerhalb der EU das Pflegegeld und es gibt angeschlossenen Ärzte zur Begutachtung. Das funktioniert schon seit Jahren gut. Jeder gesetzlich Versicherte deutsch kann mit seiner Krankenkassenkarte kostenlos in den staatlichen Zentren behandelt werden. Wie das funktioniert, habe ich im ausführlichen Text beschrieben. Man ist also eigentlich abgesichert, nur die die Qualität drückt sich dann in Klassen aus. Aber ja, es funktioniert auvch bei kleineren Renten. Ich kann auch gerne noch etwas zu Lebenshaltungskosten beitragen, wenn gewünscht, :sunglasses:


#10

Hier geht es ja um besser leben im Ausland. Da kann nicht mitreden, weil ich keine Erfahrungen darin habe.
Deutschland wird hier in einigen Beiträgen nicht so positiv dargestellt. Die Situationen sind verschieden und jeder empfindet es anders.

Ich möchte mal allgemein dazu Stellung nehmen. Ich bin im „Oldenburger Münsterland“ geboren, aufgewachsen und lebe immer noch hier.

Der kleine Hof gehörte vor 70 Jahren 3 Tanten und einem Onkel. 2 Personen haben mal versucht den Hof zu übernehmen, aber die Chemie hat wohl nicht gepasst? Dann kam mein Vater aus dem Krieg und ist mit meiner Mutter auf dem Hof und in die Hausgemeinschaft gezogen. War menschlich wohl nicht immer einfach, aber nach dem Krieg hatten es alle schwer.

Mein Vater starb mit 49 Jahren und ich hatte mit 18 Jahren Verantwortung für den keinen Hof, für meine Mutter und für die kleinen Geschwister zu tragen. Meiner Großtante gehörte noch der Hof. Sie hat ihn dann aber auf mich überschrieben und ein lebenslanges Wohnrecht bekommen. Sie hat meinen Vater 25 Jahre überlebt und ist mit 98 Jahren in unserer Hausgemeinschaft gestorben. Auch meine Mutter ist bis zu ihrem Tod mit 89 Jahren bei uns gewesen, wobei wir aber zuletzt Hilfe durch die Tagespflege in Anspruch genommen haben, da meine Mutter dement wurde.

In diesem familiären Umfeld sind auch unsere Kinder aufgewachsen. Meine Tochter sagte vor Jahren „Papa kommt nie ins Altersheim“. Das habe ich mir nicht schriftlich geben lassen. Erwarte auch nicht von den Kindern gepflegt zu werden.

ABER, alle stehen hinter diesen Grundgedanken des Zusammenlebens und so wurde aus dem kleinen Hof ein Mehrgenerationenobjekt in Familienhand wo 14 Familienmitglieder und 44 Mieter wohnen.
Für den Fall der Fälle habe ich eine Wohnung auf Reserve, wenn wir mal eine „Kümmerin“, „Polin“ oder sonst Jemanden für Hilfe von der Familie oder den Mietern gebraucht wird. Bisher ist der Fall noch nicht eingetreten. Denkbar wäre dann auch, einer jungen alleinerziehende Mutter die Wohnung für Hilfe an zu bieten und die gesundheitlichen Belange von einem der ambulanten Pflegedienste in 1 km Entfernung in Anspruch zu nehmen. Hier ja als „Minutenpflege“ verschrien. Ich kann nichts Negatives berichten.

Wichtig ist eigentlich rechtzeig eine Vertrauensperson zu haben und diese Person dann mit einer Vorsorgevollmacht auszustatten. Sie sollte sich dann auch im Fall der Fälle arrangiert um mich kümmern. Nicht als Pflegerin, sondern als Managerin über meinem Restleben. Ich sehe von der Seite beruhigt in die Zukunft.

Heinz-Josef


#11

Ein —kleiner— Hof in Familienhand, wo --14-- Familienmitglieder und --44-- Mieter wohnen! Alle Achtung! :wink:


#12

Heinz Josef,Hut ab! Das finde ich wunderbar, Großfamilie und Zusammenhalten, Sie können sich glücklich schätzen, wer von uns hat das schon? Alles Gute und ein erfülltes, gesundes,:smiley: langes Leben wünsche ich


#13

Hallo, Heinz Josef,

Ach ja, die Sonne in Spanien! Und erst der Pipifax-Winter gegen unseren! Orangen und Jasmin im Garten, ein Pool auch!

…wenn genug Wasser dafür da ist. … und der Sommer in Spanien jenseits der 35 Grad - vielleicht doch nicht so einfach für Ältere mit Herzproblemen, Kompressionsstrümpfen usw.

Als Jugendliche hätten wir den Erwerb einer neuen Sprache als sportliche Herausforderung gesehen, nun fällt uns das nicht mehr so leicht. Oder wollen wir nur im eigenen Saft der kleine deutschen Gemeinde schmoren?

Unsere auch alternden und weniger mobilen Freunde - reicht es uns, sie nur ein, zwei Mal im Jahr zu sehen? Das Heranwachsen der Enkel nicht wirklich mitzuerleben?

Für jemanden, dem das Ausland seit vielen Jahren eine zweite Heimat ist, mag der Alterssitz im Ausland eine wunderbare Alternative zum kühlen Deutschland sein.

Für meinen Geschmack überwiegt in der Auslandsdiskussion zuviel der finanzielle und der rechtliche Aspekt.

Heimat ist für mich da, wo die Menschen sind, die ich liebe. Für die bin ich da, wenn sie mich brauchen und umgekehrt. Stundenlohn? Keine Frage!

Auch wenn ich von meinen Töchtern nicht erwarte, daß sie meine Pflege, wenn nötig übernehmen, darauf, das sie es in meinem Sinne organisieren, kann ich mich verlassen.

Unbedingt wichtig ist eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, der Aufwand dafür ist nicht groß. Wer will schon einen amtlichen Betreuer mit 100 Klienten, der auch noch einen Teil des eventuell vorhandenen Vermögens kostet? Wer wünscht sich eine Beatmung und künstliche Ernährung? Wer möchte ins Pflegeheim?

Es genügt nicht, das bloß zu sagen, man muß es schriftlich fixieren und der Person seines Vertrauens übergeben. Schon nach einem Schlaganfall kann die Fähigkeit, meinen Willen auszudrücken, manchmal vorübergehend unmöglich sein.

Niemand wünscht sich sowas, aber wenn, sollte man diese Lebenskrise so gut wie möglich bewältigen.

Gruß

Antje


#14

Hallo Antje,
meine liebe Frau und ich sind noch weiter gegangen; so hat unser Sohn von uns (wohnhaft in Deutschland) eine unbegrenzter Generalvollmacht.
Als ich z. B. das Haus meines Vaters geerbt habe, konnte unser Sohn in meinem Namen handeln, ohne dass ich mich auch nur einer deutschen Person oder Behörde gegenüber äußern musste.
Für mich ist die Heimat der zufällige Ort der Geburt.
Mein Zuhause ist dort wo meine erste Liebe ist, die ich nun 49 Jahre kenne.
Und wo machen Kinder Urlaub, wenn Papa und Mama Ferienwohnungen in Südspanien vermieten?
Hier in den Bergen hatten wir noch nie über 35 Grad, aber konnten nun schon im April den Pool benutzen.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut F.


#16

Hallo Antje und Helmut,
eigentlich wollte ich Euch beiden für die wichtigen Denkanstöße einfach mal ein paar mehr Sterne als nur ein Herzl geben, aber diese unübersichtliche Struktur hier mit vor und zurück und wo bin ich eigentlich? raubt mir die letzten Nerven und verdirbt jeden Spaß am Lesen.
Also auf alle Fälle mal ein dickes Dankeschön und in Zukunft werde ich mich wieder mit dem Vergeben von Herzln begnügen …
:kissing::notes::notes:


#17

Hallo Jule,

ob nun Herzln, Sterne oder Blümchen - danke für Deine Zustimmung.

Ich freu mich, wenn ich den kleinen Maulwurf sehe, meine Enkel lieben ihn!

Gruß

Antje


#18

Lieber Helmut Josef,

Für Dich ist der Alterssitz in Spanien wahrscheinlich genau richtig, Du bis schließlich dort lange reingewachsen.
Bitte entschuldige, daß meine Vorstellungen von diesem Land vielleicht etwas klischeehaft sind, ich war noch nie dort, obwohl mich eine Reise schon reizen würde.

Ich habe eine Zeit meines Berufslebens in der Landwirtschaft gearbeitet und später kranke, alte Menschen betreut, um ihnen das Altenheim zu ersparen.
Mit der Verantwortung für Menschen und Tiere war für mich ein längerer Urlaub nie vereinbar und der Verdienst auch nicht so üppig. Dafür waren meine Tätigkeiten mehr als ein Job für mich, die Freude an der mir passenden Arbeit hat so manches ausgeglichen.

Nun bin ich seit drei Jahren dabei, aus einer alten Pension ein behagliches Haus für eine Rentner-WG zu machen. Meine glückliche “Arbeitslosen”- Zeit ist vorbei und die nun bald abgeschlossene Renovierung findet neben meinen beiden Jobs statt. Außerdem habe ich einen Mitbewohner, der schließlich im Haus lebt, um nicht allein zu sein.

Mein letzter Urlaub vor zwei Jahren dauerte eine Woche.

Wahrscheinlich wird mein Leben enden, ohne die Welt gesehen zu haben, ich bedaure das, aber unglücklich bin ich deshalb nicht.

Aber wenn ich tatsächlich mal soviel Muße für einen Urlaub im Süden hätte, würde ich zuerst bei Dir anfragen!

Früher bin ich oft ein paar Tage von Oberbayern nach Südtirol/ Trentin gefahren, der Frühling hat sich dort immer schon hingetraut, wenn es daheim noch grau und kalt war.
Mein “Hotel Passat” hatte dort manchmal einen Horizont von 360 Grad, es gibt etliche Fotos von meinem eigentlich immer gleichen Frühstückstisch - aber jedesmal mit einem anderen atemberaubenden Ausblick.
Dieser Winter war bei uns sehr lang und die Sehnsucht nach dem sonnigen Süden schon manchmal da.
Aber man kann nicht alles haben - ich bin nun seßhaft geworden und bereue es nicht.
Fehlen nur noch die passenden Mitmenschen, die werden sich auch noch finden!

Viele Grüße aus dem kühlen Franken!

Antje


#19

Hallo Antje,
meine liebe Frau und ich sind nun mit dem spanischen Rentensystem und dem Gesundheitssystem verwachsen; wir haben uns eingerichtet.
Es ist hier, wenn man sich intrigiert hat, wesentlich besser als in Deutschland; vor allen Dingen das Rentensystem, auch wenn man zum Pflegefall wird.
Gerne schreibe ich Dir da ausführlich zu, aber über den Daumen kann man sagen:
Von alles dem, was wir hier nicht (oder weniger) an Kosten haben, gegenüber einem Leben in Deutschland, können wie hier davon unseren Lebensunterhalt bestreiten.
Ich bin nicht gut auf den Beinen, aber das Hobby meiner lieben Frau sind unsere beiden Ferienwohnungen.
Es ist auch “immer Leben in der Bude” und gerade mit den deutschen Gästen sitzen wir (eben wegen der Sprache) viele Abende zusammen.
Morgen kommen für 6 Wochen 4 französische Gäste, mal sehen wie es dann mit der Kommunikation klappt.
Ich bin nun 66 und meine liebe Frau ist 64.
Wir sind zusammen, seit sie 15 und ich 17 Jahre jung waren.
Ja- über den Ausblick können wir uns hier auch nicht beklagen.
Auf der einen Seite sehen wir in etwa 14 km Entfernung Málaga und das Meer und auf der anderen Seite das Torcalgebirge, und wenn wir den Hals recken, auch die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada.
Mal sehen was in diesem Jahr och so passieren wird.
Eigentlich fehlt uns nur noch das ewige Leben.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut F.